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15.10.2004

"Wir müssen anderen etwas wegnehmen"

Fujitsu-Siemens Computers (FSC) wächst stark, verdient dabei aber relativ wenig. Mit dem seit Juli amtierenden CEO Bernd Bischoff sprach CW-Redakteur Alexander Freimark über die Strategie.

CW: Die jüngsten Halbjahreszahlen lassen darauf schließen, dass das fünfte Jahr von FSC auch das erfolgreichste des Unternehmens wird.

Bischoff: Das sehe ich auch so. Ein Wachstum des Hardwaremarktes gegenüber dem Vorjahr um rund 15 Prozentpunkte ist aber auch viel. An einen derartigen Anstieg kann ich mich überhaupt nicht erinnern.

CW: Rechnet man Ihren aktuellen Halbjahresgewinn von 18 Millionen Euro hoch, könnte ein Jahresprofit von 90 Millionen Euro herauskommen ...

Bischoff: Es ist heute schwer absehbar, wo wir am Ende des Jahres landen werden. Wir wollen auf alle Fälle besser sein als im vergangenen Jahr, in dem wir 62 Millionen Euro Gewinn erzielt haben. Momentan schaut es danach aus, als ob wir auch die Umsätze ausweiten könnten. Allerdings lassen sich Imponderabilien wie die Entwicklung des Dollarkurses schwer vorhersagen, können aber das Ergebnis sehr beeinflussen.

CW: Das Ende des Zwischenhochs im PC-Markt ist erkennbar, Analysten haben ihre Prognosen für 2005 gesenkt, Zulieferer vor schwächeren Geschäften gewarnt. Was erwarten Sie für das kommende Jahr?

Bischoff: Eine Trendumkehr können wir momentan nicht erkennen. Wir wachsen aber auch schneller als der Markt. Alles in allem bin ich weiterhin leicht optimistisch gestimmt.

CW: Mit Europa beliefern Sie einen undankbaren Markt, der ökonomisch schwach und gesättigt ist. Wo sehen Sie Ihre Chancen?

Bischoff: Wenn wir in einem stagnierenden Markt wachsen wollen, müssen wir anderen Anbietern etwas wegnehmen. Das läuft über den Preis oder über Innovationen, die von Wettbewerbern nicht angeboten werden.

CW: Kommt es auch im Enterprise-Segment zu einem Preisverfall, oder gilt das nur für die Consumer-Sparte?

Bischoff: Der Margendruck ist in der Regel dort sehr hoch, wo die Komponenten und die Produkte austauschbar sind. Gegenwärtig setzen wir mit PCs rund 60 Prozent und mit Enterprise-Infrastruktur rund 40 Prozent um. Aber wir arbeiten daran, die Umsatzanteile umzukehren, weil bei der Enterprise-Infrastruktur der Margendruck etwas geringer ist. Sie können sich hier stärker von der Konkurrenz unterscheiden als im Volumenmarkt. Das gilt speziell für vertikale Angebote, bei denen immer die Lösung im Vordergrund steht.

CW: Ihr Ansatz, ausschließlich Hardware zu liefern, wirkt unzeitgemäß verglichen mit den Komplettangeboten Ihrer Wettbewerber. Wieso glauben Sie daran?

Bischoff: Ich behaupte nicht, dass alles aus einer Hand immer schlecht sein muss. Wenn sich alle Anbieter auf komplette Sortimente konzentrieren, sehen wir uns mit Best of Breed sehr gut aufgehoben. Das stärkt auch die Beziehungen etwa zu Accenture und Bearingpoint, die kein Hardwaregeschäft haben. Best of Breed vereint die Stärken von Unternehmen, die ihr jeweiliges Business genau kennen.

CW: Aber mit der Ochsentour im Hardwaresektor verzichten Sie auf höhermargige Geschäfte mit Services.

Bischoff: So könnte man das sehen. Wir nehmen die Herausforderung an, auch im Hardwaregeschäft Geld zu verdienen. Eine unmittelbare Ausweitung des Service-Business ließe sich nur mit einer Übernahme einleiten und nicht durch den langwierigen Aufbau. Einen solchen Deal können wir jedoch erstens gar nicht stemmen, und zweitens haben wir Firmen im Konzern, die bereits IT-Dienstleistungen anbieten. Im Zusammenspiel mit diesen Partnern können wir uns allemal mit Unternehmen messen, die alles unter einem Dach zusammenfassen.

CW: Eine Zusammenlegung von Siemens Business Services (SBS) und FSC könnte klare Fronten schaffen.

Bischoff: In dieser Richtung gibt es gegenwärtig überhaupt keine Gedankenspiele.