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13.08.1999 - 

Interwiev

"Wir wollen der größte Stellenmarkt werden"

Mit Roland Metzger, Jobs & Adverts-Geschäftsführer, sprachen die CW-Redakteure Alexandra Glasl und Hans Königes

CW: Als Sie 1995 Jobs & Adverts gründeten, gehörten Sie zu den Pionieren der Stellenvermittlung über das Internet. Mittlerweile entsteht dort fast wöchentlich eine neue Jobbörse. Wie beurteilen Sie die neue Konkurrenz?

METZGER: In Deutschland haben wir schätzungsweise bereits einen Marktanteil von 50 Prozent, auf den Umsatz bezogen. Der Wettbewerb spielt sich für uns daher nicht im nationalen, sondern in erster Linie im internationalen Umfeld ab. Unsere Konkurrenten kommen aus den USA, Norwegen oder Großbritannien und heißen Monsterboard, Jobshop oder Topjobs. In Deutschland sind wir mit mehr als 10000 Stellenanzeigen schon Marktführer, wir wollen aber zum weltweit größten Stellenmarkt im Internet werden.

CW: Für die weitere Expansion in Europa setzen beispielsweise Ihre norwegischen Konkurrenten von Jobshop 22 Millionen Dollar Wagniskapital ein. Was halten Sie dagegen?

METZGER:Wir haben uns bewußt gegen Venture-capital entschieden, da wir keinen Investor suchen, der nur darauf bedacht ist, schnell Kasse zu machen. Wir suchen Geldgeber mit längerfristigem Interesse und werden darum im Herbst an den Neuen Markt der Frankfurter Wertpapierbörse gehen. Die obengenannte Summe können wir nicht bestätigen. Um aber im Weltmarkt zu bestehen, sind auf jeden Fall größere Summen erforderlich. Wir wollen vor allem in den USA unsere Position gegenüber den großen Online-Stellenmärkten ausbauen. Zur Zeit sind wir in neun Ländern aktiv, nächstes Jahr wollen wir schon Niederlassungen in 16 Ländern haben.

CW: Planen Sie, nach dem Börsengang andere Jobbörsen aufzukaufen?

METZGER: Akquisitionen im Ausland sind nicht ausgeschlossen. Aber unser Ansatz war und ist es, eigene Töchter in den jeweiligen Ländern zu gründen und auf ein einheitliches Branding mit einer gemeinsamen URL zu setzen.

CW: Reichen momentan Stellenanzeigen aus, oder müssen Sie Ihren Nutzern mehr bieten, um sie bei der Stange zu halten?

METZGER: Unser Ziel ist ganz klar, uns noch deutlicher als Fullservice-Anbieter zu profilieren. Daß heißt, wir wollen zum Thema Bewerbung im Online-Bereich vielseitige Dienstleistungen bieten - allerdings ist darunter keine Personalberatung zu verstehen. Schließlich gehören die Personalberater zu unseren guten Kunden, denen wollen wir nicht ins Gehege kommen.

CW: Was verstehen Sie genau unter einem Fullservice-Angebot?

METZGER: Zum einen wollen wir unseren Nutzern neben Bewerbungstips weitere Inhalte wie Gehaltsvergleiche bieten. Auch multimediale Elemente wie ein Video, das eine Firma als attraktiven Arbeitgeber präsentiert, könnten wir uns in Zukunft vorstellen. Zum anderen wollen wir den personalsuchenden Unternehmen helfen, die Bewerbungen stärker zu kanalisieren. Wir werden weitere Tools oder Schnittstellen zu Personalsoftware und einen erweiterten Online-Bewerbungsbogen zur Verfügung stellen, durch den die Masse an Bewerbungen in einem ersten Schritt gefiltert wird.

CW: Warum sollten sich Kandidaten eigentlich nur noch online bewerben, wenn in den Personalabteilungen oft über die schlechte Qualität von E-Mail-Bewerbungen geklagt wird?

METZGER: Zugegeben, die Qualität vieler E-Mail-Bewerbungen ist gegenüber der traditionellen Bewerbungsmappe noch verbesserungswürdig. Die Standards haben sich noch nicht bei allen durchgesetzt. Aber es hat sich mittlerweile einiges getan. Wir sind dafür, daß die Kandidaten zunächst nur den Bogen ausfüllen und sich per E-Mail bewerben, ohne irgendwelche Attachments anzuhängen, die in den Personalabteilungen oft nicht zu öffnen sind.

CW: Wenn Firmen nur noch über das Internet rekrutieren, werden dann nicht viele, zum Beispiel ältere Bewerber, a priori von diesem Prozeß ausgeschlossen?

METZGER: Es ist richtig, daß die Internet-Nutzer vor allem der jüngeren Generation angehören. Aber die Unternehmen suchen momentan ja auch überwiegend junge Bewerber. Wir haben zudem festgestellt, daß sich die Altersstruktur unserer Nutzer ausweitet. Mittlerweile nehmen auch Leute über 40 Jahre unser Angebot in Anspruch. Besonders stark expandieren darüber hinaus die Zugriffe von Führungskräften, die via Internet nach Jobs suchen.