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09.12.1998 - 

Interview

"Wir bauen den Pagemaker für das Internet"

Mit Samir Arora, CEO und Gründer von Netobjects sprach CW-Redakteur Frank Niemann

CW: Wie positionieren Sie sich im Web-Publishing?

Arora: Viele bezeichnen unser Produkt "Fusion" als "Pagemaker für das Web", da die meisten Web-Publishing-Werkzeuge sehr stark Textverarbeitungsprogrammen ähneln und der Designer viel selbst codieren muß. Wir setzen dagegen auf grafische Bedienelemente, um dem Entwickler ein Seitenlayout zu erlauben, wie er es von DTP-Programmen her kennt. Ferner konzentrieren wir uns auf das Erstellen kompletter Web- Sites, nicht nur auf einzelne HTML-Seiten.

CW: Welche Produkte gehören Ihrer Meinung nach zur Klasse der textbasierten Publishing-Tools?

Arora: Neben den HTML-Erweiterungen der Textprogramme wie "Word" und "Word Pro" zähle ich "Pagemill" von Adobe, "Microsoft Frontpage", Macromedias "Dreamweaver" und "Homesite" von Allaire dazu. Sie können Werkzeuge dieser Kategorie sehr einfach daran erkennen, daß Sie nach dem Programmstarten auf dem Bildschirm einen Cursor blinken sehen. Es ist sehr aufwendig, mit diesen Produkten grafische Inhalte zu erstellen.

CW: Web-Designer müssen sich immer noch mit Browser-spezifischen Funktionen herumplagen. Wie gehen Sie dieses Problem an?

Arora: Unser Produkt Fusion enthält eine Funktion namens "HTML Everywhere", die automatisch Web-Seiten generiert, die Netscapes "Navigator" und Microsofts "Internet Explorer" verarbeiten können.

CW: Wer sind denn Ihre Kunden?

Arora: Vor drei Jahren kauften vorwiegend Web-Designer unsere Produkte. Etwa 80 Prozent der Fusion-Anwender waren Dienstleistungsunternehmen, die für ihre Kunden Web-Sites erstellen. In diesem Jahr macht dieser Kundenkreis nur noch 15 bis 20 Prozent aus. 60 bis 70 Prozent unseres weltweiten Umsatzes erwirtschaften wir mit kleinen und mittelständischen Unternehmen. Der Rest entfällt auf große Firmen.

CW: Was machen denn die Firmen anders als die klassischen Web-Design-Shops?

Arora: Wir unterscheiden drei Nutzerkategorien. Den Anwender aus der Consumer-Ecke, den Power-User im Unternehmen und den Designer oder Entwickler, der selbst HTML-Code programmiert. Das Low-end bedienen Produkte wie Pagemill und Frontpage, aber auch unser "Fusion Personal Edition". Den mittleren Bereich deckt Fusion als marktführendes Produkt ab. Im oberen Segment finden Sie Homesite und Dreamweaver. Wir haben außerdem festgestellt, daß die Leute Web-Sites im Team gestalten möchten. Deshalb entwickelten wir "Team Fusion", dieses Produkt wird heute unter dem Namen "Authoring Server" vertrieben.

CW: Web-Publishing ist mittlerweile nichts Besonderes mehr. Alle reden vom Knowledge-Management, Web-basierten Anwendungen und E-Commerce. Was machen Sie in diesem Bereich?

Arora: Unser Produkt Fusion 4.0, das demnächst auf den Markt kommt, deckt drei Anwendungsbereiche ab, die wir E-Publishing, E-Commerce und E-Application nennen. Mit E-Publishing meine ich statisches und dynamisches Publizieren von Datenbankinhalten. E-Commerce steht für Transaktionen, während E-Applications die Integrationskomponenten sowohl für Datenbankanwendungen als auch für Enterprise-Resource-Planning-Systeme beinhaltet. Mit unserem Tool werden Sie alle diese Dinge in Ihre Web-Sites einbinden können. Beispielsweise enthält unser Produkt Komponenten, mit denen Sie sehr einfach einen Web-Shop erstellen können. Icat ist unser Technologielieferant. Außerdem reden wir mit anderen E-Commerce-Anbietern, wie zum Beispiel Intershop sowie IBM.

CW: Welche ERP-Systeme können Sie denn anbinden?

Arora: Peoplesoft hat Komponenten für Fusion selbst entwickelt. Zudem liefert der Anbieter seinen Applikations-Server mit unserem Produkt aus. Entsprechende Module für SAP haben wir selbst erstellt. Auf diese Weise werden Business-Anwendungen Web-fähig.

CW: Firmen, die in großem Umfang Microsoft-Produkte nutzen, setzen Web-Publishing mit Frontpage gleich. Was tun Sie dagegen?

Arora: Wenn wir mit Großkunden reden, werden wir nicht mit Frontpage konfrontiert.

CW: Was wird sich im Web-Publishing innerhalb der nächsten sechs Monate tun?

Arora: Das klassische Web-Publishing wird erweitert um die Integration von Web-Shops, Datenbanken und Anwendungen.