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12.08.1994

Wird aus Compuserve Microserve?

MUENCHEN (CW) - Die Cray Research Inc. konnte zum ersten Mal eine oeffentliche Ausschreibung fuer ein Supercomputer-Projekt in Japan gegen einen einheimischen Konkurrenten fuer sich entscheiden. Der Hoechstleistungsrechner geht an das von der Regierung finanzierte Tokyo Institute of Technology.

Der Erfolg im Land der aufgehenden Sonne ist insofern von Bedeutung, als sich die Fronten zwischen den USA und Japan wegen nicht geklaerter Handelsuebereinkuenfte zunehmend verhaerteten. Besonders bezueglich eines Arrangements im Bereich Supercomputer hatte es jahrelange Scharmuetzel gegeben. Die Amerikaner warfen den Japanern vor, inlaendische Unternehmen bei Ausschreibungen in schoener Regelmaessigkeit zu bevorzugen, auch wenn die Angebote von amerikanischen Bewerbern guenstiger waren. Insofern spekuliert auch die "Financial Times", ob der jetzt gelungene Deal nicht eher als politische Schoenwetteraktion der Japaner zu werten ist. Die Amerikaner planen naemlich Handelssanktionen, da sie mit Japan keine Einigung ueber die Aufhebung von Handelsbeschraenkungen im Telekommunikationsbereich und bei medizinischen Geraeten erzielen koennen.

Obwohl es 1987 und 1990 zwei bilaterale Vereinbarungen ueber den fairen Wettkampf bei Supercomputern gab und in Japan darueber hinaus ein Board zur Ueberwachung des Handels mit solchen Systemen existiert, war es Cray bislang nicht gelungen, einer japanischen Regierungsstelle eine Maschine zu verkaufen.

Auch ist nicht klar, inwieweit der Sturzflug des Dollars gegenueber dem Yen ein Argument fuer den Kauf darstellte. Immerhin bezeugen japanische Presseberichte, so die "Financial Times", dass der Cray- Superrechner unter anderem wegen des guenstigen Dollarstandes weniger als die Haelfte dessen kostete, was das Tokioter Institut fuer den ebenfalls im Rennen befindlichen NEC-Rechner haette zahlen muessen. Cray machte keine Angaben zu dem Deal.