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07.01.2005

Wo E-Business-Experten unterkommen

Die Absolventen des Berliner Institute of Electronic Business arbeiten bei Softwareherstellern und Agenturen oder machen sich selbständig.

Auch wenn der E-Business-Hype seit Jahren vorbei ist und viele Internet-Startups von der Bildfläche verschwunden sind, gibt es noch Chancen für Experten, die sich auf das Thema E-Business spezialisiert haben. Diese Erfahrung hat das Institute of Electronic Business (IEB) gemacht, das 1999 an der Universität der Künste Berlin gegründet wurde und etliche erfolgreiche "Diplom Designer Electronic Business" hervorgebracht hat.

Ein Beispiel ist Ulrich Künker: Nach seinem Abschluss im Herbst 2003 stieg er in der Marketing-Abteilung des Content-Management-Herstellers Saperion AG ein, für den er schon während des Studiums arbeitete und so seine Fähigkeiten unter Beweis stellen konnte. Als Vorteil empfand der 29-Jährige die strikte Praxisorientierung des Studiengangs: Die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ist eng, da Unternehmen wie Saperion als Stiftungsmitglieder den Studiengang nicht nur mitfinanzieren, sondern auch Praktikumsmöglichkeiten anbieten. Jeder Studentenjahrgang hat sein spezielles Praxisunternehmen, mit dem über vier Semester lang Projekte in allen Fächern realisiert werden.

Die einschlägige Berufserfahrung war auch für Alexander Plum (28) die Eintrittskarte zum Job. Als er seine Diplomarbeit zum Thema "Internal Branding" abgab, unterschrieb der IEB-Absolvent seinen Vertrag bei der Kommunikationsagentur Publics Berlin, die zu den Gründungsmitgliedern des Instituts gehört. "Ich hatte bei der Agentur schon frei als Vertretung im Bereich Interactive gearbeitet", erzählt Plum. Für ihn ist das Besondere am Studium Electronic Business, dass bei Praxisprojekten Studenten zusammenarbeiten, die verschiedene Vordiplome und praktische Erfahrungen haben. "Das bringt eine Sicht auf die Dinge, die eben nicht aus dem Elfenbeinturm kommt. Man beschäftigt sich mit realen Problemen, analysiert sie und sucht E-Business-Lösungen."

Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Geschäftsidee

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Publizisten, Informatikern, Designern und Betriebswirten während des Studiums brachte Ben Künkler auf eine Geschäftsidee. Der Student des Gründungsjahrgangs 1999 knüpfte aus Kommilitonen verschiedenster IEB-Projektgruppen das professionelle Netzwerk spazio.de, das angefangen von Architektur und Datenverwaltung über Online-Advertising und -Marketing bis hin zu Softwareentwicklung und Datenbank-Management die verschiedensten Dienstleistungen anbietet. Die Mitglieder des Netzwerks arbeiten zwar auf eigene Rechnung, aber gemeinsam für ihre Kunden.

Für Institutsdirektor Thomas Schildhauer ist das erfolgreiche Auftreten seiner Absolventen eine Bestätigung der konzeptionellen Ausrichtung des Studiengangs. "Es ist eine tolle Story, dass an die 90 Prozent unserer Absolventen entweder einen anspruchsvollen und zumeist auch lukrativen Job bekommen oder ohne Probleme zu Promotionsstudiengängen weltweit angenommen werden."

Für die Relevanz des Studiums spreche auch, dass das Institut von Unternehmen wie Audi, Bayer, BMW, EnBW, Daimler-Chrysler, E-Plus, Logica CMG, Microsoft, Publics, Saperion, Siemens oder Vattenfall finanziert wird. So kann sichergestellt werden, dass keine Studiengebühren anfallen. (am)