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27.11.1974 - 

Tuning-Spezialisten und Systemplaner fragen:

"Wo im System stecken Reserven?"

Man kann die Leistungsfähigkeit eines Computers messen. Man kann die Meßergebnisse interpretieren und dann durch Tuning-Kniffe den Ablauf der Programme verbessern. Wie man das macht, war kein Geheimnis für die 115 Meßspezialisten, die sich Ende Oktober in Columbus, Ohio, trafen. Aber wo stecken noch zusätzliche Reserven?

Darauf lag das Hauptgewicht der Referate und Diskussionen der CPEUG (Computer Performance Evaluation Users Group), einer Arbeitsgruppe unter der Schirmherrschaft des National Bureau of Standards.

Der CPEUG-Sprecher Jerry Hammett beschwor seine Zuhörer, es sei an der Zeit, daß die Performance-Spezialisten Inventur machten über ihre Ziele und Werkzeuge sowie vor allem über ihre Verantwortlichkeit denen gegenüber, die wiederum für die Computersysteme verantwortlich sind. Er forderte die Entwicklung von Techniken, die Leistungsparameter liefern, die auch von Nicht-Meßspezialisten verstanden werden.

Torpedierung der Hardware-Erweiterungen

Man stünde den Meßverfahren allgemein sehr skeptisch gegenüber, erläuterte ein Verwaltungsdirektor des Staates Ohio. Man glaube, diese Verfahren dienen in erster Linie dazu, um Hardware-Erweiterungswünsche zu torpedieren.

Diese Vorurteile gelte es abzubauen. Außerdem lieferten die gängigen Monitoren einen Output, der entweder zu generell oder zu speziell wäre. Einen Mittelweg hätte man noch nicht gefunden.

Als Ausweg aus diesem Dilemma wurden die sogenannten "Kiviat Graphs" angeboten, die von einem Rechner mit Plotter in vielen Variationen präsentiert wurden. Sie stellen eine Möglichkeit dar, das Management mit Hilfe von einfachen, sternförmigen Mustern über die Leistungsfähigkeit ihres Systems zu informieren.

Simulation liefert System-Daten

Michael Morris, ein unabhängiger Performance-Spezialist, ging noch einen Schritt weiter. Er schlug vor, ein einfaches Nummernsystem zu entwickeln, das gleichsam Zensuren erteilt, wie "gut" oder wie "schlecht" ein Computersystem arbeitet. Man solle die komplexen Meßergebnisse normalisieren und in einer Skala von 0 bis 100 unterbringen. Auf zehn Punkte mehr oder weniger käme es dabei nicht an. Was für die Meß-Profis äußerst fragwürdig wäre, könnte dennoch den EDV-Managern entschieden weiterhelfen.

Es wäre auch nicht nötig, ständig gänzlich neue Performance-Software zu entwickeln, führte Allen G. Pomerantz von der Sun Oil Company aus. Den Sun-Oil-Spezialisten wäre es gelungen, das GPSS (General-Purpose-Simulation-System) von IBM so zu erweitern, daß damit das Modell eines Computersystems generiert werden könnte.

Demnächst wäre man in der Lage, mit höchstens zehn Prozent Abweichungen alle gängigen Leistungsdaten zu simulieren, wie Auslastungsgrad und Durchsatzraten, Änderungen von Blockungsfaktoren, Job-Klassen und Prioritäten und deren Auswirkungen auf CPU-Belastung, Kanalbelastung und Magnetspeicherzugriffszeiten.

Performance-Spezialisten müssen kooperieren

Die Vertreter zweier staatlicher Organisationen (Fedsim - Federal Computer Performance Evaluation und FAA- Federal Aviation Administration) lieferten einen Erfolgsbericht über die dreihundertprozentige Verbesserung eines Manpower Informationssystems. Man hatte zwei Gruppen von Spezialisten zusammengebracht: Fedsim stellte Performance-Spezialisten zur Verfügung und FAA brachte Organisatoren ein, die mit der Logik der Anwendungsprogramme vertraut sind. Die Verbesserungen, die gemeinsam erarbeitet wurden, wären weitaus effektiver, als die Ergebnisse, die man von zwei getrennt arbeitenden Gruppen hätte erwarten können.

Die zusätzlichen Reserven stecken also in der Entwicklung von Standards, in der sinnvollen Nutzung von bewährter Software und in der besseren Zusammenarbeit von Performance-Profis einerseits und den Anwendungsspezialisten und dem Management andererseits.