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19.09.2006

Wird Microsofts Works ein Teil von Live?

Seit Jahren fristet die kleine Schwester von Office ein Schattendasein. Nutzer nehmen sie kaum wahr.

Microsoft möchte das gern ändern. Laut Alan Yates, General Manager für die Strategie der Business-Sparte des Softwarekonzerns, könnte die nächste Version von Works nicht mehr nur lokal vorgehalten, sondern auch gehostet, mit Werbung finanziert und für die Anwender kostenlos angeboten werden.

Works neu ausrichten

Microsoft hat schon vor rund zwei Jahren entschieden, Works eine neue Ausrichtung zu verpassen. Das Produkt-Management wurde von der Home- in die Information-Worker-Sparte unter der Verantwortung von Chris Caposella verlagert, die auch für Office zuständig ist.

Eine Entscheidung über die Vermarktung der nächsten Works-Version, die irgendwann nach Office 2007 erscheinen soll, ist noch nicht gefallen. Generell überlegt Microsoft aber schon seit letztem Jahr, Consumer-Produkte künftig kostenlos online anzubieten und den Umsatz über Werbung sicherzustellen.

"Die Aussichten im Markt für Consumer-Software im Handel sind miserabel", zitiert der Branchendienst "Cnet" aus einem internen Strategiepapier des MSN-Bereichs vom vergangenen Jahr. "Die Größe des Markts nimmt ab, und Verbraucher sind nicht bereit, Anwendungen aus dem Regal zu kaufen."

Was Works betrifft, bekomme der Hersteller im Schnitt zwei Dollar pro Kopie von PC-Herstellern, heißt es dort weiter. Eine Nutzungsdauer von drei Jahren vorausgesetzt, könnte Microsoft das Paket ohne weiteres verschenken, falls es mit den Nutzern mehr als 67 Cent per annum an Werbeeinnahmen verdienen könnte.

Werbung sei aber, so Microsoft-Stratege Yates, "auch eine Art zweischneidiges Schwert". Die meisten Kunden seien eine werbefreie Oberfläche gewohnt und reagierten empfindlich auf ein plötzliches Banner-Bombardement. Eine reine Online-Version von Works sei auch aus anderen Gründen unwahrscheinlich - längst nicht überall auf der Welt gebe es eine ausreichende Netzinfrastruktur.

Viele Modelle für Online-Works

Die "Business Week" hatte zuvor berichtet, Microsoft erwäge für eine Online-Variante von Works sowohl eine kostenlose Version mit Werbung als auch ein Abonnement-Modell. Das Online-Works könnte dann Teil der unter der Dachmarke "Live" zusammengefassten Online-Dienste werden.

Solche Überlegungen gibt es im Übrigen in fast allen Bereichen des Konzerns, nicht nur bei Consumer-Software. "Wenn wir unsere Produktplanung für kommende Versionen machen, denken wir nicht bloß über neue Features nach", sagt Yates. (tc)