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Bestandteil des Open-Source-Systems von Suse

Wine emuliert Windows-Programme unter Linux

09.11.2001
MÜNCHEN (fn) - Der Softwareemulator "Wine" bringt Windows-Programme unter Linux zum Laufen. In einem kurzen Test unter "Suse Linux 7.3 Professional" stellte das Tool sein Können unter Beweis.

Obwohl es mittlerweile eine Fülle an Software für das Open-Source-Betriebssystem Linux gibt, kommt so mancher Anwender nicht ganz ohne die Windows-Welt aus. Es bieten sich Mittel und Wege, Linux auf einem PC zu installieren und darunter auch Windows-Programme zu verwenden. Eines davon ist der Emulator "Wine", eine Open-Source-Software, die unter anderem Bestandteil des Pakets Suse Linux 7.3 Professional ist. Der Programmstarter wird ständig weiterentwickelt. Aktuelle Informationen finden sich unter www.winehq.com. Neuerdings existiert auch eine deutschsprachige Site für Wine-Liebhaber unter www.linux-wine.de .

Wine gaukelt Windows-Software vor, sie laufe unter einem Microsoft-Betriebssystem. Dazu nimmt der Emulator alle Systemaufrufe entgegen und übersetzt sie in Linux-Kommandos. Beim erstmaligen Start einer Applikation lernt Wine, welche Ressourcen erforderlich sind, und dokumentiert sie. Bei einem erneuten Aufruf des Programms greift der Emulator darauf zurück, was das Hochfahren erheblich beschleunigt.

Programmstart über IconDer Emulator bedient sich der Anwendungen, die in einer Windows-Partition auf dem Rechner installiert sind. Voraussetzung ist allerdings, dass die Partition per "mount"-Befehl in das Unix-File-System eingebunden wurde. Wer eine Festplatte ohne Microsoft-Betriebssystem sein Eigen nennt, dem bietet Wine die Möglichkeit, ein vorgetäuschtes Windows-Verzeichnis unter Linux anzulegen, in dem die erforderlichen Dateien, zum Beispiel DLLs, abgelegt werden.

Windows-Programme startet der Anwender über eine Kommandozeile. Um beispielsweise "Wordpad" auf einer Windows-Partition zu starten, würde der Nutzer "wine C:\\Programme\\Zubehör\\Wordpad.exe" eintippen. Dieses Kommando lässt sich auch in eine Verknüpfung unter dem KDE-Desktop einbetten, so dass ein Mausklick auf ein Icon ausreicht. Alternativ dazu kann der Linux-Benutzer die betreffende Datei im File- und Web-Browser "Konqueror" per Mausklick zum Leben erwecken. Automatisch erkennt das System das Windows-Executable und startet den Emulator.

Normalerweise ist Microsofts "Internet Explorer" auf Linux gar nicht gut zu sprechen, denn den Browser gibt es für dieses Betriebssystem nicht. Auch Wine tut sich schwer mit dem Programm: Zumindest die Version 5.5 lässt sich erst gar nicht starten. Schwierigkeiten hat Wine auch mit Anwendungen wie etwa Word 2000. Die Textsoftware fährt zwar hoch, bricht dann allerdings mit einer Fehlermeldung ab. Auch die Einwahlsoftware "AOL 6.0" verweigert Wine die Gefolgschaft. Es handelt sich aber - wie gesagt - auch um ein Preview-Release des Emulators.

Auch Lotus Notes funktioniertProblemlos lassen sich einfache Anwendungen wie etwa das Windows-Malprogramm "Mspaint" starten und verwenden. Auch "Lotus Notes" macht eine insgesamt gute Figur und gibt Linux-Usern so die Möglichkeit, den Groupware-Client zu nutzen. Obwohl sich die Lotus-Mutter IBM zu Linux bekennt, bietet die Tochter den Client nicht für das Open-Source-Betriebssystem an. Lediglich den Domino-Server hat der Hersteller an die quelloffene Systemsoftware angepasst. Ob die nächste Notes-Version - sie hört noch auf den Codenamen "Rnetxt" - auch Client-seitig Linux unterstützen wird, darauf hat sich der Hersteller noch nicht festgelegt.

Die Performance von Software unter Wine kann sich sehen lassen: Unter Suse Linux benötigt beispielsweise Notes, nachdem Wine bereits einmal ausgeführt wurde, zum Starten etwa 15 Sekunden. Auf dem gleichen Rechner nahm der Programmstart unter Windows 98 rund zehn Sekunden in Anspruch. Wine erlaubt auch Zugriffe von Windows-Programmen auf Netzressourcen sowie CD-Laufwerke.