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24.06.1977

Wo liegt das Geschäft der Mini Computer- Hersteller?

Vielen Klein- und Mittelbetrieben stellt sich jetzt die Frage: Mit welchem Hersteller lassen wir uns ein? Auf der einen Seite ist eine respektable Konfiguration mit Platte und Bildschirm bereits für 80 000 Mark zu erhalten und auf der anderen Seite eine für 150 000 Mark. Was habe ich bei dem einen für Nachteile und beim anderen für Vorteile?

Die Sache ist relativ einfach zu erklären, aber so mancher 10 000er wurde "verbraten", weil jemand das nicht wußte. Im Prinzip gibt es auf diesem Markt der kleineren Systeme drei Gruppen von Herstellern, wobei einzelne Hersteller in verschiedenen Gruppen auftreten können:

1. Ein Hersteller liefert Hardware und Software und übernimmt selbst die Wartung des gesamten Systems. Er liefert direkt an den End-Kunden. Hierzu gehören die mit der mittleren Datentechnik großgewordenen deutschen Firmen ebenso wie die Groß-Computer-Hersteller, also: IBM, Siemens, Philips, Nixdorf, NCR, Wang, Olivetti, Kienzle, Diehl. Diese Firmen akquirieren ihre Systeme damit, daß sie komplette Anwender-Lösungen anbieten, hie und da Einsatz-Unterstützung bieten und natürlich einen Wartungsdienst haben.

2. Dann gibt es den typischen Mini-Computer-Hersteller, der eigentlich nur die Hardware liefert. Hierzu gehören: DEC, HP, DG, Inderdata, CAI, Dietz, Varian usw. Diese Systeme kann man bei den Herstellern oder deren Vertriebsorganisationen direkt

kaufen, und das geschieht vorzugsweise im wissenschaftlichen Bereich. Hier entsteht gegenüber der ersten Gruppe ein großer Preisunterschied. Diesen machen sich nun wiederum sogenannte System-Häuser zunutze, die die Hardware kaufen, sie mit spezieller anwenderspezifischer Software versehen und dann an den End-Kunden weiterverkaufen. Hierzu gehören die Firmen Herzke, Strässle, GFS-Schreibelektronik, Dataplan, Ruf und viele andere.

3. Diese Gruppe von Herstellern liefert direkt an den End-Kunden die nackte Hardware und empfiehlt das Hinzuziehen eines Software-Hauses, das nun seinerseits einigermaßen günstig kalkulieren kann, weil es in bezug auf die Hardware nicht haftet. Hierhin gehört die Firma MAI, aber auch Data-General mit seiner neuen Cobol Maschine CS 40, DEC und HP. Das hinzugezogene Software-Haus erstellt dann anwenderspezifische Software oder verfügt manchmal über Standard-Software, die für einen speziellen Anwender nur angepaßt werden muß. Gerade für MAI-Rechner bietet sich das an, weil die dort verfügbare Programmiersprache Basic mit dem zugehörigen Betriebssystem für weite Bereiche kommerzieller Anwendungen gut geeignet ist.

Es ist also im Prinzip die Art der Zusammenarbeit mit dem Hersteller, die den Preis letzten Endes ausmacht. Möchte man das ganze System haben - einschließlich Software und Wartung - und das ganze aus einer Hand dann lautet die Empfehlung: Gruppe 1. Häufig bestehen auch hier standardisierte aber parametrisch anzupassende Programmsysteme (Generatoren), wie das modulare Anwender-System ("MAS") von IBM, "Firm" von Nixdorf oder "EFAS" von Kienzle. Hat der Kunde Spezial-Probleme, etwa bei mathematisch-technischen Berechnungen im Baubereich oder möchte er ein Schreib-Computer-System haben, so wendet er sich vorzugsweise an ein Systemhaus, das zudem noch die Lieferung aus einer Hand garantiert. Möchte ein Anwender die Software selber entwickeln, weil er

dafür das Personal und das nötige Know-how hat, kann er beim Minicomputer-Hersteller selbst kaufen. Diese Lösung ist für die Minicomputer-Hersteller die bequemste. Sie räumen dann zwar hohe Stückzahlen-Rabatte ein, aber sie haben mit der Betreuung des Kunden und der Wartung des Systems im Prinzip nichts mehr zu tun. Ein anderer Gesichtspunkt spielt im Minicomputer-Bereich eine größere Rolle, als im Bereich der Großrechner: Die Systeme werden nicht vermietet sondern nur verkauft. Bestenfalls vermittelt der Hersteller eine Leasing-Gesellschaft, die das System dann finanziert.

*Christoph Heitz ist freier EDV-Fachjournalist.