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09.12.1988 - 

Fachhochschulvertreter setzten sich erstmalig an einen Tisch:

Wirtschaftsinformatik auf dem Prüfstand

Chancen und Mißstände der Wirtschaftsinformatik an Fachhochschulen nahmen Hochschulvertreter in einem Arbeitskreis unter die Lupe. Perspektiven für die Zukunft skizzieren Professor Rainer Bischoff von der Fachhochschule Furtwangen und Professor Bernhard Kulla, Fachhochschule Regensburg. Vor allem sei direkter Praxisbezug notwendig.

Wirtschaftsinformatik kann nur mit starkem Praxisbezug betrieben werden: Praxissemester, Diplomarbeiten in der Praxis, praxiserfahrene Professoren, spezifische Ausrichtung der Vorlesungen, Übungen und Praktika sind gefragt. Die Fachhochschulen erfüllen diese Anforderungen. Wirtschaftsinformatik ist unter diesem Aspekt neben einer anwendungsbezogenen Wissenschaft notwendigerweise eine anwendungsbasierte Wissenschaft: Planung, Entwicklung, Steuerung und Kontrolle moderner kommerzieller Kommunikations- und Informationssysteme ist ihr Lehr- und Forschungsinhalt. Das geht nicht nur im Forscher-Stübchen, direkter Praxisbezug ist notwendig - bei wissenschaftlicher Fundierung.

Die Schaltzentrale heutiger Unternehmen ist das Kommunikations- und Informationssystem. Der Verantwortliche für dieses System ist zunehmend der Wirtschaftsinformatiker, der integriert ausgebildete betriebswirtschaftliche Generalist und DV-technische Spezialist.

Diese Erkenntnis ist Forschungsträgern und zuständigen Ministerien wohl noch nicht allgemein bekannt. Mißstände im Bereich Wirtschaftsinformatik an Fachhochschulen zeigen dies (siehe Kasten).

In viele hardwareorientierte und in reine Technikbereiche wird Geld hineingepumpt. Die direkte Anwendungsebene Kommunikation und Information wird, bezogen auf die Fachhochschulen, noch vergessen. Vorsorge sollte die Devise heißen, nicht Entsorgung.

Vorstellbar wäre ein sofortiges Bund-Lände-Sonderprogramm "Wirtschaftsinformatik an Fachhochschulen" zur Verbesserung der personellen, gerätetechnischen Infrastruktur. Des weiteren die Erhöhung der Professorenzahl zur Verbesserung des Verhältnisses Anzahl der Professoren zur Anzahl der Stundenten. Umklammernd müßte ein Forschungsprogramm Wirtschaftsinformatik hinzukommen, das die Qualität der Lehre auch in Zukunft halten hilft und - nicht zuletzt, sondern ganz essentiell - Herunterfahren der hohen, diskriminierenden Deputatsbelastung von Professoren an Fachhochschulen.

Professorenzahl muß erhöht werden

Die deutschen Fachhochschulen als eigene, qualitativ gleichwertige Hochschulstruktur neben den Universitäten sind in Europa einzigartig. Die Wirtschaftsinformatik an Fachhochschulen mit siebzehn vollzügigen Studiengängen und zwölf weitere Fachhochschulen mit der Möglichkeit der Wahl des Schwerpunktes Wirtschaftsinformatik sind ein hervorragendes Beispiel für eine anwendungsbasierte Ausbildung in einer noch relativ jungen Disziplin im Hinblick auf den Bedarf des modernen Industriestandortes Bundesrepublik Deutschland.