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17.10.2003 - 

Sharepoint Services als kostenlose Systemerweiterung

Windows Server 2003 erhält Teamfunktionen

MÜNCHEN (CW) - Microsoft ergänzt den Windows Server 2003 um Teamfunktionen. Zu den "Windows Sharepoint Services" gehören fortgeschrittene Dateidienste, Kalender, Diskussionsforen und Instant Messaging. Für unternehmensweite Lösungen bietet Microsoft mit dem "Sharepoint Portal Server" hingegen ein eigenes Produkt an.

Die Windows Sharepoint Services (WSS) fallen unter eine Softwarekategorie, die häufig mit "Instant Collaboration" bezeichnet wird. Sie umfassen eine Reihe von vorkonfigurierten Diensten, die Arbeitsgruppen ohne großen Anpassungsaufwand für die Kooperation ihrer Mitglieder nutzen können. Dazu zählen vor allem Funktionen für die gemeinsame Nutzung von Dokumenten, aber auch typische Groupware-Features wie Gruppenkalender oder Aufgabenlisten. Nachdem Microsoft und IBM bei Instant Messaging verstärkt um die Gunst der Firmenkunden konkurrieren, gehören derartige Funktionen ebenfalls zum Lieferumfang der WSS. Darunter finden sich die Möglichkeit zu Online-Chats und die allseits propagierte "Presence Awareness" - sie zeigt an, ob ein Benutzer am Arbeitsplatz erreichbar ist.

Die WSS tragen als Teil des Betriebssystems keine eigene Versionsnummer, sie repräsentieren de facto aber die "Sharepoint Team Services 2.0". Unter dieser Bezeichnung wurde die Software bisher mit Microsoft Office ausgeliefert. Ein eigenes Migrations-Tool kann Installationen der alten Variante in WSS-Sites überführen. Gegenüber der ersten Ausführung benennt Microsoft eine Reihe von Verbesserungen . Dazu zählen erweiterte administrative Funktionen wie die Möglichkeit, Anwender am Einspielen von bestimmten Dateitypen zu hindern, eine zentrale Web-basierende Benutzerverwaltung oder die automatische Benachrichtigung des Verwalters, wenn eine Site über einen bestimmten Zeitraum nicht mehr genutzt wurde. Der typischen Nutzung von Instant Collaboration kommt entgegen, dass Anwender nun mittels Selbstbedienung Sites einrichten können, ohne dafür die IT-Abteilung behelligen zu müssen.

Auch wenn die Team-Software zukünftig mit dem Windows-Server ausgeliefert wird, so soll sie ihren ganzen Nutzen erst in der Zusammenarbeit mit dem Büropaket aus Redmond entfalten. Viele der neuen Features sind allerdings nur für Anwender von Office 2003 verfügbar. Mit den Anwendungen von Office 2000 und XP lassen sich zwar Dokumente in gemeinsamen Ablagen speichern. Aber gerade jene Funktionen, die WSS laut Microsoft zum Vorreiter einer neuen Generation von File-Servern machen, sind für ältere Office-Ausführungen nicht zugänglich. Dazu zählen insbesondere die Versionierung, die automatische Extraktion von Metadaten oder Check-in und Check-out von Dokumenten. Betroffen sind aber auch Groupware-Funktionen wie die Synchronisierung von WSS- und Outlook-Kalendern - sie bleibt der neuesten Version vorbehalten. Die Gegenüberstellung von Office 2000, XP und 2003 hinsichtlich ihrer WSS-Möglichkeiten legt insgesamt nahe, dass Microsoft mit der Team-Software einen starken Anreiz zum Update auf die neuesten Büroanwendungen schaffen möchte.

Bundling-Strategie unter Druck

Mit der Integration der WSS in das Betriebssystem möchte Microsoft auch seine Position im Groupware-Markt ausbauen. Gerade in der Kategorie Instant Collaboration tummeln sich zahlreiche Anbieter, die Bill Gates mit seiner bewährten Bundling-Strategie unter Druck setzt.

Dazu zählen neben der IBM-Tochter Lotus mit "Team Workplace" (ehemals "Quickplace") auch viele kleinere Softwarehäuser, beispielsweise die Esslinger Agorum GmbH (http://www.agorum.com/) mit "desk4web" oder die Schweizer Adarvo Ltd. (http://www.adarvo.net/) mit "Themeware". Die erfolgreiche Verbreitung der WSS würde zudem den Boden für den "Sharepoint Portal Server" bereiten, bei dem mit der Version 2003 ebenfalls eine neue Ausgabe bevorsteht. Während die WSS isolierte Sites für Abteilungen oder Projektteams zur Verfügung stellt, kann der große Bruder diese Team-Plätze unternehmensweit zusammenführen und mit bestehenden Anwendungen verbinden. Der Sharepoint Server bietet unter anderem die Möglichkeit, in verschiedenen Datenquellen zu suchen und dabei auch alle WSS-Sites zu berücksichtigen.

Da die WSS erst ein halbes Jahr nach der Freigabe des Windows Server 2003 fertig gestellt wurden, gehören sie nicht zum Lieferumfang des Betriebssystems. Sie können aber kostenlos von http://www.microsoft.com/windowsserver2003/technologies/sharepoint heruntergeladen und nachinstalliert werden. (ws)