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30.10.1987 - 

Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung:

Wissensverarbeitung dringt in viele Anwendungsbereiche vor

MÜNCHEN(pi) - Einen Überblick über ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeiten gab die Gesellschaft für Mathematik und Datenverarbeitung (GMD), Sankt Augustin, in München. Vorgestellt wurden unter anderem die Systeme "Babylon", "Sojus", "Unibase und "X-Aid".

"Babylon" ist ein integriertes Werkzeugsystem für den Entwurf, die Implementierung und den Betrieb von :Expertensystemen. Der Wissensingenieur gibt die Expertise eines Anwenderbereichs in einer der möglichen Formen, die von den Inferenztechniken von "Babylon" unterstützt werden, in die Wissensbasis ein. Inferenzalgorithmen und Benutzerschnittstellen müssen GMD-Angaben zufolge nicht für jede Anwendung neu erstellt werden, sondern lassen sich ohne Änderungen für diverse Problembereiche in Industrie, Dienstleistungen und Verwaltung eingesetzt werden. Beispiele für den Umgang mit dem System werden auf einer Symbolics-Maschine demonstriert.

Als "Software-System für Geschäftsstellen und Kanzleien in der Justiz" ist "Sojus" gedacht. Bei dem Produkt steht nicht die Unterstützung der richterlichen Tätigkeit im Vordergrund, sondern die der ausführenden Einheiten am Gericht. Die Software bietet Support für die Aktenanlage, für Register und Namensverzeichnis, Termine und Fristen, Aktenkontrolle und Aktenversand, Abgaben innerhalb des Gerichts Zählkartenbearbeitung, Textverarbeitung, insbesondere für Schriftstücke wie Ladungen, Urteile, Beschlüsse, Mitteilungen, Statistik sowie die Geschäftsverteilung durch Integration des Geschäftsverteilungsplans in das System.

Basis der Software ist ein anwendungsunabhängiges Kernsystem, auf das die Anwendungspakete für verschiedene Verfahrensarten aufsetzen. So wurde beispielsweise zusammen mit der Siemens AG das Anwendungspaket für die Verfahrensart Zivilsachen entwickelt. Seit Mitte 1987 arbeiten die Kooperationspartner GMD, Nixdorf und das Land Nordrhein-Westfalen an dem Anwendungspaket "Ermittlungssachen" bei der Staatsanwaltschaft. Gezeigt wurden die entsprechenden Applikationen auf einem Siemens- und einem Nixdorf-Rechner.

Bei "Unibase" handelt es sich um ein vom Bundesforschungsministerium gefördertes Projekt, in dem vier industrielle und vier wissenschaftliche Partner zusammenarbeiten. Ziel dieser Kooperation ist die Konzeption und Realisierung einer Software-Produktionsumgebung, die mit Hilfe integrierter Methoden und Werkzeuge den gesamten Prozeß der Entwicklung von komplexen Software-Produkten unterstützt.

Die Kooperationspartner Actis (Angewandte Computertechnik für Informationssysteme), FZI (Forschungszentrum Informatik an der Universität Karlsruhe) und ZGDV (Zentrum für Grafische Datenverarbeitung e.V.) führte diese Systeme auf dem GMD-Stand vor. Präsentiert wurde ferner "Isac", eine Informationsfluß-Symbolik für angewandte Computertechnik. Die Vermarktung des Systems soll über die industriellen Partner erfolgen.

Im Projekt "X-Aid" der GMD-Forschungsgruppe Mensch-Maschine-Kommunikation wird eine wissensbasierte Dialogschnittstelle mit folgenden Hauptmerkmalen entwickelt: Einheitlichkeit der Benutzeroberfläche für verschiedene Büroanwendungen, Anpassung des Systemverhaltens und der Oberfläche an die Kenntnisse des jeweiligen Benutzers sowie Multimedialität der Schnittstelle durch Integration grafischer, akustischer, gestischer und natürlichsprachlicher Kommtmikationsmöglichkeiten.

Die Knowledge Base des Systems enthält Allgemeinwissen über Arbeitsabläufe, Büroorganisation, Geschäftsvorgänge sowie Wissen über spezielle Anwendungen wie Tabellenkalkulation, Electronic Mail und Geschäftsbriefe. Anhand eines ersten Prototypen präsentierte die GMD in München die Benutzeroberfläche von "X-Aid", die Möglichkeiten des Rapid Prototyping mit der für das System entwickelten Wissensrepräsentationssprache "Hal", die Protokollierung und Verfolgung von Handlungsplänen sowie als Anwendung das Arbeiten mit Bürodokumenten und Organisationsmodellen.