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07.05.1982 - 

Niedersachsen kritisiert "Supermonopol" der Post:

Wirtschaft braucht Telematik Markt

HANNOVER (pi) - Video- und Bildschirmtext, Telefax, Teletexbild. Telefon sowie Kabel- und Satellitenfernsehen sind nach Ansicht des Niedersächsischen Ministers für Wirtschaft und Verkehr Birgit BreueI die entscheidenden Telekommunikationsformen der nahen Zukunft. Die Arbeitsplätze im Telematikbereich seien deshalb "zwangsläufig zukunftsträchtiger und sicherer als viele traditionelle Arbeitsplätze".

In ihrer Ansprache vor dem Zentralverband der Elektrotechnischen Industrie (ZVEI) in Hannover betonte Frau Breuel weiterhin, daß in der Bundesrepublik bereits 35 Prozent der Arbeitsplätze durch den Umgang mit Informationen geprägt werden. Für die Sicherung ihrer Zukunft sei die deutsche Wirtschaft daher auf den Telematik-Markt zwingend angewiesen. Nach Meinung der Ministerin deute sich aber schon jetzt die Gefahr eines Rückstandes an.

In Westeuropa seien 1980 für etwa 2,25 Milliarden Dollar integrierte Schaltungen benutzt, aber nur für 700 Millionen Dollar produziert worden. Während Japan seine Bilanz noch weitgehend habe ausgleichen können, besetzten die USA den größten Teil des Marktes und spielten den "Hecht im Karpfenteich . Eine politische Strategie des technologischen Verzichts werde die Arbeitsplätze noch mehr gefährden.

Für den bundesdeutschen Telematik-Markt sieht Frau Breuel eine positive Entwicklung vor allem durch "politische Blockaden der neuen medientechnischen Entwicklung und die Ausnahmestellung des staatlichen Supermonopols Deutsche Bundespost" verhindert. Für die Innovations- und Investitionsdynamik und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Informations- und Nachrichtenwesens habe dies erhebliche negative Konsequenzen.

Als katastrophal für die Arbeitsplätze und das soziale Miteinander bezeichnete die niedersächsische Ministerin schließlich auch die weitverbreitete Technik- und Fortschrittsfeindlichkeit. Während 1972 noch 60 Prozent der Bevölkerung dem Fortschritt gegenüber positiv eingestellt gewesen seien, lautete die Zahl für 1980 nur noch 31 Prozent Nach Auffassung von Frau Breuel ist es daher eine ungeheuer wichtige Aufgabe, Nutzen und Sinn der Technik wieder deutlicher und verständlicher zu machen.