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19.03.1976

Wo liegt die Reizschwelle für den Übergang auf Mixed Hardware ?

Wenn EDV-Chefs "mixen" , dann mochten sie sich mit der Fremdhardware auch einen bestimmten Prozentsalz an Kosteneinsparungen sicherstellen.

Das Risiko, Hardware von verschiedenen Herstellern installieren zu lassen muß sich auszahlen. Über den Prozentsatz, an dem die Reizschwelle liegt, gehen die Meinungen jedoch auseinander. Wahrend der eine die Gesamtkostenreduzierung von 8 Prozent als ausreichend betrachtet, ist für den anderen die erreichte Einsparung von 18-20 Prozent "noch verbesserungsbedürftig "

Alfred Jung, Leiter der Datenverarbeitung, Firma Richard Hengstenberg, Esslingen

Die Frage, um wieviel Prozent Mixed Hardware billiger sein sollte als die entsprechende Hersteller-Hardware, ist von uns nie in dieser Form gestellt und beantwortet worden. Den Leasing-Vorteil, eine geringere Miete zu zahlen, haben wir für den Ausbau der EDV-Anlage genutzt.

In unserem Hause ist eine IBM 370/125 installiert, die ursprünglich eine Kernspeicherkapazität von 128 K hatte. Dieser Kernspeicher wurde auf die volle Kapazität von 256 K erweitert. Die CPU ist von Citicorp geleast worden.

Durch das Leasing konnten wir zum alten IBM-Mietpreis sowohl den Kernspeicher um das Doppelte aufstocken, als auch einen Byte-Multiplex-Kanal für Datenfernübertragung einbauen. Letztlich sind der also beim alten Mietpreis geblieben.

Ein Aufstockung des Kernspeichels durch den Hersteller hätte unsere Miete um 20 Prozent oder um rund 3400 Mark pro Monat erhöht.

Die Mixed Hardware sollt beim Leasing schon Kosteneinsparungen in der Größenordnung von 15-20 Prozent mit sich bringen, um für den Anwender überhaupt interessant zu sein .

Lutz Engel, Leiter der Hauptabteilung Datenverarbeitung der G. M. Pfaff AG, Kaiserslautern

Nachdem wir im Dezember 1973 wegen des schlechte Durchsatzes von Autocoder-Programmen beschließen mußten, die Bestellung eine 370/135 zu stornieren, standen wir vor der Frage: Wie geht es jetzt weiter ? Die von IBM gemietete 360/40 war für zwei Schichten im DOS voll ausgelastet. Zudem reichte die Plattenkapazität für die vorgesehene Erweiterung unserer Arbeitsplandatei nicht mehr aus. Für die notwendige Plattenspeichererweiterung kamen nur BASF- oder CDC-Laufwerke mit je 58 Millionen Bytes in Frage. Zu den Angeboten dieser Hersteller verhandelten wir mit einigen Leasing-Unternehmen und siehe da, wir konnten zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen:

1. Hardware-Erweiterung:

Kernspeicher auf 192 K = 50 Prozent

Plattenkapazität auf 8 x 58 Millionen = 100 Prozent

Bändel auf 6 x 320 KB = 50 Prozent

2. Kostensenkung: von 59148 Mark auf 38743 Mark, das heißt, um 35 Prozent.

Unter diesen Bedingungen war die Entscheidung eine reine Formsache, so daß wir seit Ende 1974 mit einer leasten 360/40 und Mixed Hardware fahlen und dank der schnelleren Bänder sowie Power eine Durchsatzverbesserung von cirka 30 Prozent erreicht haben, wodurch wir bis heute mit zwei Schichten auskommen. Interessant erscheint mir Mixed Hardware ab einer Gesamtkosten-Reduzierung von 8 Prozent, insbesondere, wenn man dabei mehr Kapazität und/oder Durchsatz erreicht. Voraussetzung ist, daß der Anbieter einen entsprechend guten technischen Service besitzt, was man sich durch Referenzen unter Berücksichtigung der eigenen geographischen Lage bestätigen lassen sollte.

Bernd J. Holtbrügge, Leiter der Organisation und Datenverarbeitung P.l.V. Antrieb Werner Reimers KG, Bad Homburg

Bei der Beurteilung des wirtschaftlich sinnvollen Einsatzes von Mixed Hardware sind neben der eigentlichen Mietreduzierung noch die Wartungsqualität und Abgrenzbarkeit der Wartungsverantwortlichkeit von entscheidender Bedeutung.

Im Hause P.I.V haben wir die Einsparungsmöglichkeiten durch Mixed Hardware zunächst überprüft für die Anmietung von acht Plattenaufwerken a 100 Millionen Bytes und drei Bandlaufwerken mit 320 KB/s. Ein Zweijahresvertrag mit der BASF hatte gegenüber IBM eine Einsparung von 36000 Mark/Jahr (10,9 Prozent ) erbracht. Bei einem Dreijahresvertrag wären es 51000 Mark/Jahr (15,5 Prozent) gewesen. Das war uns zu wenig. Wir entschlossen uns daher zu einem mittelfristigen Leasingsvertrag mit CIG, Frankfurt, im Umfang einer IBM 370-135 mit 320 K (davon l28 K CIG-Speicher) und drei BASF-Bandeinheiten (320 KB/s) auf 66 Monate und auch BASF-Platteneinheiten a 100 Millionen Bytes auf 53 Monate. Erzielter Kostenvorteil gegenüber IBM-Miete bei vergleichbarer Konfiguration: 243 000 Mark/Jahr (29,2 Prozent).

Bei der vertraglich festgelegten Leasingdauer von 66 beziehungsweise 53 Monaten haben wir das Risiko einer vorzeitigen technologischen und wirtschaftlichen Veralterung sehr sorgfältig abgeschätzt und uns dabei gefragt, wann wir frühestens ohne wirtschaftlichen Schaden durch Verzicht auf den geplanten Kostenvorteil von 29,2 Prozent ein neues EDV-System installieren können. Hier die Rechnung: 42 Mietzahlungen an die IBM für eine reine IBM-Konfiguration entsprechen genau der Summe aller monatlichen Zahlungen an die CIG über die gesamte Leasingdauer, alle Zahlungen auf present value bei neun Prozent Verzinsung reduziert. Nach 42 Monaten könnte also unter Verzicht des Kostenvorteils ein neues, besser angepaßtes EDV-System installiert werden.

Roland Bleicher, Leiter der Datenverarbeitung der Magirus-Deutz AG, Ulm

Es lassen sich bei Mixed-Hardware-Einsatz relativ einfach eindrucksvolle Mieteinsparungen zusammenbauen. Für das Unternehmen haben solche Zahlen keinen Wert. Hardware-Kosten kann man nicht unabhängig sehen von den Kosten für Systembetreuung, Programmierung, kostenloser Brainware und den Kosten, die Terminverzögerungen, Fehler und Wiederholläufe verursachen. Vom Mixed-Hardware-Einsatz von Zentraleinheiten verschiedener Hersteller für gleiche Aufgabengebiete ist abzuraten. Er bringt anfangs Einsparung in Hardwarekosten, die später durch Kosten für doppelte Systembetreuung und doppelte Programmierung kompensiert werden. Wer die Zentrifugalkräfte konkurrierender Organisationen und Systeme kennt, kann die zusätzlichen Kosten für sein Unternehmen abschätzen.

Magirus-Deutz mixt seit sieben Jahren und macht auch die Weiterentwicklung gemixt mit. Gleichzeitig leasen wir, falls es gerechtfertigt erscheint. Bei den betroffenen Peripheriegeräten haben wir teilweise Hardware-Kosten-Einsparungen von 25 Prozent erzielt. Unter Berücksichtigung aller Faktoren möchte ich aber nur von einer Einsparung von 18-20 Prozent sprechen. Wir sind dabei, diesen Prozentsatz zu verbessern.