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03.11.2000 - 

Frost & Sullivan: Unzureichende Telecom-Infrastruktur ist Triebkraft

Wireless Local Loop stößt in Osteuropa auf großes Interesse

FRANKFURT/M. (CW) - Der Markt für Wireless Local Loop (WLL) in Mittel- und Osteuropa birgt ein enormes Wachstumspotenzial. Davon ist zumindest Frost & Sullivan überzeugt. Als Triebfeder nennt die Unternehmensberatung eine unzureichende Infrastruktur.

WLL-Technik überbrückt die letzte Meile zwischen Telefonzentrale und Abonnenten. Per Richtfunk werden mehrere Kunden mit Telefon und Internet versorgt. Auch wo keine Kabel verlegt sind, lässt sich eine solche drahtlose Verbindung einsetzen. In Mittel- und Osteuropa ist der Bedarf an Telekommunikations-Diensten seit der politischen Wende im Jahr 1989 regelrecht explodiert.

Bei einer Gesamtbevölkerungszahl von 305 Millionen und einer Tele-Versorgungsdichte in den dünn besiedelten ländlichen Gegenden von weniger als einem Prozent spielen die Kosten eine große Rolle. Eine Vernetzung mit Kupfer oder Glasfaser kommt daher kaum in Frage. Seit Mitte der 90er Jahre hat sich WLL zur Technologie der Wahl entwickelt, vor allem in Regionen wie Nordsibirien, wo sich auch aus klimatischen Gründen nur schwer Leitungen verlegen lassen. In urbaneren Gebieten muss WLL allerdings gegen traditionelle und neue Netzbetreiber konkurrieren, die derzeit in modernste Kabel- und Glasfasernetze investieren.

Als problematisch erweist sich noch die Frage der Finanzierung. Gerade in jungen Märkten wie Mittel- und Osteuropa spielt die Angst vor Währungsabwertung eine große Rolle bei Investitionsentscheidungen. In Phasen der Instabilität schieben viele Netzwerkbetreiber ihr Engagement auf, weil sie fürchten, die Kosten für die Infrastruktur nicht mehr hereinholen zu können.

In einigen Ländern haben auch Institutionen wie die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und die Europäische Investitionsbank (EIB) Programme zur Modernisierung der Telecom-Infrastruktur finanziert. Damit will man den zehn mitteleuropäischen Bewerbern auf eine EU-Mitgliedschaft unter die Arme greifen, private und unternehmerische Initiativen fördern und Anreize für Mitfinanzierungen und Direktinvestitionen aus dem Ausland schaffen. Dennoch schreiten die Vertragsverhandlungen oft nur langsam voran.

Den Löwenanteil von 81,3 Prozent im mittel- und osteuropäischen WLL-Markt behaupten noch die Systemanbieter. Die Nachfrage nach Grundausstattungen für die Sprachkommunikation wird das Wachstum ebenso vorantreiben wie die zunehmende Penetration mit Datenapplikationen im Business-Bereich. Bis 2006 soll allerdings der Servicesektor stark aufholen. Ende 2000 werden sich der Studie zufolge die Unternehmen Ericsson, Alcatel, Lucent und Innowave ECI als wichtigste Player durchgesetzt haben. Ihre frühe Ausdehnung auf die mittel- und osteuropäischen Märkte hat sich für diese Firmen ausgezahlt.

Abb: Der Markt soll bis zum Jahr 2006 auf über zwei Milliarden Dollar wachsen. Quelle: Frost & Sullivan Report 3885