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31.03.2009

Woran globale Übernahmen scheitern

Die Integration ausländischer Mitarbeiter bei Fusionen erfordert ein Höchstmaß an Fingerspitzengefühl. Ajoy Mukherjee, Personalchef von Tata Consultancy Services (TCS), sagt, worauf es ankommt.

Wenn ein Unternehmen ein anderes übernimmt, sind die Ziele hoch gesteckt: mit mehr Produkten und Dienstleistungen will man mehr Kunden ansprechen, eine größere geografische Reichweite sowie Rationalisierungseffekte erzielen. Das gelingt nur, wenn die Fähigkeiten und Qualifikationen der Mitarbeiter beider Unternehmen so kanalisiert werden, dass auch Synergien aus dem Zusammenschluss entstehen. Darum wird die Personalabteilung ausschlaggebend für den Erfolg einer Übernahme.

Passen die Firmenkulturen zusammen?

Zusammenschlüsse scheitern aber oft an mitarbeiterbezogenen Problemen. Entscheidend ist es, die gesamte Belegschaft auf eine gemeinsame Linie zu bringen. Die "weichen Faktoren" stellen oft die komplexesten Herausforderungen im Rahmen des Integrationsprozesses dar. Ajoy Mukherjee, Personalchef von Tata Consultancy Services (TCS), empfiehlt ein Integrationsteam aus Mitarbeitern der Personalabteilung, um einen reibungslosen Übergang sicherzustellen: "Die meisten Fusionen und Übernahmen folgen heute einem vierstufigen Prozess, wobei die Personalabteilung in jeder Phase eine Schlüsselrolle spielt, auch bei der Kaufprüfung", so Mukherjee. "Dabei wird die Kultur des Übernahmekandidaten detailliert beurteilt. Sind die Unternehmenskulturen kompatibel? Inwiefern unterscheiden sich die jeweiligen Management-Stile? Gibt es potenzielle finanzielle, das Personalwesen betreffende Probleme wie beispielsweise einen unterfinanzierten Pensionsplan?"

Um die Kompatibilität der Unternehmenskulturen zu überprüfen, eignen sich ein Review von Führungsstilen, Missionen, Visionen, der Unternehmenswerte, des Teamgeists, der Vergütungssysteme, des Kundenfokus sowie der Organisationsstrukturen.

In stärker regulierten Staaten wie den europäischen und Südafrika müssen zudem zahlreiche rechtliche Vorschriften berücksichtigt werden.

Die Personalabteilung verantwortet ein breites Spektrum von Planungsmitteln wie Talent-Management, Übergangsstrategien sowie die Vorbereitung der Mitarbeiter auf ihre neuen Rollen durch Schulungen. Wichtig sind weiter Initiativen, um hochkarätige Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, die Bildung des neuen Management-Teams, die Entwicklung von Kriterien für die Besetzung neuer Positionen und die Ausarbeitung neuer Vertragsbedingungen.

Für Ajoy Mukherjee ist Kommunikation das Mantra für eine erfolgreiche Übernahme, und auch hier spielt die Personalabteilung eine große Rolle: "Die Bedenken der Mitarbeiter und die kulturellen Probleme müssen von Anfang an angesprochen werden, die ersten drei bis sechs Monate vor und nach der Ankündigung der Übernahme sind dafür ausschlaggebend."

Der Kommunikationsprozess fordert die Personaler in jeder Phase der Übernahme. Vor dem Zusammenschluss gilt es Rundbriefe zu erstellen, Übersichten zu häufig gestellten Fragen und Informationsrunden vorzubereiten. Während der Integration sind eine offene Kommunikationspolitik, ein dediziertes Infoportal und Einzelberatungen gefragt. Nach Abschluss der Integration liegt der Fokus auf gezielten Interventionen sowie Informationsversammlungen mit der gesamten Belegschaft.

Kulturelle Sensitivität kann man lernen

Um die kulturelle Integration der Belegschaft zu meistern, ist eine hohe kulturelle Sensitivität gefragt. Der TCS-Personalchef empfiehlt Einführungsprogramme, interkulturelle Workshops und Besuche im jeweils anderen Unternehmen. Fusionen laufen niemals gleich ab. Obwohl sich Erfahrungen und Lernprozesse übertragen lassen, darf eine genaue Planung und Ausführung nicht vernachlässigt werden. Die Integration ist erst erfolgreich, wenn die Mitarbeiter sich in ihre neuen Rollen eingefunden haben. Nach der Übergangsphase können Umfragen zur Mitarbeiterzufriedenheit helfen, die allgemeine Stimmung einzufangen.

Sechs goldene Regeln bei Firmenübernahmen

  1. Die strategische Ausrichtung der Personalabteilung muss sich an den Geschäftszielen des Unternehmens orientieren.

  2. Oberste Priorität ist es, den Mitarbeiterzuwachs zu koordinieren.

  3. Die Maximierung der Kapazitäten und der Leistungsfähigkeit stehen im Mittelpunkt.

  4. Spezifische Maßnahmen sorgen dafür, die besten Mitarbeiter im Boot zu halten.

  5. Im Rahmen internationaler Zusammenschlüsse gilt es, eine effektive kulturelle Integration vorzubereiten.

  6. Die Kommunikation muss effektiv und konsistent organisiert sein.