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11.04.1997 - 

Interview

"Wir wollen kein weiterer NT-Anbieter sein"

CW: Im Workstation-Markt wächst der Druck von unten durch Anbieter PC-basierter Rechner. Wie sieht Suns Strategie vor diesem Hintergrund aus?

Trader: Unser Hauptmarkt liegt heute im oberen Leistungssegment. Hier sind wir mit unseren Ultra-1- und Ultra-2-Workstations in mehreren Märkten die Nummer eins. Wir wollen uns aber sowohl in das Top-end als auch in tiefergelegene Segmente bewegen.

CW: Wie wollen Sie das machen? In den unteren Segmenten tummeln sich schon zahlreiche Anbieter NT-basierter Intel-Workstations...

Trader: Wir entwerfen unsere Maschinen, um in diesem Segment mit Wintel konkurrieren zu können. Unser Fokus liegt aber auf der Performance. Die Kunden in diesen Märkten erwarten von uns ein komplettes Angebot für unterschiedliche Anwendungen mit Rechnern in mehreren Preisklassen. Sie wollen die ganze Palette abgedeckt haben.

CW: Momentan sind die Wintel-Anbieter doch sehr erfolgreich in diesem Markt....

Trader: Im Low-end schon...

CW:...aber doch auch zunehmend im mittleren Leistungsbereich...

Trader: Es hängt davon ab, wie Sie den definieren. Wir sehen die Wintel-Anbieter nicht so stark in das mittlere Segment, sondern ins Low-end eindringen. Dieser Teil des Marktes wächst. Ich bin mir aber nicht sicher, ob es dieses Segment überhaupt gegeben hätte, wenn NT nicht auf den Plan getreten wäre. Sun war hier lange Zeit der einzige Anbieter.

CW: Das hat sich inzwischen gründlich geändert. Und das Preis-Leistungs-Verhältnis auf der Wintel-Seite verbessert sich rapide. Eine Maschine mit einem 300-Megahertz-Intel-Prozessor, wie sie noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll, könnte doch ohne weiteres in den mittleren Leistungsbereich eindringen.

Trader: Das könnte natürlich passieren, aber wir wären doch immer einen großen Schritt voraus. Die Kunden wählen in diesem Bereich immer die Maschine mit der besten Performance...

CW: ...es geht aber doch nicht nur um Leistung sondern auch um den Preis, der dafür zu bezahlen ist.

Trader: Für einige Kunden in den unteren Marktsegmenten mag das zutreffen. Aber schon ab dem niedrigeren Mittelbereich kaufen die Anwender immer die beste verfügbare Leistung. Für diese Klientel ist es entscheidend, wie schnell sie ihre Produkte auf den Markt bringen können. Wir zielen mit unserer ganzen Architektur auf eine möglichst gute Applikations-Performance ab. In puncto Cache-Größe oder auch Onboard-Speicher beispielsweise sind wir PCs meilenweit überlegen.

CW: Aber im Low-end benötigen die Anwender diese Höchstleistungen doch gar nicht.

Trader: Nein, dort ist das nicht so entscheidend. In diesem Teilmarkt liegt unser Fokus auch anders: Hier entwickeln wir unsere Systeme im Hinblick auf das Preis-Leistungs-Verhältnis.

CW: Wie wirkt sich das auf Ihr Produktportfolio aus?

Trader: Zum einen haben wir schon vor einigen Monaten die Ultrasparc E angekündigt. Dabei handelt es sich im Prinzip um eine niedrigpreisige Ultrasparc-Workstation.

CW: Wie niedrig?

Trader: Die Sparcstation 5 kostet heute weniger als 10000 Mark. Wir möchten Ultrasparc-basierte Maschinen in diesem Preisbereich anbieten, die eine wesentlich höhere Leistung als die der bisherigen Sparc-Rechner bieten. Und wir werden immer noch eine deutlich bessere Fließkommaleistung erreichen als Intel-basierte Rechner.

CW: Die Fließkommaleistung der Intel-Systeme hat sich drastisch verbessert. Der "Microprocessor Report" schreibt, daß sowohl die Fließkomma-Performance als auch die Integer-Werte und die 3D-Verarbeitungsleistung Intel-basierter Rechner den RISC-Systemen sehr nahe kommen, wenn beispielsweise eine Dual-Pentium-SMP-Maschine eingesetzt wird.

Trader: Nicht im Fließkommabereich. Unsere Leistungswerte liegen immer noch doppelt so hoch.

CW: Zurück zum Low-end. Wie Sie selber sagen, wächst dieser Markt - ganz im Gegensatz zu dem der RISC-Workstations. Inzwischen haben selbst klassische Unix-Anbieter wie HP und IBM NT-basierte Workstations vorgestellt, um ihre Produktpalette nach unten auszubauen. Warum geht Sun diesen Weg nicht?

Trader: Wir konzentrieren uns sehr stark auf Solaris als Betriebssystem. Warum sollten wir einfach nur ein weiterer Anbieter unter den NT-Herstellern sein, wenn wir unseren Kunden mit Sparc-Technik und Solaris einen Leistungsvorteil bieten können.