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13.08.1993

Wo sind die Grenzen?

Auf die Frage, ob Outsourcing einer Bankrotterklaerung der betrieblichen Datenverarbeitung gleichkomme, antwortet Debis- Geschaeftsfuehrer Karl-Heinz Achinger: "Wir verstehen uns nicht als Konkursverwalter!" Bei der Auslagerung handele es sich um eine "weitsichtige unternehmerische Entscheidung". Dass diese nicht selten von Unternehmen in akuter wirtschaftlicher oder DV- technischer Not gefaellt wird, erwaehnt Achinger nicht.

Doch, ob nun Leidensdruck vorhanden ist oder nicht: Es ist heute wohl unbestritten, dass eine Teil-Auslagerung auch fuer gesunde Unternehmen sinnvoll sein kann. Vor allem der Betrieb mittlerer Rechenzentren, man denke etwa an die veralteten IBM- Betriebssysteme VM und VSE, ist aus wirtschaftlicher Sicht kaum zu rechtfertigen. Ein grosses RZ laesst sich oekonomischer betreiben als ein kleines - diese Binsenweisheit war schon vor vielen Jahren bekannt. Was allerdings fehlte, war der Mut, aus dieser Erkenntnis die Konsequenz zu ziehen.

Warum so viel Zeit verstreichen musste, ehe die Informationstechnologie kritischer betrachtet wurde, mag in erster Linie mit dem zweifellos intelligenten Marketing der DV-Hersteller zusammenhaengen. Sie verstanden es, die DV als uneingeschraenkt "strategisch" hinzustellen. Mit Hilfe der IT, so suggerierten die Anbieter, sei ein entscheidender Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Dabei wurde nicht weiter differenziert, wo die DV im Detail zum Geschaeftserfolg beitraegt und wo sie lediglich Routineaufgaben abdeckt. Waere dies geschehen, so haetten schon damals die Kassen der RZ-Dienstleister klingeln muessen.

Die Denkhaltung der Anwender hat sich unter dem Einfluss von Konjunkturkrise und anhaltendem Wettbewerbsdruck grundlegend geaendert. Heute gilt Outsourcing als sinnvolle begleitende Massnahme, um eine unternehmensweite Schlankheitskur und Reorganisation durchzufuehren.

Um ihre Geschaeftsprozesse zu optimieren strukturieren sich Unternehmen neu und werfen ueberfluessigen Ballast - darunter Teile der Datenverarbeitung - ueber Bord. Wohin allerdings diese "Rueckbesinnung auf das Kerngeschaeft" fuehren kann, zeigen Beobachtungen der Marktforschungsgesellschaft Input: In den USA gibt es bereits Faelle, in denen Outsourcer wie EDS oder IBM nicht mehr nur die DV, sondern komplette Geschaeftsbereiche (Business Operations), etwa die Fertigung oder die Buchhaltung, uebernehmen. Was dem Kunden am Ende bleibt, ist das Marketing. Wohl dem, der soviel davon versteht, wie mancher DV-Hersteller in der Vergangenheit.+hv