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27.02.2004 - 

Proxim arbeitet an sprachoptimiertem Switch

WLAN und Handy-Netz wachsen zusammen

MÜNCHEN (CW) - Mit dem "Orinoco-Switching"-System arbeitet Proxim an einem WLAN-Switch, der von Anfang an für die Unterstützung der Sprachübertragung ausgelegt ist. Dabei soll eine nahtlose Übergabe zwischen WLAN- und herkömmlichen Handy-Netzen möglich sein.

Gemeinsam mit Motorola und Avaya hat Proxim eine Switching-Lösung entwickelt, die auch im WLAN-Bereich die Konvergenz von Sprach- und Datenkommunikation realisieren soll. So betont Proxim-Manager Hermann Klein, dass das Orinoco-System im Gegensatz zu anderen WLAN-Switches von Anfang an für Sprachübertragungen ausgelegt sei. Hierzu warte das Gerät mit Funktionen wie einem verzögerungsfreien Roaming zwischen den Funkzellen sowie Load Balancing auf.

Der Clou des Systems, das mit acht, 16 und 24 Ports erhältlich sein wird, offenbart sich jedoch erst in Verbindung mit Telefonen von Proxim-Partner Motorola. "Wenn Motorola im zweiten Halbjahr Dualphones für den Einsatz im WLAN und GSM-Netz auf den Markt bringt, erklärt Klein, "dann kann der Anwender mit ein und demselben Endgerät im eigenen Netz via WLAN telefonieren und unterwegs die GSM/UMTS-Infrastruktur nutzen.

Während unterwegs die klassischen Mobilfunknetze verwendet werden, kommt im Unternehmensnetz dann Voice over IP over Wireless LAN zum Einsatz. Durch die Verwendung von Voice over IP als Protokoll lassen sich die mobilen Telefone in vorhandene VoIP-Telefonanlagen integrieren.

Sollte dies in der Praxis, das Orinoco Switching System ist voraussichtlich ab Sommer erhältlich, funktionieren, dann hätten die drei Partner die seit langem propagierte Konvergenz von Sprach- und Datenwelt sowie von Festnetz und Mobilfunk einen entscheidenden Schritt vorangetrieben. Um die Sprachintegration zu realisieren, musste Proxim gleich mehrere technische Hürden beziehungsweise Beschränkungen der WLAN-Technologie umschiffen.

Stolpersteine bei der WLAN-Telefonie

Den ersten Stolperstein stellt bereits der Wechsel von einer WLAN-Zelle zu anderen dar. Während bei der Datenkommunikation noch kurze Übertragungsunterbrechungen akzeptabel sind, stört dies beim mobilen Telefonieren. Soll keine Beeinträchtigung der Sprachqualität hörbar sein, sind Schaltzeiten unter 250 Millisekunden erforderlich - eine Reauthentifizierung gemäß 802.1x kann jedoch durchaus bis zu zwei Sekunden dauern. Um dennoch ein unterbrechungsfreies Roaming zwischen den einzelnen Funkzellen zu ermöglichen, greift Proxim zu einem Trick: Der Client wird in den benachbarten Funkzellen bereits vorangemeldet, so dass ein Wechsel des Access Points verzögerungsfrei vonstatten geht. Gleichzeitig bewirkt der Switch im Hintergrund ein Subnet-Roaming, damit das Endgerät seine IP-Adresse behalten kann. Hierzu wird der VoIP-Verkehr zwischen den Switches getunnelt, so dass der Switch, an dem das Gespräch ursprünglich initiiert wurde, weiterhin die Steuerung behält. Laut Proxim hat dieses Verfahren gegenüber Mobile IP den Vorteil, dass auf dem Client keine zusätzliche Software benötigt wird. Gleichzeitig gewährleiste das Inter-Switch-Tunneling die nahtlose Weitergabe der Telefonate auch in stark segmentierten IP-Netzen.

Um die Anforderungen der Sprachübertragung hinsichtlich Verzögerungen und Jitter zu erfüllen, hat der Hersteller Mechanismen für die Quality of Services in das System integriert. Hierzu zählen Funktionen wie Load Balancing oder Bandbreiten-Management. Ferner erkennt der Switch laut Proxim Mobiltelefone automatisch und weist diesen Übertragungen im gesamten WLAN-Netz die höchsten QoS-Levels zu.

Vorgriff auf den 802.11e-Standard

Kein Problem sieht Proxim-Manager Klein darin, dass das Unternehmen mit seiner Switching-Lösung etliche Verfahren nutzt, die wohl erst später von der IEEE in Form von Standards wie 802.11e spezifiziert werden. Klein zufolge steht nämlich für die kommenden Standards in den IEEE-Gremien bereits das Grobkonzept, und das abschließende Fein-Tuning der Parameter könne dann per Software-Upgrade erfolgen, um eine Konformität zu den IEEE-Definitionen zu gewährleisten.

Während andere Hersteller wie beispielsweise Symbol beim WLAN-Switching auf spezielle Access Ports setzen, fährt Proxim zweigleisig: Zum einen ist ein spezieller "Orinoco Switching System Access Point geplant, der die WLAN-Standards 802.11 a/b/g unterstützt, zum anderen lässt sich der erst kürzlich vorgestellte Acces Point der AP-4000-Familie nach einem Software-Upgrade ebenfalls mit dem Switch verwenden. (hi)

Abb: Telefonieren im WLAN

Eine Vorauthentifizierung am benachbarten Access Point soll ein unterbrechungsfreies Telefonieren beim Wechsel der Funkzelle ermöglichen. Quelle: Proxim