Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

28.11.2003 - 

Käufer Business Objects will Produkte vereinen

"Wir wollen Crystals Talente halten

MÜNCHEN (as) - Mit einem Angebot an Crystal Decisons von rund 820 Millionen Dollar in bar und Aktien hatte Business Objects im Juli dieses Jahres den bis dato größten Deal im Markt für Business-Intelligence-(BI-)Software eingefädelt. Kurz vor dem formellen Abschluss der Übernahme gab nun das Management erste Details zur künftigen Strategie preis.

Branchenkenner bewerten die Übernahme von Crystal vor allem als Zukauf von Marktanteilen, während sie in den Produktlinien beider Hersteller funktionale Überschneidungen ausmachen, die einen erheblichen Integrationsaufwand zur Folge haben könnten. Ein Irrtum, wie Bernard Liautaud, Gründer und Chief Executive Officer von Business Objects, jetzt im Gespräch mit der COMPUTERWOCHE entgegnete. Natürlich verhelfe Crystal Decisions, das als größter Anbieter im Reporting-Segment gilt, seinem Unternehmen dazu, Konkurrenten wie Cognos nach Marktanteilen zu überholen.

Doch zugleich gewännen die Franzosen mit dem Produkt "Crystal Reports" auch dringend benötigte Technik für das Massenberichtswesen hinzu. "Wir wollten seit langem in den Markt für Enterprise Reporting, konnten aber mit unseren eigenen Produkten die dortigen Anforderungen nicht abdecken." So sei Crystal Reports insbesondere für die Entwicklung und Integration von Berichtslösungen in Unternehmenssoftware ausgelegt und richte sich an die IT. Business Objects hingegen sei bisher wie Cognos oder Microstrategy auf Tools für Ad-hoc-Abfragen und Analysen spezialisiert gewesen, wie sie vor allem von erfahrenen Mitarbeitern in den Fachabteilungen genutzt werden.

Nach dem formalen Abschluss der Übernahme am 11. Dezember im Rahmen der Aktionärsversammlung von Business Objects soll bereits im Januar eine gemeinsame Organisation mit einheitlicher Verkaufsmannschaft stehen. Intern hat dabei künftig der Käufer das Sagen, auch wenn Crystal mit rund 300 Millionen Dollar Umsatz in den letzten zwölf Monaten und einem mittlerweile etwa gleich hohen Neulizenzgeschäft wie Business Objects ein potenter Juniorpartner ist. "Es ist eine Übernahme und kein Merger", betonte Liautaud, "aber wir werden versuchen, die Talente bei Crystal zu halten." Zudem wird es laut Maurizio Carli, Vice President Europe, darum gehen, die sich mit Crystal eröffnenden neuen Absatzkanäle zu nutzen. So verkaufte Crystal bisher in erster Linie über zahlreiche OEM-Partnerschaften und Telesales, während Business Objects über die Hälfte seiner Lizenzen direkt vertreibt. "Wir werden für Crystal Reports das bisherige Vertriebsmodell über Partner beibehalten", sagte Carli. Für alle übrigen Produkte, die weiter parallel erhältlich sind, wolle man den Markt flexibler angehen, wobei man versuchen werden, künftig mehr Systemintegratoren als Partner zu gewinnnen.

Dennoch gibt es laut Liautaud auch konkrete Pläne, wie sich die Tools beider Hersteller in einer Produktlinie zusammenführen lassen sollen. Ohne Details zu nennen, kündigte der Firmenchef an, dass man eine BI-Plattform entwickeln wolle, die Analyse und Reporting in sich vereine und über die sich je nach Bedarf weitere Anwendungsbausteine einsetzen lassen könnten. Eine Ausweitung des Portfolios in Richtung Finanz-Management mit entsprechenden Tools für Planung, Budgetierung und Forecasting sei jedoch nicht geplant, da seiner Ansicht nach solche Funktionen nicht Teil von BI, sondern von ERP-Software sein sollten. Zudem vermeide man so, anders als Cognos, eine Konkurrenz zu Spezialisten wie Hyperion oder zur SAP.

Die Beziehung mit Walldorf ist allerdings auch für Business Objects derzeit nicht sorgenfrei. So nutzt bisher SAP Crystal Reports als Berichtskomponente im "Business Information Warehouse". Nachfolger Business Objects möchte diese Kooperation nun weiterführen, müsse aber rede derzeit viel mit der SAP reden, sagte Liautaud.