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12.05.2000 - 

Interview

"Wir haben keine echten Konkurrenten"

12.05.2000
Mit Fred Briggs, CTO von MCI Worldcom, sprach die "Infoworld"-Redakteurin Jennifer Jones

CW: MCI Worldcom sieht sich nicht länger als klassischen Carrier. Sind die traditionellen Telcos zum Aussterben verurteilt?

BRIGGS: Es wird immer Telcos geben, die nur Leistungen wie Connectivity, Dialup-Services und andere traditionelle Dienste anbieten. Auch wir haben in Zukunft weiterhin einige Telecom-Leistungen im Portfolio. Auf der anderen Seite engagieren wir uns in einem völlig neuen Geschäft, indem wir E-Commerce-Unternehmen die Infrastruktur und Tools offerieren, die sie benötigen. Damit betätigen wir uns in einem Markt, dessen Volumen die Marktforscher in vier bis fünf Jahren auf sieben Billionen Dollar schätzen.

CW: Können Sie diese Tools näher spezifizieren?

BRIGGS: In den nächsten sechs bis sieben Monaten werden wir einen umfassenden Satz an Services vorstellen, die es Geschäftskunden erlauben, sehr schnell ihr Business im Web aufzunehmen. Unser Toolkit wird dabei aus Mikroservices bestehen, die für Anwendungen wie Transaction Processing oder den Aufbau einer E-Commerce-Infrastruktur notwendig sind. Der nächste Schritt sind dann kundenspezifische Lösungen und E-Commerce-Tools.

CW: Welche Veränderungen bedeutet Ihr E-Commerce-Fokus für die Unternehmenskunden?

BRIGGS: Viele unserer Enterprise-Kunden bewegen sich in die gleiche Richtung und wollen sich ebenfalls in Sachen E-Commerce engagieren. Sie untersuchen ihre Supply Chain, ihr Enterprise Resource Planning, um mehr Kundennähe zu erreichen und sich selbst in diesem Markt besser zu positionieren. Wir wollen sie dabei mit neuen Tools unterstützen. Dabei werden zwar immer auch die klassischen Telco-Dienste eine Rolle spielen, doch Punkte wie Application-Hosting oder Co-Location gewinnen an Bedeutung.

CW: Wer sind Ihre größten Konkurrenten in diesem neuen Markt?

BRIGGS: Das ist das Interessante an der Sache: Wir haben keine echten Konkurrenten, die wirklich End-to-End-Lösungen anbieten. Es gibt einige kleine Player, die Teile davon offerieren, aber kein Unternehmen mit einer solchen weltweiten Präsenz, wie wir sie haben.

CW: Was ist mit den großen Telcos wie AT&T? Bewegen diese sich nicht in die gleiche Richtung?

BRIGGS: Ja, nachdem jeder erkannt hat, dass E-Commerce einen großen Teil des künftigen Wirtschaftslebens bestimmt, gehen auch andere Player in diese Richtung. Unsere Fragen an die Konkurrenten lauten: Wo ist die globale Präsenz, wo sind die Hosting Facilities, wo sind die Partner, die wir bereits haben? Nochmal, jeder offeriert Teile, doch niemand weist vergleichbar umfassende Ressourcen auf wie wir.

CW: Was meinen Sie damit?

BRIGGS: Wir besitzen ein globales Netz, wir verfügen über genügend Raum für Hosting-Dienste. Gleichzeitig können wir Kunden wie der Nasdaq unsere Managed Network Services anbieten.

CW: Das sind Techniken, die Sie haben. Was ändert sich aber mit dem E-Commerce?

BRIGGS: Die Telecom-Dienste selbst ändern sich mit dem Siegeszug der breitbandigen Zugänge. Denken Sie nur an Technologien wie Multichannel Multipoint Distribution Services oder Digital Subscriber Line (DSL) und Kabelmodems. All das verändert den kompletten Netzaufbau. Wir bewegen uns weg von schmalbandigen Netzen hin zu Packet Switched Networks. Gleichzeitig sehen wir Entwicklungen wie Voice over Frame Relay, Voice over ATM sowie Voice over IP (VoIP). Diese ermöglichen es, die historische Trennung von Daten und Sprache zu überwinden.

CW: Sie sprechen VoIP an. Wie passt diese Technik in das E-Commerce-Bild?

BRIGGS: VoIP wird künftig eine signifikante Rolle in unserer Infrastruktur spielen. Dabei unterscheide ich zwischen zwei Dingen. Auf der einen Seite haben wir IP-Software und VoIP-Lösungen, auf der anderen Seite Multiservice-Netze, die ATM, Frame Relay und IP für Sprache und Video verwenden.

CW: Welche Auswirkung hat dies auf die Bandbreite in den Netzen?

BRIGGS: Ich glaube, dass die Nachfrage um 800 Prozent pro Jahr steigt. Wenn Sie dies hochrechnen, bedeutet das, dass wir 2003 jeden Tag die heute verfügbare Bandbreite unseres Netzes neu hinzufügen müssen, um die wachsende Nachfrage nach Bandbreite zu befriedigen.