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30.08.2002 - 

Drei Komplettlösungen mit integrierter Abrechnung

WLAN-Hotspots demnächst nur gegen Kasse

MÜNCHEN (CW) - Wireless LANs (WLANs) gelten derzeit als die Sportwagen unter den mobilen Breitbandzugängen. Allerdings war es für die Betreiber bislang schwierig, den Nutzern diese Leistung in Rechnung zu stellen. Mit 1stWave, Datenaura und Garderos offerieren nun drei Unternehmen Komplettlösungen mit integrierten Abrechnungssystemen.

An Flughäfen, auf Messen, in Hotels oder Kongress- und Business-Centern schießen sie wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden - die Hotspots, die als öffentliche Wireless LANs den Besuchern einen breitbandigen Zugang zu Internet und E-Mail offerieren. Nachdem die Betreiber erste Erfahrungen mit den meist kostenlos nutzbaren Pilotprojekten sammelten, wollen sie diese nun als zusätzliche Verdienstquellen erschließen. Die hierzu notwendigen Abrechnungssysteme liefern beispielsweise 1stWave, Garderos und Datenaura.

Hotspot und TK-Anlage

Insbesondere für den Hotspot-Einsatz in Hotels hat die im März 2002 als Siemens-Spinoff gegründete Garderos Software Innovations GmbH, München, ihre Software entwickelt. Beim Vertrieb seiner Lösung "Internet Access Control" setzt der Anbieter auf die Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom. Der Carrier integriert die Software nämlich in seine kombinierte TK-Anlage "T-Octopus LAN Wireless Access".

Neben den klassischen Anforderungen an eine TK-Anlage deckt diese Komplettlösung laut Garderos-CEO Hans Christiansen auch die Hotspot-spezifischen Eigenheiten ab. So lasse sich der Zugang zum Internet nach Zeit und Volumen einschränken sowie individuell tarifieren.

Für Wireless Clients wie Notebooks oder PDAs fungiert die Anlage - ähnlich wie die beiden anderen Lösungen - als DHCP-Server und weist automatisch temporäre TCP/IP-Adressen zu. Über VPNs und Tunnels ist auch die Verwendung eigener, fester Internet-Adressen möglich, um dem Anwender vom Hotel aus eine Verbindung zu seinem Firmennetz zu ermöglichen. In Sachen Sicherheit schließt die Garderos-Software mittels "Sticky Portals" unbefugte Benutzer aus.

Während sich Garderos mit seiner Lösung sehr eng an die Telekom-Hardware bindet, können bei der "Wavespot"-Plattform von 1stWave laut Hersteller alle gängigen WLAN-Produkte verwendete werden. Ein typischer Hotspot auf Basis des Wavespot-Systems besteht dabei aus einem LAN mit einer Anzahl von Access Points, die beispielsweise über einer Power-over-Ethernet-Infrastruktur verbunden sind. Ein Switch bündelt dann dieses Netz und leitet die Daten an den Wavespot-Server weiter. Ruft der Benutzer nur lokale Internet-Dienste (etwa Stadtinformationen) auf, welche die Hotspot-Betreiber meist umsonst offerieren, leitet der Server die Daten sofort weiter. Erfolgt dagegen der Aufruf externer, kostenpflichtiger Seiten, so erhält der Surfer die Anmeldeseite des Wavespot-Servers, um sich zu authentifizieren.

Für die kostenpflichtigen Angebote sieht der Waveport drei Abrechnungsmodelle vor, die auch parallel genutzt werden können: Prepayment, Postpayment oder Abopayment.

Drei Abrechungsvarianten

Beim Prepay-Verfahren erhält der Benutzer Tickets, auf denen vorher ein bestimmtes Traffic- oder Zeitkontingent definiert wurde. Bis dieses Volumen aufgebraucht ist, kann der Nutzer den drahtlosen Internet-Zugang in Anspruch nehmen. Eher für den Einsatz in Hotels, Cafés oder auf Kongressen eignet sich laut 1stWave dagegen das Postpayment-Verfahren. Hier wird der Benutzer durch einen Angestellten, etwa die Concierge, manuell freigeschaltet. Am Ende der Benutzung bekommt der Gast dann mit seiner Getränke- oder Zimmerrechnung eine detaillierte Aufschlüsselung der in Anspruch genommenen WLAN-Dienstleistung.

Noch einen Schritt weiter geht das dritte Bezahlverfahren Abopay. Hier kann sich der Surfer in einen Hotspot automatisch und ohne Zutun des Betreibers einloggen. Allerdings setzt diese Variante vo-raus, dass sowohl der Benutzer als auch der Betreiber des öffentlichen WLAN-Zugangspunkts einen Vertrag mit einem Wireless Internet-Service-Provider (W-ISP) besitzen. Dieser rechnet dann die Online-Zeiten oder das Datenvolumen ähnlich wie bei einer Telefonrechnung in regelmäßigen Abständen ab. In puncto Sicherheit verfügt der Wavespot laut Anbieter über die üblichen Features wie Firewall mit Stateful Packet Inspection, Intrusion Detection System oder VPN-Unterstützung.

Strom via Ethernet

Mit "Wireless Connect" offeriert die Hamburger Datenaura ein integriertes Hard- und Softwareprodukt zum Aufbau von Wireless LANs. Zur Vernetzung der Access Points, die etwa die Größe eines Rauchmelders haben, setzten auch die Hamburger auf eine Stromversorgung via Ethernet, so dass lediglich Netzkabel zu verlegen sind. Herzstück des Datenaura-Hotspots ist ebenfalls ein zentraler Server, über den die Benutzer etwa anhand der Zimmernummer, des Namens oder der Kreditkartennummer freigeschaltet werden. Die Abrechnung der Hotspot-Nutzung erfolgt dann entweder nach Online-Dauer, nach verbrauchter Datenmenge oder über eine Tages-Flatrate. Neben den Abrechnungs- und Authentisierungsfunktionen stellt Wireless Connect noch einen eigenen Inhouse-Web-Server bereit. Auf ihm könnten etwa Informationen zum Hotel oder der umliegenden Region hinterlegt sein. Ebenso ist eine Realisierung von Mehrwertdiensten wie Messaging-Systemen oder Video on Demand in Kooperation mit Drittanbietern vorstellbar. (hi)