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06.10.1989

Wird Nixdorf eine Kienzle-Schwester?

Nixdorf ist Unix-Lizenznehmer von AT&T. Die Software-Kommissare des US-Telefonriesen lassen es sich nicht nehmen, ab und zu nach den Rechten zu sehen - im wahrsten Sinne des Wortes -, ob also die Paderborner brav für alles bezahlen, was sie an Unix-Lizenzen nutzen. Soweit das Vorwort zu unserem Nixdorf-Roman.

Kapitel I: Ein Mister So What trägt sich in einem Paderborner Hotel mit der Firmenangabe "AT&T" ein. Ein Journalist bekommt Kenntnis von der Sache und schließt messerscharf: Hier ist ein Firmenaufkäufer unterwegs. Und so steht dann in der Zeitung: "AT&T will Nixdorf übernehmen." Diese Schlagzeile übernehmen dann andere Zeitungen.

Womit wir im richtigen Leben wären. Es gehört mittlerweile zum gewohnten Pressebild, daß Nixdorf als Übernahmeziel dargestellt wird. Das erlösende Wort ("Wir sind an Nixdorf interessiert") kam von keinem Geringeren als von Hermann Franz, Mitglied des Vorstands der Siemens AG. Die Produktpalette von Nixdorf würde die von Siemens ausgezeichnet ergänzen. Ansonsten, so Franz, sei die Frage hypothetisch: Nixdorf stehe nicht zum Verkauf - und außerdem habe das Berliner Kartellamt etwas gegen diese Übernahme. Viel scheint der Siemens-Boß von Herrn Kartte nicht zu halten. Nicht um einen Was-wäre-wenn-Fall handelt es sich dagegen bei der SPIEGEL-Überschrift: "Mannesmann soll Nixdorf kaufen." Die Deutsche Bank, weiß das Nachrichtenmagazin, habe als Mitfinanzier bereits das Plazet des Nixdorf-Clans eingeholt.

Ein paar Anmerkungen sind angebracht. Noch ist Westfalen nicht verloren. Dringend erforderlich ist jetzt vor allem eine kritische Analyse dessen, was in Paderborn in den vergangenen Jahren falsch gemacht wurde. Da wäre die "Kienzle-Triumph-Adler"-Problematik. Die Erzrivalen von Nixdorf verkörperten in Reinkultur den Typ des MDT-Anbieters, der die Zeichen der Mikro-Zeit nicht erkennen wollte. Die Ähnlichkeiten sind nicht zufällig. Kienzle wurde von Mannesmann übernommen, TA von VW, um dann bei Olivetti zu landen. Die Interessen der Nixdorf-Gemeinde würden in einem Röhrenkonzern wohl kaum richtig zur Geltung kommen. Nur: Als der damalige VW-Finanzchef Thomée Triumph-Adler erwerben wollte, wurde er gewarnt. Folgerichtig hat er's getan. Folgerichtig ... - das hoffen wir denn nun doch nicht.