Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

22.04.1977 - 

SCHOLZ REPORT

Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen IX (Kosten-Nutzen-Betrachtungen, Mittelrückflußberechnung)

9. Aus dem Vergleich der Kosten des bisherigen und des zukünftigen Verfahrens ergibt sich der quantifizierbare Nutzen, wenn man von den Problemen der Zinseszinsrechnung einmal absieht. Ergibt sich aus dem Vergleich der Kosten des bisherigen rens eine positive Differenz, so lohnt es sich, das neue Verfahren einzuführen.

Dies sagt jedoch nichts darüber aus, ob das Verfahren auch tatsächlich eingeführt werden sollte. Grundsätzlich liegen an eine Organisation und EDV mehr Anforderungen hinsichtlich der Durchführung neuer Projekte vor, als man gleichzeitig erfüllen kann. Man ist also gezwungen, Prioritäten zu setzen. Hierfür könnte als Maß die Höhe der Differenz zwischen Kosten des bisherigen und des zukünftigen Verfahrens genommen werden.

Allerdings kann die Höhe dieser Differenz nicht als alleiniges Kriterium einer Entscheidung gelten. Es kann durchaus der Fall gegeben sein, daß ein bestimmtes Projekt deshalb nicht durchgeführt werden kann, weil die notwendigen Mittel zur Investition in EDV-Vorhaben nicht zur Verfügung stehen oder andere Investitionen außerhalb der EDV bevorzugt werden sollen.

Auch aus diesem Grunde ist es wichtig, daß man den immateriellen Nutzen eines Projektes in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mit einbezieht, so daß daraus in gewissen Grenzen die Priorität eines Projektes ersichtlich wird.

Kosten-Nutzen-Betrachtungen sollten so aufgebaut sein daß diejenigen, welche über ein EDV-Projekt entscheiden die Aussagen dieser Kosten-Nutzen-Betrachtung auch verstehen.

Es gibt in der Fachliteratur eine Vielzahl unterschiedlicher Verfahren, wie man mit Hilfe von Gewichtungen und Punktwerten die Nutzenermittlung von Projekten quantifizieren will. Diese Verfahren haben jedoch den großen Nachteil, daß sie auf den ersten Blick sehr objektiv aussehen, es in Wirklichkeit aber nicht sind. Ein detailliertes Gespräch mit der Geschäftsleitung hinsichtlich des Nutzens eines Projektes können diese Verfahren alle nicht ersetzen.

10. Es kann durchaus interessant sein, den Mittelrückfluß einer Investition auch im

Bereich der Organisation und EDV zu berechnen. Solche Verfahren sind etwa unter dem Namen "Pay-back-Methode" bekannt. Im Rahmen dieses Reports wird jedoch nicht auf die Grundlagen der Finanzmathematik eingegangen. Der interessierte Leser wird auf die einschlägige Fachliteratur verwiesen.

Da die meisten Kostenschätzungen im Bereich der Organisation und EDV mit mehr oder weniger großen Fehlern behaftet sind, kann man grob vereinfachend den Mittelrückfluß so berechnen, daß man feststellt, wann die Differenzbeträge aus den Kosten des bisherigen und des zukünftigen Verfahrens die Projektkosten überschreiten.

Allerdings muß man bei der Ermittlung der Differenzbeträge berücksichtigen, daß die Amortisationsbeträge schon Mittelrückfluß darstellen. Diese Beträge müssen daher herausgerechnet werden. Wenn etwa ein Projekt 50 000 Mark gekostet hat und die Projektkosten in 5 Jahren wieder hereinkommen sollen so beträgt der jährliche Amortisationsbetrag 10 000 DM. Wenn sich nun aus der Differenzrechnung der beide Verfahren (ohne Berücksichtigung der Abschreibung der Projektkosten) ergibt, daß die jährlichen Vorteile des neuen Verfahrens bei zusätzlichen 15 000 DM liegen, so stellt sich ein Mittelrückfluß nach zwei Jahren heraus. Je Jahr ergibt sich ein Amortisationsbetrag von 10 000 DM und ein zusätzlicher Vorteil von 15 000 DM, so daß sich in zwei Jahren 50 000 DM ergeben.

Kalkulatorische Abschreibung der Projektkosten und Mittelrückfluß sind zwei verschiedene Gesichtspunkte. Mit Hilfe der Ermittlung des Mittelrückflusses kann man versuchen, sein Risiko zu ermitteln. Außerdem lassen sich Rückschlüsse auf die Finanzplanung ziehen.

Dieses sehr einfache Verfahren setzt allerdings schon voraus, daß man die Kosten des bisherigen und des zukünftigen Verfahrens über mehrere Perioden im voraus einzeln hochrechnet, damit man den Zeitpunkt errechnen kann, wo die Differenz aus beiden Verfahren die Projektkosten übersteigt. In vielen EDV-Abteilungen ist aber selbst dies nicht gewährleistet.