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05.03.2008

"Wir müssen die IT sexy machen!"

Der IT-Fachkräftemangel und mögliche Abhilfen waren Thema zum Auftakt des Job- und Karriereforums der COMPUTERWOCHE auf der CeBIT.

Mit einer Arbeitslosenquote von nur rund zwei Prozent haben wir derzeit Vollbeschäftigung in der IT-Branche", sagte Bitkom-Sprecher Thomas Mosch auf der Eröffnung des Job- und Karriereforums der computerwoche auf der CeBIT. Seinen Ausführungen zufolge gibt es rund 18 000 freie Stellen im Bereich Softwareentwicklung und IT-Services. Aber auch die Fachabteilungen suchen IT-Experten - laut Mosch sind zurzeit 25 000 Plätze zu besetzen.

"Die Fachbereiche klauen den IT-Abteilungen die Mitarbeiter", bestätigte Oliver Tuszik, Mitglied des Vorstandes bei Computacenter, die prekäre Lage. Da viele Berufsbilder immer komplexer werden und die IT auch aus Bereichen wie etwa Marketing und Vertrieb nicht mehr wegzudenken ist, entstehen zunehmend in verschiedenen Abteilungen neue Stellenprofile, die auch IT-Kenntnisse umfassen.

IT-Branche braucht besseres Image

Doch woher die IT-Profis nehmen? Von den Universitäten kommen nicht genug Nachwuchskräfte: 2007 beendeten nur 28 360 Studenten ihr Informatikstudium, das sind fünf Prozent weniger als noch im Jahr davor. Wie also kann man mehr junge Leute für ein Informatikstudium begeistern? "Wir müssen unseren Berufsstand sexy machen", so Tuszik weiter. "Und zwar nicht nur, wenn die Konjunktur gut ist, sondern langfristig." Es gehe darum, das Image der IT-Branche zu verbessern. Laut Tuszik müsse man den Studenten klarmachen, dass die Branche Zukunft habe, stabil sei und zu den innovativ-sten der Welt gehöre.

Aufklärungsarbeit sollte in der Schule beginnen

Elisabeth Heinemann, Professorin im Fachbereich Informatik an der Fachhochschule Worms, plädierte dafür, bereits viel früher an die jungen Menschen heranzutreten. Es gehe darum, schon in den Schulen Aufklärungsarbeit in Sachen Informatik zu leisten und den Schülern zu vermitteln, wie vielfältig die Aufgaben der IT sind, etwa vom Programmierer bis zum IT-Berater. Zudem sollten die jungen Menschen früher als bisher darin beraten werden, was gut für ihren persönlichen Lebensweg ist: "Denn von einem sehr gut ausgebildeten, aber unglücklichen Informatiker haben Sie am Ende auch nichts."

Einig waren sich die Diskutanten, dass weiterhin Programmierer ausgebildet werden müssen, die technische Grundausbildung also nicht zu kurz kommen darf. Allerdings müsse auch auf die neuen Anforderungen des Markts eingegangen werden. Unternehmen suchen eben nicht nur Programmierer, sondern vor allem Allrounder, die neben der Informatik betriebswirtschaftliches Wissen, Prozess-Know-how und soziale Kompetenz mitbringen. "SOA wird immer mehr Realität. Wir brauchen Leute, die die Prozesse in Unternehmen verstehen", bestätigte Michael Beutner, Chief Technology Officer bei Consol. Gerade in dieser Hinsicht müssten die jungen Informatiker viel früher ausgebildet werden. "Junge Leute müssen generisch lernen, wie Prozesse funktionieren", fügte Heinemann hinzu. Die Professorin kritisierte, dass viele Universitäten derzeit ihre Pfründe sicherten und zu wenig auf die Anforderungen des Arbeitsmarkts reagierten.

Kontinuierliche Weiterbildung gefordert

In der Konkurrenz um die Talente engagieren sich die Firmen inzwischen viel stärker an den Universitäten, um frühzeitig Absolventen für ihr Unternehmen zu gewinnen. Zudem investieren sie verstärkt in interne Aus- und Weiterbildung. "Wir bilden in Deutschland jährlich 600 neue Mitarbeiter aus", sagte Edgar Aschenbrenner, Mitglied der Geschäftsführung bei HP Services. Mit denen, die ihre formelle Ausbildung schon abgeschlossen hätten, werde in regelmäßigen Zielgesprächen erörtert, wie sie ihr Können aktuell halten könnten. "Weiterbildung muss ein ständiger Prozess sein und darf nicht nur punktuell stattfinden", so Aschenbrenner. (ka)

IT-Karrierethemen auf der CeBIT 2008

Wer sich über weitere Themen rund um die IT-Karriere aktuell auf der CeBIT informieren will, der ist im Job- und Karrierezentrum der COMPUTER-WOCHE genau richtig. Täglich gibt es hier Vorträge und Podiumsdiskussionen. Besuchen Sie uns in Halle 6, Stand C24. Details zum Programm finden Sie hier: www.computerwoche.de/cebit/karrierezentrum sowie in dieser Ausgabe auf Seite 22 und 23.