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13.10.1989 - 

US-Meteorologen greifen auf alte Technik zurück

Wissenschaftler hatten den Orkan "Hugo" immer im Visier

CORAL GABLES (IDG) - Amerikanische Meteorologen vertrauen im Ernstfall lieber ihren altbewährten Forschungsinstrumenten als den neuesten Computer-Technologien: Der Hurrikan "Hugo", der vor kurzem die Karibik und die Küste der Vereinigten Staaten in Atem hielt, und die US-Stadt Charleston in South Carolina völlig verwüstete, wurde frühzeitig mit Hilfe altgedienter Verfahren aufgespürt.

Schon als sich "Hugo" vor der westafrikanischen Küste zusammenbraute, hatte ihn das National Hurricane Center mit Hilfe von Satellitentechnik im Visier. Digitale Aufnahmen des Wettersatelliten "GOES" wurden laufend zu einem IBM-Mainframe in Wallops Island/Virginia gesendet. Dort wurden die Daten in Echtzeit aufbereitet und über den gleichen Satelliten an das Hurricane Center geschickt, wo sie über einen IBM-Rechner abgerufen werden konnten.

Obwohl den Wetterstationen in den letzten Jahren durch die Einführung modernster Computertechnik immer besseres Bild- und Datenmaterial zur Verfügung gestellt wird, vertrauen die amerikanischen Meteorologen bei Stürmen dieser Stärke doch auf herkömmliche Auswertungsverfahren. Sylvia Graff, seit zwanzig Jahren Mitarbeiterin des Hurricane Centers, hält die neuen Systeme für unzuverlässig: "Es wäre in Ordnung, wenn wir einfach Werte eingeben könnten und ein Ergebnis geliefert bekämen."

Herzstück der technologischen Basis im Hurricane Center ist das "Mcidas System", ein meteorologisches Datenverarbeitungsverfahren, das von Raumfahrtspezialisten der Universität von Wisconsin entworfen wurde. Über einen Mcidas-Preprocessor, der in den IBM-Mainframe eingebettet ist, empfängt und verarbeitet das System den wechselhaften Datenbestand, je nachdem, wie ihn der Wettersatellit anliefert.

"Die Technologie, mit der Wetterdaten erfaßt werden, hat sich nicht geändert; wohl aber die Verfahren der Datenaufbereitung" erläutert Kerry Emanuel, ein amerikanischer Professor für Meteorologie. So erlaubt die neueste Software für Wetteranalysen den Beobachtern an Hand von Satellitendaten einen Film über vergangene und zu erwartende Wolkenbewegungen zu erstellen.