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03.10.1975

Wissenschaftler urteilen für Anwender: Wer spricht da von Schmalspur-Computer?

CW-Beright, O. Schulte

KARLSRUHE - "Die mittlere Datentechnik ist heute zu einer eigenständigen Gruppe von Datenverarbeitungsanlagen geworden, die eine bemerkenswerte Wirtschaftlichkeit und Flexibilität aufzuweisen hat. Es ist falsch, ihr Mittelmäßigkeit nachzusagen mit dem unguten Odium von ,nichts Halbes und nichts Ganzes<. Sie ist nicht dadurch entstanden, daß von Großrechnern Abstriche gemacht wurden, so daß ein Schmalspur-Computer entstand. Sie ist vielmehr von unten her - also von der Basis Büroarbeit-- an der von der Datenmenge her mittleren Aufgabenstellung orientiert, eigenständig konzipiert und entwickelt worden unter Verwendung von Technologien, die dem Großcomputerbau entstammen. "Dieses zusammenfassend Urteil fällten Dr . Klaus Dieter Koschnitzki (40) und der Refa-Ingenieur Franz Heitz (46) in einem Beitrag in Heft 3/75 der Zeitschrift "Fortschrittliche Betriebsführung und Industrial Engineering" zum Thema "Einsatzmöglichkeiten der MDT".

Berater des Handwerks

Die beiden Autoren sind Seit zehn Jahren wissenschaftliche Mitarbeiter des Karlsruher Instituts für technische Betriebsführung im Handwerk und beide beschäftigen sich dienstlich und privat seit Jahren mit der MDT. Zu ihren Auf' gaben gehört es, den praktischen Betriebsberatern der Handwerkskammern und Verbande "geistiges Rüstzeug" zu liefern: "In unseren Kontaktseminaren für diese Berater wurden wir immer häufiger nach der MDT und ihren Einsatzmöglichkeiten gefragt." Einer der interessantesten Aspekte ihrer Untersuchungen ergab sich bei der Software (siehe Graphik). Es zeigte sich, daß innerhalb eines Jahrzehnts seit dem Start der MDT bis heute deutlich festzustellen ist, wie MDT-Computer in neue, anspruchsvollere Anwendungen hineinwachsen. Von den "buchhalterischen" Aufgaben der MDT- Gründer weg bewegt sich der Anwendungstrend zu solchen Bereichen, die fertigungsnahe sind.

MDT-Leistung ausreichend

Für die arbeitsplatznahe Datenverarbeitung im kommerziellen Bereich, so die beiden MDT-Experten, genügen die herkömmlichen MDT-Anlagen auch vollauf. Und so interpretieren sie die gemessen an den technischen Möglichkeiten, eher unterentwickelte Leistung mancher MDT-Anlagen positiv: "Die geringere Leistung ist gewollt. Sie orientiert sich an den betriebswirtschaftlichen Erfordernissen. "Sie stellen auch fest, daß ganz allgemein und durchaus erfreulich bei den MDT-Anlagen im Markt von Jahr zu Jahr eine deutliche Verbesserung des , Preis-, Leistungsverhältnisses registriert I werden kann.

Auf die Frage allerdings, ob man MDT-Anlagen uneingeschränkt für den Einsatz In kleinen und mittleren Unternehmen empfehlen könnte, hält das Team unterschiedliche Antworten bereit Heitz: "Das ist kostenmäßig immer kritisch und schwer zu erfassen. Oft werden die MDT-Anlagen ungenügend ausgelastet. Bei Datenverarbeitung außer Haus gibt es klarere Verhältnisse." Dr. Koschnitzki sieht das Problem differenzierter: "Das kommt sehr auf den Einzelfall an. Über den Daumen gepeilt aber sollte man Fertigungsbetrieben mit weniger als 20 Beschäftigten keine eigene Anlage empfehlen. Immer sollten Möglichkeiten der Kooperation zwischen eigener MDT und der DV außer Hause geprüft werden."