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21.09.2001 - 

Microsoft nimmt Wettbewerb mit Mini-Linuxen auf

Windows XP Embedded ist in zweiter Betaversion fast komplett

MÜNCHEN (CW) - Kurz nach Windows XP möchte Microsoft dessen Embedded-Variante auf den Markt bringen. Kostenlos gibt es jetzt schon die weit gediehene zweite Betaversion.

Anfang September hat Microsoft "Windows XP Embedded Beta 2" (XPE) herausgegeben. Wer das System testen und zum Anfertigen von Prototypen verwenden will, kann es auf CD für einen Versandkostenbeitrag unter www.microsoft.com/windows/embedded/xpepreview bestellen. Auf seiner Basis sollen nach den Vorstellungen des Redmonder Managements künftig Settop-Boxen, Thin Clients, Gateway-Router, Kassen-Terminals und Kiosksysteme laufen.

XPE ist nach "Windows CE" und "Windows NT Embedded" das dritte Angebot von Microsoft auf dem Markt der Embedded-Betriebssysteme. Mit ihm vollzieht das Unternehmen auch in puncto "festverdrahteter" Systeme den Generationsschritt, den es mit Windows XP versucht (siehe CW 37/01, Seite 16). Die Parallelität der neuen Betriebssysteme beschränkt sich nicht auf eine Namensgleichheit, hinter der man ein Marketing-Manöver vermuten könnte.

"Wenn es etwas in Windows XP gibt, wird es auch in Windows XP Embedded enthalten sein", erklärt Kelly Meagher, Produkt-Manager in Microsoft Embedded and Appliance Platforms Group. "Entwickler können die gleiche Technologie benutzen, bei XPE in einer Bausteinversion." Mit XPE haben Entwickler die Möglichkeit, um einen Betriebssystemkern herum aus mehr als 10000 Komponenten, die jeweils einzelne Features von XP nachbilden, ein ihren Wünschen entsprechendes System zusammenzubauen.

Zu den wichtigsten Merkmalen von XPE zählen nach Darstellung von Microsoft "verbesserte Sicherheit und Systemstabilität". Das System nutzt die Sicherheitsmechanismen "Encrypting File System" (EFS), "IP Security" (IPSec), "Windows File Protection" (WFP) und "Kerberos". In der Betaversion noch nicht geboten, aber für das endgültige Release vorgesehen ist die Möglichkeit, im laufenden Betrieb Compact-PC-Module zu wechseln.

XPE unterstützt dieselben Multimedia-Standards und Hardware-Schnittstellen wie Windows XP Professional. Es ist kompatibel zum Internet Explorer 6.0, Windows Media Player 8, Direct X 8 und Digital Rights Management 8. Über USB, Firewire (IEEE1394) und Universal Plug and Play (UPnP) lassen sich Peripheriegeräte anschließen. Für Netzverbindungen stehen die Protokolle Ipv6, IrDA, UpnP, 802.11, Terminal Server Client, VPN, L2TP und PPTP zur Verfügung.

Um die Softwareentwicklung für XPE zu beschleunigen, hat Microsoft dem System einige Tools mitgegeben. Die Werkzeuge "Target Designer", "Component Designer", "Target Analyzer" und "Database Manager" sollen dazu beitragen, auf einfache Weise gerätespezifische Basis-Systemkonfigurationen zusammenzustellen, sie für dedizierte Aufgaben zu verfeinern oder zu modifizieren und Programme auf die Endgeräte zu portieren.

Zeitgleich mit dem Beta-Release stellte Microsoft zwei neue Partner im Windows XP Embedded Rapid Development Programm (RDP) vor. Es handelt sich dabei um die Geldautomaten- und Point-of-Sale-(POS-)Spezialisten Wincor Nixdorf aus Deutschland und Retalix aus Israel. Bisher nahmen an diesem Programm der Spielautomaten-Hersteller Bally Gaming, die Settop-Boxen-Abteilung von Fujitsu-Siemens, die Industrierobotersparte von Siemens, National Semiconductor, SCM Microsystems, Venturcom, Viewsonic und Wyse Technology teil. Durch die RDP-Initiative gewinnt Microsoft ein schnelles Feedback von XPE-Partnern und deren Kunden.

Microsoft möchte XPE möglichst bald nach der für den 25. Oktober dieses Jahres vorgesehenen Präsentation von Windows XP freigeben. Nach Angaben aus Redmond seien dann die ersten Produkte auf der Basis von XPE ab Januar 2002 zu erwarten. Allerdings mochte sich das Unternehmen nicht darüber auslassen, welche Partner beispielsweise wann mit welchen Produkten aufwarten könnten.

Während Microsoft in Sachen Embedded Systems bisher vor allem mit Windows CE bei den Handhelds als Palm-Konkurrent reüssiert hat, zielt XPE auf andere Marktsegmente. Nach Ansicht von Chris Le Tocq, einem Analysten von Guernsey Research, steht XPE eher in Konkurrenz zu Produkten verschiedener Firmen, die zu einem erheblichen Teil Embedded-Varianten von Linux verwenden.