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18.10.2005

Wird SBS filetiert?

Siemens will Gerüchten zufolge Teile seiner IT-Servicetochter verkaufen. Beobachter sind skeptisch.

Die Zukunft von Siemens Business Services (SBS) bleibt ungewiss. Zuletzt schreckte ein Artikel der "Süddeutschen Zeitung" die Belegschaft auf, in dem es hieß, SBS werde zerschlagen. Demnach werde der Unternehmensbereich Operations Related Services, der Outsourcing-und Business-Process-Outsourcing-Geschäft umfasst, an den französischen IT-Dienstleister Atos Origin übergeben. In dieser Sparte hatte SBS rund die Hälfte des Jahresumsatzes von zuletzt rund 4,7 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das Computer-Joint-Venture Fujitsu-Siemens Computers (FSC) soll dem Bericht zufolge die im Unternehmensbereich Product Related Services (PRS) zusammengefassten hardwarenahen Dienstleistungen übernehmen.

Interne IT bleibt im Konzern

Das seit Jahren kriselnde Projektgeschäft Solution Business werde in der Sparte Automatisierungs- und Antriebstechnik (A&D) aufgehen, die selbst über eine große IT-Einheit verfügt. Die Siemens-internen IT-Leistungen soll demnach künftig der Unternehmensbereich Com erbringen. Knapp ein Viertel der SBS-Einnahmen stammen aus dem Siemens-Konzern, sind also interne IT-Leistungen. Weder Siemens noch SBS bestätigten die Meldung.

"Es geht darum, das SBS ein Portfolio und eine Kostenposition bekommt, die das Geschäft zukunftsfähig machen. Das neue Team unter der Leitung von Christoph Kollatz wird jetzt die angekündigten Maßnahmen umsetzen, um SBS auf eine wirtschaftlich gesunde Basis zu stellen", sagte SBS-Sprecher Jörn Roggenbuck. "Dazu zählen Kostensenkungen um 1,5 Milliarden Euro bis zum Jahr 2007 sowie der Abbau von rund 2400 Mitarbeitern in Deutschland." Zudem hatte Siemens-Chef Klaus Kleinfeld Ende September angekündigt, erst SBS stärken zu wollen, bevor er weitere Optionen in Erwägung ziehe.

Atos Origin zeigt Interesse

Dennoch hat das von der "Süddeutschen Zeitung" skizzierte Modell seinen Charme. Kleinfeld könnte sich des "Problems SBS" portionsweise entledigen. In dieses Bild passen die seit Monaten kursierenden Gerüchte, wonach Siemens und Atos Origin zu Jahresbeginn über einen SBS-Verkauf verhandelt haben sollen. Die Übernahme sei angeblich an der Preisfrage gescheitert. Unbestritten ist zudem, dass Atos Origin einen größeren Einstieg in den deutschen Markt anstrebt. Die bislang vollzogene Übernahme der Karstadt-Quelle-Tochter Itellium dürfte dem ehrgeizigen CEO Bernard Bourigeaud nicht genügen.

Spaltung hat keinen Sinn

Während Finanzanalysten die angeblichen Siemens-Pläne positiv beurteilten, äußern sich IT-Experten skeptisch. "Dadurch, dass die interne IT im Unternehmensbereich Com bleiben würde, derzeit aber mit allen SBS-Bereichen verwoben ist, wäre es sehr schwer, die einzelnen Aufgaben zu trennen", warnt Katharina Grimme, Analystin bei Ovum. Die Vorarbeiten seien immens, zudem gebe es für Siemens keinen Grund, einfache Dienste wie den Rechenzentrums-, Desktop- und Netzbetrieb weiter selbst zu verantworten. "Die meisten IT-Servicefirmen und internationalen Player, die an einer Übernahme von IT-Ausgründungen deutscher Konzerne Interesse zeigen, spekulieren auf den kaptiven Umsatz. Ein Outsourcing-Vertrag mit der Muttergesellschaft wäre das Kronjuwel einer Akquisition." Doch den Einstieg in die interne IT würde Kleinfeld dem Käufer nach Darstellung der Tageszeitung verwehren. (jha)