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21.05.2014 - 

Cisco-Boss Chambers

"Wir werden eine brutale, brutale Konsolidierung der IT-Industrie sehen!"

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Einen "Showdown" in der IT-Industrie prophezeite Cisco-Chef John Chambers in seiner Keynote zum Auftakt der Hausmesse Cisco Live 2014 in San Francisco. No-name-Hardware mit einem einfachen Software-Layer trete gegen klassische Hardwarearchitekturen an. Dabei gehe es nicht nur ums Data Center, sondern auch um Netzinfrastruktur.

Die meisten der heutigen Top-IT-Anbieter seien in zehn Jahren nicht mehr relevant - mit Ausnahme von Cisco natürlich, unkte Chambers. "Wir werden eine brutale, brutale Konsolidierung der IT-Industrie sehen." Das gelte nicht nur für die IT-Branche selbst, sondern auch für andere Industrien. Unternehmen müssten sich transformieren und auf Ende-zu-Ende-Architekturen aus einem Guss setzen, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Cisco-Chef John Chambers gibt sich bei der Live 2014 siegessicher.
Cisco-Chef John Chambers gibt sich bei der Live 2014 siegessicher.
Foto: Cisco

Das Erfolgsrezept von Cisco liegt laut Chambers darin, auf Software-defined Networking (SDN) und sogenannte White-box-Netzhardware mit einer zusätzlichen Softwareschicht zu setzen. Dabei könne es sich beispielsweise um das quelloffene OpenFlow-Protokoll oder um VMwares Netzvirtualisierungs-Plattform NSX handeln. Cisco werde sich mit einer Kombination aus seiner ACI-Plattform (Application Centric Infrastructure) und Third-Party- oder auch selbstentwickelter Hardware behaupten. Die Tage für traditionelles Stand-alone-Netzequipment seien gezählt. "Wir werden der weltweit beste SDN-Implementierer sein und die Industrie anführen", tönte Chambers vor Tausenden von Gästen.

Angesichts zuletzt eher mäßiger Geschäftszahlen sagte Chambers, Ciscos künftiges Geschäft bestehe weniger im Verkaufen von Routern und Switches als im Ausstatten ganzer Konzerne und Behörden mit Netzarchitekturen. Das zweite Standbein würden Software und Services sein, darunter Ciscos "InterCloud"-Angebot.

Chambers bei seiner Keynote zur Live 2014
Chambers bei seiner Keynote zur Live 2014
Foto: Cisco

Beispielsweise gehe es im vielversprechenden Internet-of-Things-Markt (Cisco sagt lieber "Internet of Everything") weniger um Connectivity als darum, die richtige Information an die richtigen Leute zu bringen. Trotzdem versäumte es der marketing-beflissene Cisco-Boss nicht, mehrfach zu erwähnen, dass man für Anwendungsszenarien speziell gehärtete Router mit eingebauter Linux-Funktionalität anbieten könne.

Chambers nutzte zudem die große Bühne, um auf das neue Videokonferenzsystem "DX80" hinzuweisen. Unter dem DX-Brand verkauft Cisco Android-Tablets mit großen 23-Zoll-Screens, die am Büroarbeitsplatz oder flexibel in den Abteilungen genutzt werden sollen. Die Tablets sollen rund 2000 Dollar kosten. Wem ein 14-Zoll-Gerät ausreicht, der ist mit 1000 Dollar dabei.

Für Chambers hat Cisco Zukunft - als CEO will er auch noch nicht so bald aufhören...
Für Chambers hat Cisco Zukunft - als CEO will er auch noch nicht so bald aufhören...
Foto: Cisco

Das DX80 war Teil einer Demonstration von Cisco-Technologien in einem fiktionalen Bahnsystem, wo Kameras, Sensoren und kleine Router entlang des Schienennetzes Informationen für dessen Management sammeln und zur Verfügung stellen. Das Videokonferenzsystem wurde in den Bahnstationen genutzt, wo sich Ticketkäufer am Automaten helfen lassen konnten.

Noch nicht amtsmüde

Obwohl auf der Cisco Live der President of Development and Sales, Rob Lloyd, Ciscos Technologie- und Business-Vision erläuterte, ist CEO John Chambers (64) keineswegs amtsmüde. Er möchte auf jeden Fall zwei weitere Jahre im Amt bleiben. Und damit sich niemand zu große Hoffnungen auf sein Erbe macht, hat der CEO gleich neun Executives als potenzielle Nachfolger ins Spiel gebracht...

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