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30.08.2005

WinFS: Ein Phantom nimmt Gestalt an

Microsofts neues Dateisystem erscheint nach Windows Vista.

Microsoft hat Anfang der Woche überraschend eine erste Betaversion seines bislang eher sagenumwobenen Windows-Dateisystems veröffentlicht. Die "WinFS"-Entwicklung war von Longhorn/Vista losgelöst worden, nachdem klar war, dass das Dateisystem nicht zeitgleich mit der nächsten Windows-Version fertig werden würde.

Die Testsoftware können zahlende Mitglieder des Microsoft Developer Network (MSDN) herunterladen; zur Information der Entwicklergemeinde wurde außerdem ein entsprechender MSDN-Blog eingerichtet. "Unser Beta-1-Release ist eine Vorschau von WinFS - Microsofts Plattform, die es Entwicklern und Nutzern in bislang ungeahnter Weise ermöglicht, Daten zu vereinheitlichen, zu organisieren und zu durchsuchen", schreibt darin Program Manager Vijay Bangaru. "Es enthält bereits im Kern die Fähigkeiten, die wir beim RTM (Release to Manufacturing) haben werden."

WinFS soll nach offizieller Planung separat veröffentlicht werden, entweder als Download oder durch PC-Hersteller vorinstalliert auf Vista-Systemen. Microsoft hat noch nicht mitgeteilt, ob WinFS auch für das ältere Windows XP erscheinen wird. Die jetzt veröffentlichte Beta zumindest lässt sich auch mit dem aktuellen Betriebssystem nutzen. "Wir arbeiten noch daran, welche Plattformen wir beim RTM unterstützen - es gibt eine Reihe schwieriger Kompromisse in puncto Features, die WinFS auf der jeweiligen Plattformen unterstützen kann", schrieb Program Manager Quentin Clark.

Wahrscheinlich entscheidet darüber auch der kommerzielle Erfolg von Windows Vista: Wenn dessen Marktdurchdringung eher schleppend erfolgt, könnten WinFS und darauf aufbauende Anwendungen für Nutzer, die noch mit XP oder älteren Windows-Versionen arbeiten, ein wichtiges Motiv für ein Vista-Upgrade darstellen. Sollte sich Vista dagegen extrem schnell durchsetzen (was unwahrscheinlicher ist), könnte es für Microsoft weniger interessant sein, WinFS noch für eine schwindende XP-Nutzerschaft zurückzuportieren.

Das allerdings ist zum jetzigen Zeitpunkt nichts als Spekulation - einen RTM-Termin für WinFS gibt es noch nicht, und das Entwicklerteam schreibt, das neue Dateisystem werde sich zum Erscheinungstermin von Vista in jedem Fall noch im Betastadium befinden.

Wie WinFS funktioniert

WinFS ist ein relationaler Dateiverwaltungs-Überbau für das mit Windows NT erstmals eingeführte Dateisystem "NTFS". Es erlaubt Konzepte wie "Items" und "Relationships", damit Anwendungen mit den Daten anderer Applikationen arbeiten können. Clark verdeutlichte dies am Beispiel eines Dokuments und eines Kontakts, die logisch über die Autorenschaft verknüpft sind. WinFS-kundige Anwendungen könnten diese Beziehung erkennen und nutzen.

Bangaru ergänzte, die Beta enthalte diese Konzepte sowie Objekt-Programmierschnittstellen (APIs), mit deren Hilfe Entwickler entsprechenden Code verfassen könnten. Außerdem stelle die Beta "die Anfänge" einer WinFS-Unterstützung für den Internet Explorer bereit. Der Entwicklermannschaft zufolge ist mit einer ganzen Reihe von Betas und "Community Technology Previews" von WinFS zu rechnen, bevor die endgültige Version heranreift. MSDN-Mitglieder können sich darüber in einer eigens eingerichteten Newsgroup austauschen. (tc)