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18.04.1975 - 

Software-Paket Wiprok für kurzfristige Wirtschaftsprognose

Wohin geht die Konjunktur?

Unter der Überschrift "Steuergelder gut angelegt?" befaßte sich Ch. Heitz in Computerwoche Nr. 15 vom 11. April 1975 kritisch mit dem Projekt "Kommunale Planung". Interessantester Teil des Projektes ist die hier behandelte kurzfristige Wirtschaftsprognose.

Eine Teilaufgabe des Projekts "Kommunale Planung" war die Schaffung eines Wirtschaftsprognosesystems, das erlauben sollte, auf der Basis von regionalen Konjunkturindikatoren eine Gewerbesteuerprognose für eine Stadt wie Köln zu erzeugen, um die Mittelverwendungsplanung in den Griff zu bekommen. Die Basis der Prognose bilden Monatswerte geeigneter Kennziffern, die die verschiedenen Wirtschaftszweige beschreiben. Ansatzpunkt der heterogenen Prognosenstellung sind Konjunkturindikatoren, aus deren zeitlichem Verlauf im Sinne von Konjunkturzyklen prognostizierte Entwicklungen abgelesen werden können. Notwendig ist dabei, daß die Zeitreihen der Vergangenheit die

Konjunkturbewegung jeweils korrekt widerspiegeln. Die Information ist nur dann für aktuelle Diagnosen brauchbar, wenn sie frühzeitig zur Verfügung steht. Die dafür erforderlichen Daten sind also rasch aufzubereiten und zu veröffentlichen.

Ifo-Konjunkturtests als Grundlage

Grundlage für das Wirtschaftsprognoseverfahren im Köln-Projekt sind die Daten des Ifo-Konjunkturtests (das ist die seit 25 Jahren monatlich durchgeführte Umfrage bei einem für bestimmte Branchen repräsentativen Kreis von Unternehmen).

Nachdem man erkannt hatte, wie die Entwicklung im laufenden Jahr von der Entwicklung der Konjunkturindikatoren im vorhergehenden Jahr jeweils abhängig ist, war es nur noch eine Fleißarbeit, herauszufinden, wie das Problem datentechnisch zu lösen ist. Das Prinzip ist mit dem Schlagwort "disaggregiertes Wachstumsmodell mit exponentieller Glättung" andeutungsweise beschrieben. Voraussetzung für das Verfahren ist, daß die regionale Entwicklung in etwa der Entwicklung folgt, die der Ifo-Konjunkturtest für die gesamte Bundesrepublik ausweist. Natürlich steigen die Erfolgschancen einer Regionalprognose, wenn sie regional gesondert für die einzelnen Wirtschaftszweige durchgeführt werden. kann, da die einzelnen Regionen abhängig sind von unterschiedlichen Industrieschwerpunkten.

Zwölf Indikatoren

Als Konjunkturindikatoren sind zum Beispiel herangezogen worden:

- Geschäftslagebeurteilung

- Geschäftsentwicklung, Erwartungen für die nächsten 6 Monate

- Produktion (Vormonatsvergleich)

- Produktionserwartung für die nächsten drei Monate

- Fertigwarenlager (Beurteilung

- Auftragseingang (Vormonatsvergleich)

- Auftragsbestand (Vormonatsvergleich)

- Auftragsbestand (Beurteilung)

- Inlandsverkaufspreis (Vormonatsvergleich)

- Erwartung für Inlandsverkaufspreise (3 Monate)

- Erwartung für Inlandsverkaufspreise (Folgemonat)

- Exportgeschäftserwartung für die nächsten drei Monate.

Aus dem von Monat zu Monat angegebenen Wert dieser einzelnen Indikatoren lassen sich Zyklen ermitteln. Diese Zyklen sind in Zeitreihen darstellbar. Jeder einzelne Indikator hat eine unterschiedlich lange Vorlaufzeit bezüglich der Gesamtkonjunktur. Der Vorlauf ist außerdem abhängig von der jeweiligen Konjunkturphase. Man hat herausgefunden, daß es für die einzelnen Konjunkturphasen eine kleine Zahl typischer Kombinationen weniger Indikatoren gibt, die zur Erklärung der Wirtschaftsentwicklungen in der Folgezeit ausreicht. Es lassen sich also gewisse Regelmäßigkeiten (Invarianten) in der Abfolge konjunktureller Situationen feststellen. Aus dem Vergleich mit Vergangenheitswerten ist nun auf die Wirtschaftsentwicklung in der Folgezeit zu schließen.

Programme

Das entwickelte Programmpaket enthält die Programme für die einzelnen Schritte:

- Zeitreihenanalyse

- Berechnung der zeitlichen Vorläufe

- Analyse, Diagnose und Prognose

- Dateierstellung und grafische Darstellung

Alle Programme wurden für Siemens-Anlagen der Serie 4004 unter dem Betriebssystem BS 1000 entwickelt. Benötigt werden circa 60 K Hauptspeicher. Kommunalen Anwendern stellt Siemens die Programme kostenlos zur Verfügung.

Die gesamte Verfahrensdokumentation umfaßt 400 Seiten und wird bei Installationen mitgeliefert.

Der Abschlußbericht für das Projekt, das eine Kurzfassung der gesamten Beschreibung enthält, ist für 25 Mark bei der Zentralstelle für Atomkernenergiedokumentation (ZAED) in 7501 Leopoldshafen, Kernforschungszentrum, zu beziehen: Forschungsbericht DV 74-03, Bundesministerium für Forschung und Technologie.