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19.08.2016 - 

Kaufberatung

Worauf kommt es bei einer Smartwatch an?

Mittlerweile sind auch Premium-Hersteller auf den Smartwatch-Zug aufgesprungen. Doch man muss keine 500 oder 1.000 Euro investieren, um eine technisch leistungsfähige Uhr zu bekommen. Ob die Stil hat, muss man für sich selbst entscheiden.
Die Smartwatch wird smarter.
Die Smartwatch wird smarter.
Foto: Subbotina Anna - Shutterstock.com

Eine Smartwatch mag man oder man mag sie nicht. Sie kann einem nützliche Informationen liefern, ohne dass man das Handy ständig aus der Tasche ziehen muss. Auch bieten manche Modelle zusätzliche Funktionen zum Smartphone, etwa einen Höhenmesser oder ein Barometer. Natürlich funktioniert die Telefonie ebenfalls via Smartwatch, wobei es immer etwas von einem Agentenfilm hat, wenn Menschen mit ihrem Handgelenk reden.

Smartwach ist nicht Smartwatch

Prinzipiell lassen die Smartwatches in zwei Gruppen unterteilen: Es gibt Modelle mit und ohne eigene Simkarte. Erstere funktionieren praktisch autonom, sozusagen als Smartphone am Handgelenk. Die andere Gruppe benötigt immer ein externes, in der Regel über Bluetooth gekoppeltes Smartphone. Übrigens ist der Preis einer Uhr beileibe kein Indikator dafür, zu welcher Gruppe sie gehört. So ist beispielsweise die TAG Heuer Connected, mit rund 1.500 Euro zwar eine der teuersten smarten Zeitanzeiger, kommt aber nicht ohne Handy aus.

Die etwa 20 Euro teure U Watch U8 lässt kaum Modifikationen zu, ermöglicht beispielsweise aber das Lesen von Nachrichten oder die Fernbedienung der Smartphone-Kamera
Die etwa 20 Euro teure U Watch U8 lässt kaum Modifikationen zu, ermöglicht beispielsweise aber das Lesen von Nachrichten oder die Fernbedienung der Smartphone-Kamera

Autonome Uhren

Samsung Gear S, LG Watch Urbane, Enox WSP88 oder beispielsweise Omate True Smart sind durchweg Uhren, die über einen eigenen Simkarten-Slot verfügen. Im Prinzip handelt es sich dabei um Android-Smartphones, die auf Handgelenk-Format gebracht wurden. Für den Betrieb bedeutet dies, dass man entweder das Telefon durch die Uhr ablösen muss oder aber eine Zweitkarte mit identischer Rufnummer beantragt, will man auch auf der Uhr unter der gewohnten Nummer erreichbar sein. Gemeinsam haben diese Uhren alle das Betriebssystem, Android Wear. Das wiederum kommt auch bei höherwertigen Smartwatches ohne Mobilfunk-Modul zum Einsatz, etwa der Asus Zenwatch, der Motorola Moto 360 oder der Sony Smartwatch 3 zum Einsatz. Da Android Wear letztlich auch nur ein Android-Derivat ist, bietet es grundsätzlich ähnliche Möglichkeiten wie der „große“ Smartphone-OS-Bruder. Mit anderen Worten: Ein Android Wear-Gerät lässt sich beispielsweise rooten, Apps können via Sideloading installiert werden und wer will, kann sogar ein Custom-Rom verwenden. Denn tatsächlich gibt es auch hier schon einige Projekte, die letztlich aber vor allem eines bewirken sollen bzw. sollten: Einige Funktionen werden gegenüber der Hersteller-Version verbessert. So sorgte etwa das Gohma-Rom für eine verbesserte Batterielaufzeit oder einen präziseren Touchscreen bei LG. Allerdings stammt die letzte Version des Roms vom Januar 2015, ist also über ein Jahr alt.

Das Rooten ist theoretisch bei allen Android Wear-Uhren möglich; für viele Modelle vereinfacht der Windroid Toolkit das Vorgehen.
Das Rooten ist theoretisch bei allen Android Wear-Uhren möglich; für viele Modelle vereinfacht der Windroid Toolkit das Vorgehen.

Rooting

Das Rooting einer Smartwatch funktioniert prinzipiell ebenso wie beim Telefon über ADB und Fastbot. Der Windroid Universal Android Toolkit macht es leichter, weil er die ganzen Kommandozeilenbefehle unter einer grafischen Oberfläche vereint. Er unterstützt auch eine Reihe von Uhren, wobei es sich im Zweifelsfall lohnt, die einschlägigen Foren zu konsultieren, denn schließlich ist das Rooting immer auch abhängig von der verwendeten Betriebssystem-Version.

Auf dem Smartphone läuft die App BTnotification, die es überhaupt erst ermöglicht, dass Benachrichtigungen auf die Uhr gelangen. Welche, lässt sich individuell festlegen.
Auf dem Smartphone läuft die App BTnotification, die es überhaupt erst ermöglicht, dass Benachrichtigungen auf die Uhr gelangen. Welche, lässt sich individuell festlegen.

Uhren zum Koppeln

Während die populären Pebble-Watches durchaus die Installation vieler Apps zulassen, sind nahezu alle Uhren aus dem unteren Preissegment hier extrem limitiert. Pebble wie übrigens auch Sony ermutigen Entwickler, Apps oder Funktionen nachzurüsten; Exemplare mit einem proprietären Betriebssystem wie etwa die UWatch U8 oder vergleichbare Modelle sollen dagegen einfach nur funktionieren. Entsprechend schwierig ist es hier, die Uhr softwareseitig aufzuwerten. Eine Möglichkeit besteht darin, die Wähltastatur zu nutzen, mit bestimmten Zahlencodes auf dem Smartphone Programme oder Abläufe zu initiieren. Eine App wie Tasker muss dabei aber dann auf dem Telefon den Befehlsstring annehmen und weiterverarbeiten. Das ist etwas umständlich, aber es lassen sich tatsächliche einige Zusatzfunktionen wie eine Wettervorhersage oder ein einfacher Rechner realisieren.

Der Smartwatch Hacker Guide hört sich etwas verboten an, zumal er auch explizite Informationen über ein Touch-Sensor-Protokoll liefert. Tatsächlich stammt er aber von der Sony-Entwicklerseite.
Der Smartwatch Hacker Guide hört sich etwas verboten an, zumal er auch explizite Informationen über ein Touch-Sensor-Protokoll liefert. Tatsächlich stammt er aber von der Sony-Entwicklerseite.

Fazit

Wer eine Smartwatch kaufen möchte, sollte sich überlegen, wofür er sie benötigt. Die günstigen Modelle sind eine bessere Mischung aus Freisprechanlage und Fernbedienung für das Smartphone, die teureren Exemplare lassen sich viel ausgedehnter konfigurieren und auch bis tief ins System hinein modifizieren. (PC-Welt)

Lesetipp: Wie die Smartwatch die Customer Journey verändert

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