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08.08.1975

Wo kann man noch rationalisieren ?

Erwin Svoboda, Dipl-Kaufm.-Vers. Techn. Vorstandsmitglied der D.A.S Deutscher Automobil Schutz

Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG.

In der Wirtschaftsausgabe der Frankfurter Zeitung "Blick in die Wirtschaft" vom 30. 7. 75 standen unter gleicher Überschrift einige recht interessante Hinweise zur Notwendigkeit und zu den Möglichkeiten der Rationalisierung. Die Ausführungen gipfelten in der Feststellung, daß sich die Rationalisierungsbestrebungen der Firmen - insbesondere der Fertigungsbetriebe - vor allem auf die Einsparung von Personalkosten richten, obwohl gerade dieser Bereich in wirtschaftlich geführten Firmen fast ausgereizt ist.

Bei der Analyse der verschiedenen Kostenarten unterscheidet man zunächst zwischen Personal- und Sachkosten. Die Personalkosten sind heute in der Regel fast unbeeinflußbar, da die Höhe der Entgelte durch die Tarifpartner maßgeblich mitbestimmt wird und dem Anheben der Produktivität am Arbeitsplatz je nach Stand der Mechanisierung oder Automation Grenzen gesetzt sind.

Einen nicht unwesentlichen Kostenfaktor der Verwaltungskosten im engeren Sinne stellen in modernen Firmen die EDV-Kosten und von diesen wiederum die Maschinenmieten dar.

In diesem Jahr hat uns die IBM zum erstenmal eine Mieterhöhung ohne gleichzeitige Leistungssteigerung des Systems beschert. Diese "Trendwende" und die uns vom Staat zugebilligte Investitionszulage veranlaßte uns wieder einmal, nach Einsparungsmöglichkeiten auf diesem speziellen Sektor zu suchen. Zur Information sei angemerkt, daß wir eine IBM 370/145 mit Fremdperipherie in mehreren Schichten fahren. Die Anlage selbst war nie überdimensioniert, die Kapazität immer knapp bemessen, rechenintensive Programme werden in Assembler geschrieben; der Durchsatz der Anlage wurde schon vor Zurverfügungstellung des Spoolbetriebs als Standard durch ein hausgemachtes, fast ebenso wirksames Verfahren unterstützt. Der Bedarf an Operatoren wird durch Fahren von nur Standardabläufen im Schichtbetrieb in engen Grenzen gehalten.

Die Miete ist wegen der kurzfristigen Festlegung für uns Anwender eindeutig die bequemste Form der Zusammenarbeit mit dem Lieferanten. Selbstverständlich beinhaltet die Miete neben der Abschreibung, den Wartungskosten und den sonstigen - noch verbliebenen - kostenlosen Dienstleistungen auch eine Risikoprämie dafür, daß der Kunde sich vorzeitig zum Austausch gegen ein anderes Modell oder zur Rückgabe entschließen kann. Wie groß der Unterschied zwischen Miete und Kaufpreis ist, kann jederzeit durch eine Amortisationsrechnung für eine gekaufte Anlage ermittelt werden. Diese Differenz erscheint reizvoll, jedoch ihre Realisierung bedeutet die Übernahme eines Risikos. Wie lange paßt die Anlage noch für uns, und was wird der technische Fortschritt bringen?

Wie lange eine Anlage den Anforderungen einer Gesellschaft entsprechen wird, kann in der Regel mit ausreichender Sicherheit beantwortet werden, wenn man das Wachstum der eigenen Gesellschaft und die veränderten qualifizierten Anforderungen an die Maschine beurteilen kann. Noch immer birgt die Voraussage des technischen Fortschritts Unsicherheitsfaktoren. Es ist schwer abzusehen, was für Neuerungen die Lieferanten in den nächsten Jahren zu bringen beabsichtigen - abgesehen davon, daß nicht jeder technische Fortschritt für jede Firma wirtschaftlich zu nutzen ist.

Eindeutige Vorteile für den Kauf eines Systems zeigt die Gegenüberstellung zur Miete, sofern die Anlage fünf Jahre genutzt werden kann. Da für die Peripherie eine Voraussage für diesen Zeitraum auch heute noch sehr schwer ist, die Zentraleinheit in der Regel den größten Brocken darstellt, haben wir uns für den Ankauf einer CPU entschlossen. Nicht unwesentlich wurde unser Entschluß durch die Gewährung einer Investitionszulage unterstützt, obzwar diese nach Ansicht des DlHT-Präsidenten Wolff von Amerongen zu kurzfristig angelegt wurde, haben doch, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung ermittelt hat, die Autobranche und die Hersteller elektrotechnischer Investitionsgüter eine nicht unbeachtliche Belebung durch sie erfahren. Wir haben auch mitgemacht.

Selbstverständlich haben wir auch vor der Kaufentscheidung das Leasen einer Zentraleinheit geprüft. Da das Risiko durch das Leasen des Kaufgegenstandes für uns nicht geringer geworden wäre und unsere eigenen Mittel es erlaubten, haben wir auch noch die Vorteile der Differenz zwischen Kauf und Leasing mitgenommen.

Insgesamt bringt die Kaufentscheidung für unsere Gesellschaft pro Jahr eine Einsparung von gut 300 000 Mark .