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30.04.1981 - 

Wie lange noch?

Wirtschaftsflaute bringt EDV-Konjunktur

Die Krisenstürme, die derzeit über Europa und die USA brausen, haben schon so manchen Baumriesen geknickt, wenn er nicht elastisch ausgewichen ist oder sich entsprechend widerstandsfähige Stützen holte. Das gilt jetzt auch schon für unsere "lnsel der Seligen".

Zu den wenigen Bereichen, an denen die Stürme spurlos vorbeizugehen scheinen, gehören jedenfalls die Computer-Hersteller. Wohl schwanken die Marktanteile, wohl leuchten an manchen Stellen altgewohnte oder neugewonnene rote Zahlen, aber - nehmt alles nur in allem - die Branche als Ganzes zeigt nach wie vor ansehnliche Zuwachsraten in den eingesetzten Stückzahlen und - wenn auch durch den Preisverfall gedämpft - in den Wertzahlen.

Schon zum 1. Jänner 1980 verzeichnete die Statistik für Österreich einen Zuwachs der Zahl der installierten Computer von 22 Prozent innerhalb eines Jahres, was einem Wertzuwachs von mehr als acht Prozent entspricht. Für 1980 liegen die Zahlen nahezu in der gleichen Größenordnung, und wenn nicht alle Zeichen trügen, wird das Krisenjahr 1981 ein Boomjahr für die EDV.

Die Ursachen für diese Entwicklung sind nicht schwer zu eruieren. Neben der technisch-organisatorischen Umstellung auf immer mehr dezentrale Computerintelligenz am Arbeitsplatz ist es natürlich die Krise selbst, die in verstärktem Maß die Betriebe zur Rationalisierung veranlaßt.

Und genau dort sollte man beginnen, dieses Geschehen kritisch zu überdenken, denn es gibt sehr nützliche und sehr gefährliche Rationalisierungsmaßnahmen. Zu letzteren gehört jedenfalls die Illusion, den Rationalisierungseffekt einer DV durch Personaleinschränkungen zu erreichen oder wenigstens zu verstärken. Wer so vorgeht, begeht eine dreifache Sünde:

- Er vergrößert die Widerstände der Benützer gegen das neue System und beeinträchtigt damit selbst den Rationalisierungseffekt;

- er erhöht die Arbeitslosigkeit, verschärft die Krisenerscheinungen und erschwert damit selbst den Konkurrenzkampf;

- er stempelt den Computer zum Job-Killer und erhöht damit die Technikfeindlichkeit der Jugend.

Deshalb sollten gerade Computerfachleute immer daran denken, daß die Technik im allgemeinen und der Computer im besonderen die Rechtfertigung für einen Einsatz nur aus dem Nutzen ableiten können, den die Allgemeinheit wie auch der einzelne daraus ziehen.

(Aus: Mitteilungsblatt Nr. 33 der Österreichischen Computer Gesellschaft, Wien, März 1981.)