Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

27.03.1987 - 

Softwarehaus Steeb sieht Gefahr der Abhängigkeit:

"Wir wollen kein IBM-Schatten sein"

Die Steeb Informationstechnik GmbH, Abstatt, als Softwarehaus spezialisiert auf den mittelständischen Markt, hat sich - quasi im Vorgriff auf SAA - Anfang 1987 für rechnerunabhängige Anwendungsentwicklung entschieden. Geschäftsführer Helmut Steeb erläutert die Gründe:

Für uns stand die Intention im Vordergrund, daß wir auf Dauer schier kaputtgegangen wären an der Differenziertheit der Software-Lösungen, wie sie für die /36, /38 und 43XX entwickelt werden müssen. Dazu kommt dann die Angst vor der drohenden IBM-Abhängigkeit. So haben wir in unserem Hause den Bereich Software-Technologie und Anwendungsentwicklung geschaffen und damit die Trennung der Abteilungen nach /36, /38 und 43XX aufgehoben. Das ist im Prinzip bereits der Vorgänger für eine rechnerunabhängige Anwendungsentwicklung.

Wir entwickeln heute beispielsweise Software für die IBM 43XX, portieren diese auf Siemens-Anlagen unter BS2000, auf HP3000 und auf Bull-Systeme. Auf dieser Schiene haben wir seit vier Jahren eigene Tools - sogenannte Convergent-Aids - entwickelt.

Wir wollen uns total abkoppeln von den Herstellern, obwohl wir sehr gut wissen, daß es aus der Sicht der Anwender eigentlich viel einfacher wäre, auf der RPG-Linie zu bleiben. Hier ist jedoch die wirtschaftliche Betrachtung für unser Haus dominierend.

So haben wir künftig für jeden Bereich nur noch ein Paket: ein Finanzprogramm, eine Kostenrechnung, eine Lagerhaltung und einen Einkauf. Wir erstellen eben ein Pflichtenheft mit unterschiedlichen Leistungsstandards und machen dann ein Customizing, bei dem wir die Programme auf die unterschiedlichen Betriebsgrößen heruntergenerieren. Insofern kommt uns SAA - mag die Ankündigung selber noch so fadenscheinig sein - hier entgegen. Vor allem, weil sie diesen Trend verstärken wird, einheitliche Sprachen zu forcieren.

Endziel unseres Bestrebens ist eigentlich Unix. Wir haben zwei Jahre lang recherchiert - die genauen Unterschiede bei den Monitoren, die einzelnen Zugriffsmöglichkeiten der Rechner auf unterschiedliche Datenorganisationen - und haben die ganzen Formalvorschiften studiert, die einzuhalten sind. Dann haben wir einen Programmrahmen geschaffen, der unabhängig von der Hardware ist; wir können also ein Programm hardwarebezogen generieren in den Zugriffsroutinen zu Daten, auf VSAM und später auch SQL, und sind so auch in der Lage, die Terminals zu generieren und die Formalvorschriften einzuhalten. Diese Technik benutzen wir aber nur so lange, bis Unix auf dem Leistungsstandard ist, den wir für unsere Anwendungen brauchen. Wir wollen kein IBM-Schatten sein.