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Wo ist der pragmatische Allrounder?

24.01.2008
Mittelständler suchen den SAP-Beratertypen, der Prozess-, Customizing- und Entwicklungskompetenz auf sich vereint.

Wir finden nach wie vor gute Berater und Softwareentwickler", betont Bülent Uzuner, Vorstand der BTC Business Technology Consultant AG aus Oldenburg, "der Markt ist allerdings enger geworden, und es bedarf größerer Anstrengungen, sie zu gewinnen". Der SAP-Dienstleister BTC mit rund 1000 Mitarbeitern sucht derzeit 130 IT-Fachkräfte - möglichst mit Branchenwissen etwa für den Automotive-, Kommunalbereich oder aus der Energieversorgung.

Verändertes Anforderungsprofil

Eine wachsende Rolle spielt die branchen- und kundenspezifische Anpassung der Software an die jeweiligen Unternehmens- und Logistikprozesse. Das ist für Jürgen Rohrmeier, Senior Partner und Mitglied des Vorstands in der Personalberatung Pape Consulting Group aus München, auch ein Grund, warum sich das Anforderungsprofil an technische Berufe wie Programmierer, Entwickler, Softwarearchitekten oder SAP-Spezialisten "dramatisch geändert hat". Rohrmeier erläutert: "Heute nimmt der Kunde auf die IT-Lösungen einen viel stärkeren Einfluss als in der Vergangenheit, das heißt, auch ein Entwickler muss in der Lage sein, mit dem Kunden zu sprechen."

Geschäftsführer Wilfried Hübl vom IT- und SAP-Dienstleister Bebit Informationstechnik GmbH aus Mannheim bestätigt diesen Trend: "Unser Geschäft wird vom Kunden getrieben und erfordert Mitarbeiter, die dessen Sprache sprechen und sein Vertrauen gewinnen." Natürlich ist auch Technikwissen gefragt, aber da sind sich die Fachleute einig: Auf einer soliden IT-Grundausbildung lässt sich Technik-Know-how während des Jobs aufbauen und weiterentwickeln. Doch das reicht heute in der Regel nicht mehr aus. Hübl betont: "Als mittelständischer IT-Dienstleister suchen wir den Beratertypus des pragmatischen Allrounders, der Prozess-, Customizing- und SAP-Entwicklungskompetenz in einer Person vereint." In Stellenanzeigen findet man deshalb auch immer öfter den Begriff des "Development Consultant".

Für den Personalberater Rohrmeier manifestiert sich in dieser neu kreierten Funktion der fundamentale Wandel, den die IT-Dienstleister und damit auch die Anforderungen an Bewerber in der vergangenen Dekade erlebt haben: "Vor rund zehn Jahren waren die Funktionen in den IT-Dienstleistungsunternehmen noch sehr stark unterteilt, etwa in reine Berater- oder Entwicklerfunktionen." Inzwischen wird jedoch kein Entwickler mehr fürs stille Kämmerchen gesucht.

Das hat zur Folge, dass die technischen Fähigkeiten, die ein Bewerber mitbringt, zwar nicht unerheblich sind, aber die "Softskills" eine viel wichtigere Rolle spielen als früher. Kompetenzen wie Kommunikations-, Team- oder Präsentationsfähigkeiten lassen sich allerdings nicht aus den Abitur- oder Hochschulnoten ablesen - ein Kriterium, das für viele Entscheider heute aber immer noch zu den wichtigsten zählt. BTC-Vorstand Uzuner kann das nicht nachvollziehen: "Das wird in Deutschland gerne falsch gemacht; es wird zu sehr auf den IQ geachtet." Der Vorstandsvorsitzende aus Oldenburg, der innerhalb des unternehmensinternen New-Talent-Programms Kandidaten direkt anleitet, plädiert für eine "Balance aus IQ und EQ". Die "Emotionale Intelligenz" macht für ihn erst die Persönlichkeit aus, die heute auch im stark technisch ausgerichteten Berufsbild der IT-Fachkraft gefordert wird.

Arbeiten an der Persönlichkeit

So bekommen betriebsspezifische Trainingsprogramme eine besondere Bedeutung, die neben der fachlichen Weiterbildung auch die Persönlichkeitsentwicklung ins Visier nehmen. "Weiterbildung ist fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur", betont Hübl. Für Uzuner gehört die interne Ausbildung so und so zu den ureigensten Aufgaben eines Unternehmens - nicht nur in Auftragshochzeiten: "Die Personalentwicklung ist keine Eintagsfliege, sondern eine Daueraufgabe." (hk)