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13.08.1993

Wirtschaftliche Plattform fuer innovative Services Weg vom Make-or-buy-Denken zu strategischen Allianzen Von Dietrich Feldhusen*

* Dietrich Feldhusen ist Geschaeftsfuehrer der ICR GmbH, Neustadt an der Weinstrasse.

Die uebliche Verwendung der Bezeichnung Outsourcing fuer alles, was im IV-Bereich eines Unternehmens nicht selbst gemacht wird, ist zu ungenau und verwirrt. Outsourcing koennte dennoch die Basis sein, auf der sich manche Visionen an die Realitaet heranfuehren lassen. Grundsaeztlich ist zwischen Downsizing- und Mainframe- Partnerschaften zu unterscheiden.

Eine Vision des Informations-Managements der Zukunft beinhaltet regelmaessig solche Elemente:

- bessere Steuerbarkeit der gesamten Informationsverarbeitung,

- Standardisierung und Rueckzug von den Restriktionen individueller Inselloesungen,

- Anschluss an Innovationsentwicklung,

- reduzierte beziehungsweise transparente Kosten

- Verbesserung der Kosten-Nutzen-Relation,

- Beseitigung von Personalproblemen sowie

- hoehere Sicherheitsstandards

Um eine derartige Vorstellung ganz oder in Teilen zu realisieren, werden zunehmend alternative Organisations- und technische Gestaltungskonzepte der Informationsverarbeitung diskutiert. Alle Diskussionen zeigen das gleiche Ergebnis: Die strategische Wunderwaffe gibt es nicht. Aber: auf der Basis eines neuen Denkens und Handelns sind Loesungsansaetze moeglich, die die Vision des IV- Managements im Rahmen strategischer Allianzen oder Partnerschaften unterstuetzen.

Downsizing-Konzepte versprechen enorme Vorteile - bisher vorliegende Erfahrungen belegen jedoch immer wieder, dass der Initialaufwand die Belastung fuer ein Unternehmen in der Anfangszeit eher erhoeht. In der heutigen Situation der schrumpfenden IT-Budgets und der Forderung, Investitionen sofort in Kostenersparnis umzusetzen, stellt hier die Frage, wie Downsizing wirtschaftlich machbar wird.

Mit Outsourcing bietet sich eine Downsizing-Partnerschaft in folgenden Stufen an:

- Outsourcing der heutigen Host-Loesung mit dem Ziel einer entsprechenden Kostensenkung fuer die Laufzeit des Projektes, um damit Freisetzung von finanziellen Mitteln und Personal fuer die Umstellung zu erzielen.

- Stufenweise Einfuehrung der neuen Organisation mit Hard- und Software-Architekturen bei gleichzeitigem Abbau der Host- Leistungen mit entsprechenden Einsparungen.

- Abloesung der Host-Anwendungen nach Projektablauf und damit auch Beendigung der Kooperation (Outsourcing-Vertrag).

RZ-Leistung hat heute keinen strategischen Stellenwert mehr - ein gut funktionierendes Rechenzentrum ist heute so selbstverstaendlich wie der Strom aus der Steckdose.

Die Dominanz des Mainframes ist vorbei, immer mehr Rechnerleistung wird dezentral erbracht. Falsch aber waere es zu glauben, dass man in absehbarer Zukunft auf Grossrechner verzichten kann - ihr Aufgabenspektrum veraendert sich, und es kommt zunehmend zu einer Koexistenz neuer und alter Technologien.

Hier bieten sich sogenannte Mainframe-Partnerschaften im Rahmen von Outsourcing als wirtschaftliche Loesung an.

Die Entscheidung fuer den Einsatz von Standardsoftware muesste konsequenterweise die fuer Outsourcing nach sich ziehen. Es macht in der Regel fuer den einzelnen Anwender kaum Sinn, ein eigenes Rechenzentrum mit solchen Standardanwendungen und allen damit verbundenen Kostenfaktoren selbst zu betreiben.

Outsourcing bedeutet aber auch, eine langfristige strategische Partnerschaft einzugehen, zunaechst einmal mit dem Ziel, durch Verringerung der Fertigungstiefe der Informationsverarbeitung bestimmte Leistungen effektiver von einem Partner erzeugen zu lassen. Dies beinhaltet ein neues Selbstverstaendnis fuer Dienstleister, die derartige Services anbieten. Gefragt ist Kompetenz bei beiden Partnern und dazu der Informations-Manager, der sich als Koordinator strategischer Allianzen versteht.

Strategische Partnerschaft bedeutet gegenseitige Abhaengigkeit und damit die Notwendigkeit von Interessenausgleich, Fairness, Kompromissbereitschaft und Kooperation.

Hinzu kommt, dass Prozess, Entwicklung, Beziehung und Zielerreichung im Zeitablauf uebereinstimmen muessen. Denn genaue Kenntnis der aktuellen sowie der zukuenftigen Anforderungen eines Kunden ist die unmittelbare Voraussetzung fuer eine erfolgreiche IV-Strategie zur Realisierung der Unternehmensziele.

Strategische Allianzen muessen insbesondere durch innovative Services dem Kunden zusaetzlichen Nutzen bringen, was nichts anderes bedeutet als Kreativitaet auch in der Dienstleistung.