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22.05.2006

"Wir sehen uns als Manager of Managers"

Die neue Ausrichtung von CA erläutert Zentraleuropa-Chef Thomas Leitner den CW-Redakteuren Heinrich Vaske und Ludger Schmitz.

CW: CA hat in den USA eine ziemlich turbulente Zeit durchlaufen. Zuerst wurde nach dem Bilanzskandal das gesamte Topmanagement ausgetauscht. Und kürzlich hat Ihr Unternehmen Chief Operating Officer Jeff Clarke, Technikchef Mark Barrenchea und zuletzt Finanzchef Robert Davis verloren. Was ist los?

Leitner: Wir haben viele neue Executives im Topmanagement. Dieser Wandel wird von unseren Kunden als Neustart betrachtet. Wir verstehen uns als das größte Re-Startup in der Softwarebranche. Jetzt gab es im neuen Management Veränderungen. Leitende Manager konnten andernorts höhere Positionen bekommen. Derlei wird es immer wieder geben. Für uns ist wichtig, dass CEO John Swainson die Galionsfigur im Unternehmen bleibt.

CW: Hat der Rücktritt des Finanzchefs etwas mit neuen Bilanzierungsproblemen zu tun?

Leitner: Es gibt zwar eine Gewinnwarnung, aber mit Bilanzproblemen hängt der Rücktritt nicht zusammen. Die vorläufigen Zahlen weisen für CA weltweit ein Umsatzwachstum im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahr aus. Und in Deutschland sind wir zufrieden mit unseren Ergebnissen.

CW: CA hat eine Tradition, Firmen aufzukaufen. Ist das unter dem neuen Management immer noch so?

Leitner: Heute übernehmen wir Firmen mit einem anderen Ziel. Es geht nicht mehr darum, sich in Märkte einzukaufen oder Kunden zu bekommen. Wir kaufen jetzt Technologien und füllen unser Portfolio da, wo wir noch Lücken haben. Die Frage lautet immer: make or buy? Die Dynamik am Markt macht es erforderlich, Dinge zuzukaufen. Wir sind finanziell sehr stark und können uns diesen Weg leisten.

CW: Stimmt es, dass im System-Management der Trend weg von großen Frameworks und hin zu modularen Tools geht, und haben die Firmenübernahmen etwas damit zu tun?

Leitner: Eindeutig ja. Wir sehen, dass einer nicht alles abdecken kann. Die Grundlage für diesen Trend besteht darin, dass die IT-Welt extrem heterogen ist. Es gibt sehr viele verschiedene Netzwerke, Plattformen, Betriebssysteme. Jetzt muss man sehen, dass diese Komplexität im IT-Management vereinfacht wird. Wir wollen die verschiedenen Bausteine einbinden, um sie managen zu können. Wir verstehen uns als unabhängiger Management-Layer.

CW: Geht der Trend vom Infrastruktur- zum Service-Management?

Leitner: Ja. IT-Abteilungen, die früher nur Infrastruktur gemanagt haben, sind heute interne IT-Dienstleister, die Verfügbarkeiten liefern müssen. Wir kommen vom System- zum Service-Management.

CW: Wie verändert sich Unicenter angesichts neuer Anforderungen und Wettbewerber?

Leitner: Unsere geschäftliche Basis ist eine stabile, große Unicenter-Kundschaft. Aber Unicenter ist nicht mehr isoliert zu betrachten. Gerade weil alles sehr heterogen ist, braucht man eine Management-Umgebung, die es möglich macht, alle vorliegenden Komponenten modular einzubinden. Wir sind bei Unicenter vom monolithischen Ansatz weggegangen hin zu einem flexiblen, offenen Ansatz.

Wir sehen am Markt eine Nachfrage nach einem Zwischen-Layer im System-Management. Er muss es ermöglichen, alle Betriebssysteme und Infrastrukturkomponenten einzubinden, egal von wem. Unser Ansatz ist, nicht herstellerbezogen zu sein. Wir sehen uns als Manager of Managers, als derjenige, welcher Dinge vereinheitlichen kann. Unsere Welt ist die der Heterogenität.

CW: CA stellt sich in den vier Bereichen klassisches System-Management, Security, Storage und Business Service Optimization auf. Was meinen Sie mit dem letzten Punkt?

Leitner: Er bedeutet, dass wir die IT, Services und die Infrastruktur zur Verfügung stellen, um Business-Prozesse zu unterstützen. Damit ist nicht der Dienstleistungsgedanke gemeint, sondern Services im Sinne von Werkzeugen und Software, um die Prozesse zu ermöglichen. Zu Business Service Optimization gehören Change-, Configuration-, Financial-, Asset-, Portfolio- und Service-Level-Management sowie Helpdesk.

CW: Welchen Beitrag leisten die vier Säulen jeweils zum Umsatz von CA?

Leitner: Der größte Anteil entfällt auf Unicenter, also auf Enterprise Systems Management, auch aufgrund der angestammten Kundschaft. Interessanter als der Anteil sind die Bereiche, in denen wir das größte Wachstum erwarten. Und das sind Security Management und Business Service Optimization. Trotzdem ist für uns das Wachstum im Storage und im Enterprise-Systems-Management wichtig. Vor allem im letzten Bereich sind die absoluten Zahlen hoch.