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03.05.1991 - 

Ostdeutsche Betriebe sind ins dritte Glied gerückt

Wirtschaftliche Strukturbrüche prägten Leipziger Messegeschehen

03.05.1991

Die Zeit der Leipziger Messen als Plattform für die Präsentation vermeintlicher Innovativkraft unter den Bedingungen einer zentralen Planwirtschaft gehören der Vergangenheit an. Nicht nur das Konzept der technischen Messe, das sich in einer Gliederung in sogenannte Fachmessen und Angebotsbereiche äußerte, sondern auch eine veränderte Ausstellerstruktur verliehen der Messe 1991 ein völlig neues Gesicht.

Es war nicht zu übersehen: Leipzig hat mit dem Zusammenbruch der früheren politischen und wirtschaftlichen Strukturen seine einstige Bedeutung als Politbarometer, Plattform sozialistischer Prestigedemonstrationen und seine Funktion als Fenster zum "kapitalistischen" Westen verloren. Das neue Gewand, in dem sich die diesjährige Messe zeigte und das gerade den Fachbesucher eher anspricht, konnte allerdings über die wirtschaftlichen Probleme, mit denen sich die Betriebe aus den neuen Bundesländern konfrontiert sehen, nicht hinwegtäuschen. Dies brachte nicht zuletzt die neue Ausstellerstruktur zum Ausdruck. Waren es früher die Kombinate und VEBs aus den Bereichen der Elektrotechnik, Elektronik und des Werkzeugmaschinenbaus, die den Messen ihren Stempel aufdrückten, so geben nunmehr Firmen aus dem Westen den Ton an. Auswirkungen zeigte zudem die nahezu parallel stattfindende CeBIT in Hannover. Nicht nur aus den alten, sondern auch aus den neuen Bundesländern gaben einige Aussteller der Leinestadt gegenüber Leipzig klar den Vorzug. Daß die Besucherzahl drastisch zurückging, lag ebenfalls nicht zuletzt an der CeBIT. Zudem zog es so manchen potentiellen Leiziger Messegänger nach München, wo zur gleichen Zeit die Handwerksmesse ihre Pforten geöffnet hatte.

Trotz verschiedener einschneidender Veränderungen ist jedoch der "Markenartikel Leipziger Messe" nach den Worten des neuen Messedirektors Kurt Schoop "nicht tot". Darüber hinaus scheint in Bonn der Wille vorhanden zu sein, Leipzig als Messestadt aus seiner derzeit schwierigen Lage durch gezielte Finanzspritzen zu helfen. Zwar herrscht bei manch Großem der Computerbranche die Meinung vor, daß Leipzig seine Bedeutung als Messestadt verloren hat und künftig nur noch im regionalen Rahmen tätig sein kann, doch geben andere namhafte Unternehmen der Stadt Leipzig als Messemetropole eine reelle Chance.

Mit Messepräsenz ein Zeichen setzen

Die Siemens AG beispielsweise hatte ihre Ausstellungsfläche demonstrativ erweitert und war mit einem breiten Produktspektrum vertreten - angefangen von der Informations- und Kommunikationstechnik, über den Schaltanlagenbau bis hin zur Verkehrstechnik. Im Mittelpunkt der Informations- und Kommunikationstechnik stand unter anderem die Telekommunikationsanlage System 8818 mit seinen Komponenten und universellen Anwendungsmöglichkeiten. Im diesem Zusammenhang verwiesen Firmensprecher auf die zur Tradition gewordene Messepräsenz des Hauses und die sich daraus ergebenden Verpflichtungen. Joachim Deutschmann von der Ost-Berliner Niederlassung der Siemens Nixdorf Infomationssysteme AG (SNI) betonte zudem, mit dem Engagement in Leipzig erneut "ein Zeichen setzen zu wollen".

Die SNI ist nach eigenem Bekunden mit den in den neuen Bundesländern bislang erreichten Ergebnissen - ausgehend von einem Acht-Punkte-Programm - zufrieden. Das Programm umfaßt unter anderem den Aufbau einer Vertriebsund Service-Organisation in den wesentlichsten Städten Ostdeutschlands, die Einstellung und Ausbildung neuer Mitarbeiter sowie die Kooperation mit Hoch- und Fachschulen sowie Firmen. Maßgeblich für die strategische Arbeit in den neuen