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25.01.1980 - 

Aufholprozeß der deutschen Industrie abgeschlossen:

Wirkungsforschung im Vordergrund

STUTTGART (CW) - Die Zielsetzungen des geplanten BMFT-Förderprogramms "Informationstechnik" sind grundverschieden von denen des ausgelaufenen III. DV-Programms. Dies bemerkte der Bundesminister für Forschung und Technologie, Dr. Volker Hauff, bei einem Informationsbesuch der IKO SOFTWARE SERVICE GMBH (IKOSS) in Stuttgart. Einen Schwerpunkt werde die Analyse von Wirkungen der Informationstechnik auf Gesellschaft und Wirtschaft bilden. Deshalb wolle man der Wirkungsforschung einen breiten Raum einräumen. Das Hauptaugenmerk solle zunächst auf Problemen der Veränderung in der Struktur des Arbeitsmarktes, aber auch bei der Gestaltung der einzelnen Arbeitsplätze liegen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Wirkungsforschung werde darin liegen, den Einfluß der veränderten Kommunikationstechniken und -gewohnheiten auf die Gesellschaft abzuschätzen. Es stelle sich dabei etwa die Frage, inwieweit bestimmte Formen der technischen Kommunikation zu einer Passivierung des einzelnen und zu einer Auflösung gesellschaftlicher Strukturen - etwa der Familie - beitragen. Darüber hinaus gebe es eine Reihe von gesellschaftlichen Folgen der Informationstechnologien, die eng mit bestimmten technischen Problemen verknüpft seien. Dazu gehörten neben dem bekannten Problem des Datenschutzes - Probleme der Verletzlichkeit und Abhängigkeit der Gesellschaft.

Neben der Akzeptanz im politischen Bereich werde das Programm "Informationstechnik" auch die deutsche Wirtschaft zur Erhaltung ihrer Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit an der Weiterentwicklung der Informationstechnik teilhaben lassen. Sie müsse die modernen Informationstechnologien von Grund auf beherrschen und ihren Fortschritt nutzen können. Deshalb wolle man grundsätzliche Bemühungen fördern. alternative Rechner-Architekturen und -Strukturen zu entwickeln, die auf der Mikroelektronik basieren. Ferner werde man Technologien fördern. mit denen die Software verbessert und hardwareunabhängiger gemacht werden kann. Peter Beyer, geschäftsführender, Gesellschafter, von IKOSS. sieht in dieser BMFT-Zielsetzung eine besondere Chance von Softwarehäusern, auch im Vergleich zu Hardwareherstellern prozentual mehr Fördermittel zu erhalten.

Bundesminister Hauff betrachtet das Hauptziel des III. DV-Programms mit seiner projektbezogenen Förderung, den Leistungsstand der deutschen EDV-Industrie dem internationalen Standard anzugleichen, als erreicht. Künftig müßten hier die Marktkräfte für eine Finanzierung der niveauerhaltenden Maßnahmen sorgen. Eine produktbezogene Förderung werde es künftig nur dann geben, wenn dadurch soziale Probleme in der DV gemindert werden.

Ziel des Informationsbesuchs bei IKOSS, war es nach den Worten von Hauff, sich vor Ort einen Eindruck von der Verwendung der Fördergelder zu verschaffen. Man habe aber auch über die zukünftige Zusammenarbeit geredet, bei der er Ansätze in den Programmen "Informationstechnik" und "Produktions- und Fertigungstechnik" sieht. IKOSS hat seit 1973, einschließlich der bis 1981 bewilligten Projekte, rund 7,2 Millionen Mark an Fördermitteln erhalten. Der Schwerpunkt der Arbeiten lag bei Standard-Software-Produkten für, das rechnergestützte Konstruieren und Fertigen (CAD/CAM). IKOSS beschäftigt sich auf dem Softwaresektor nach Angaben von Beyer vorwiegend mit "High-Technologie", die man bisher, nur mit BMFT-Hilfe habe verfolgen können.