Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

21.06.2007

Wipro plant deutsche Akquisition

Ins Beuteschema passen IT-Töchter von BMW, Lufthansa und BASF.

Der indische IT-Outsourcing-Anbieter Wipro Technologies bereitet eine große Übernahme in Deutschland vor. Kees Ten Nijenhuis, Senior Vice-President des Unternehmens in Europa, sagte dem Brancheninformationsdienst "Computerwire": "Deutschland ist ein zu großer Markt, um ihn zu ignorieren. Man kann dort nicht ohne weiteres aktiv werden, man muss es auf deutsche Art und Weise machen: Einerseits benötigt man eine starke Präsenz, andererseits sollte sie nicht zu stark sein", erläuterte er.

Namen nannte er nicht, wohl aber Rahmenbedingungen: "90 Prozent der gelisteten Unternehmen in Deutschland nutzen SAP-Applikationen, 60 Prozent des Outsourcing-Marktes rankt sich um Infrastrukturthemen", sagte Ten Nijenhuis. "Für den Erfolg in Deutschland benötigt man Rechenzentren, SAP-Kompetenz und einen kaptiven Kunden, der sich nach den eigenen Spezifikationen reorganisieren lässt." Im Lauf des Gesprächs mit Computerwire gab er weitere Hinweise: "Jeder große deutsche Konzern hat seine eigene IT-Organisation: Gucken Sie sich zum Beispiel BMW, Lufthansa und Siemens an."

In den letzten Jahren hat es unter den konzerngebundenen IT-Dienstleistern einen Ausverkauf gegeben. Fortsetzung auf Seite 4 Zuletzt brachte Karstadt-Quelle die IT-Tochter Itellium in ein Joint-Venture mit EDS ein. Zuvor hatte die Telekom-Tocher T-Systems die VW-Tocher Gedas gekauft. Außerdem wechselten beispielsweise die IT-Ausgründungen von Vorwerk, RAG, Rheinmetall und Thyssenkrupp unter das Dach eines IT-Dienstleisters.

Das hat die Zahl der möglichen Akquisitionsziele für Wipro zwar reduziert, doch angesichts der Aussagen von Nijenhuis liegen einige Namen auf der Hand: Die BMW-Tochter Softlab betreibt SAP-Projekte für den Konzern und bietet Hosting- und Betriebsdienste im Drittmarkt an. Ein anderer möglicher Übernahmekandidat wäre Lufthansa Systems (LHS). Laut Lünendonk ist LHS viertgrößter Anbieter von IT-Beratungs- und Systemintegrationsdiensten. Auch BASF IT Services passt mit ihren RZ- und SAP-Know-how sowie der starken Verflechtung mit dem Konzern ins Beuteschema. Die drei Unternehmen sowie die Muttergesellschaften kommentierten die Meldungen nicht.

INder prüfen Einstieg bei T-Systems

Auch eine Übernahme von T-Systems durch Wipro wäre theoretisch möglich, wird aber von den meisten Experten bezweifelt. Immer wieder hat es Gerüchte gegeben, indische Offshore-Spezialisten seien an T-Systems interessiert. Angeblich sollen beispielsweise Infosys und Tata Consultancy Services nach Einblick in die T-Systems-Bücher abgewunken haben. Wipro hat bei seinen Zukäufen jedoch stets eine Strategie der kleinen Schritte verfolgt. Eine vollständige Übernahme von T-Systems wäre ein Bruch mit dieser Vorgehensweise. Zudem dürfte die aktuelle Tarifauseinandersetzung bei der Telekom die Inder befremden. "Mit der Übernahme der T-Systems-Mitarbeiter würde Wipro den wichtigen Wettbewerbsvorteil der Lohnkostendifferenz aufgeben", zeigt sich Peter Kreutter von der WHU Otto Beisheim School of Management in Vallendar, skeptisch. (jha) u