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10.04.1998 - 

Interview

"Wir wollen den PC billiger und fast unsichtbar machen"

CW: Cyrix ist bekannt als Anbieter von Intel-Clones. Verfolgen Sie auch nach der Übernahme durch National Semiconductor diese Strategie?

Tobak: Wir konzentrieren uns derzeit hauptsächlich auf zwei Produktlinien. Die eine besteht aus unseren integrierten Bausteinen, die unter dem Namen "Media GX" angeboten werden. Die andere Familie bilden die "6x86-MX"-Prozessoren, von denen wir auf der CeBIT eine Version mit 266 Megahertz zeigten, die in Stückzahlen lieferbar ist.

CW: Welche Märkte wollen Sie bedienen?

Tobak: Mit der Familie der Media-GX-Chips, deren Verkauf im vergangenen Jahr begann, startete die Revolution der PCs unterhalb der 1000-Dollar-Grenze. Nach dem Erfolg, der mit Compaqs "Presario 2100" begann, eröffneten wir Mitte 1997 die nächste Preisoffensive mit PCs für weniger als 800 Dollar.

CW: Soll das in diesem Jahr so weitergehen?

Tobak: Heuer wollen wir die 600-Dollar-Marke unterschreiten. Wohlgemerkt, das sind vollausgestattete Multimedia-Desktops. Die Media-GX-PCs eröffnen dank der günstigen Preise völlig neuen Käuferschichten den Zugang zum PC.

CW: Macht Compaq dabei wieder den Vorreiter?

Tobak: Ich kann zwar keine Kunden nennen, bin jedoch sicher, daß die meisten großen PC-Hersteller im zweiten Halbjahr mit solchen Rechnern auf den Markt kommen werden, zumindest in den USA.

CW: Sie haben sich also für Ihre Prozessoren zwei Preissegmente herausgepickt. Der Media GX für den privaten Einsteiger und für PCs, die zwischen 800 und 1000 Dollar kosten, den 6x86 MX ...

Tobak: ...der immerhin die Leistung von Intels Pentium II bietet.

CW: Aber Intel entwickelt ja ebenfalls weiter.

Tobak: Wir zeigten eine Demoversion eines 6x86-Chips mit einem 100-Megahertz-Bus. Der Prozessor wird mit 333 Megahertz getaktet und im dritten Quartal 1998 in Stückzahlen lieferbar sein.

CW: Wie sieht es mit Produkten für den mobilen Sektor aus?

Tobak: Im Januar haben wir den Media GX mit MMX-Erweiterung in den Compaq-Presarios gezeigt.

CW: Sind für Notebooks Prozessoren geplant, die mit einem 100-Megahertz-Systembus arbeiten?

Tobak: Derzeit nicht. Die Geschwindigkeit des Systembus spielt bei der Media-GX-Familie auch keine so große Rolle, da neben der CPU auch die Systemlogik sowie der Grafikbeschleuniger in einem einzigen Chip untergebracht sind. Dadurch kann der Grafikbeschleuniger mit der Geschwindigkeit des Mikroprozessors auf den Speicher zugreifen. Das ist besonders wichtig für Multimedia-Anwendungen, deren Datensätze nicht in den L2-Cache passen.

CW: Sehen Sie für diese Art von Bausteinen noch andere Einsatzmöglichkeiten als in Notebooks?

Tobak: Natürlich. Diese integrierten, kleinen und kostengünstigen CPUs wären auch interessant für die Mini-Notebooks.

CW: Auch für Set-top-Boxen?

Tobak: Wir zeigen ein solches Gerät mit einem 486-Chip von National Semiconductor. Für eine Weiterentwicklung käme vielleicht der Media GX in Frage.

CW: Sie sprechen Ihre neue Mutterfirma an. Wie läuft die Integration beider Firmen nach der Übernahme?

Tobak: Sehr gut, wir ergänzen uns glänzend. National verfügt über großes Know-how im analogen Bereich und auch über Fertigungskapazitäten.

CW: Wie sieht die Strategie für die Zukunft aus?

Tobak: Wir wollen Kompatibilität zum PC und versuchen gleichzeitig, immer mehr Funktionen in ein Stück Silikon zu packen. In Zukunft werden wir Modem, Super-I/O, Ethernet und sogar analoge Funktionen integrieren.

CW: Intel vertritt die Auffassung, daß die Leistung der einzelnen Komponenten unter einer solchen Bündelung leidet.

Tobak: Wir wollen den Computer immer billiger und nahezu unsichtbar machen. Denn dann läßt er sich überall einsetzen.

CW: Sie streben also eine Top- position im Low-cost-Bereich an.

Tobak: Wir wollen Marktführer bei PC-Einstiegssystemen werden und bei allen Arten von Informationsgeräten. Wenn wir unseren Kunden PC-Kompatibilität anbieten können, dann ist es für sie relativ einfach, neue Systeme zu bauen, die auch Internet-fähig sind. Und das Internet wird der Renner im Consumer-Markt. Wir treten damit aus dem Schatten von Intel und kreieren einen neuen Markt - und der ist gewaltig.