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13.10.2000 - 

US-Carrier will Präzedensfall schaffen

Worldcom klagt gegen die EU-Kommission

BRÜSSEL (CW) - Das Imperium schlägt zurück. Der US-Carrier Worldcom ficht das Veto der Europäischen Kommission gegen die Fusion mit Sprint an. Das Unternehmen hat beim Europäischen Gerichtshof Beschwerde gegen den EU-Entscheid eingelegt.

Der amerikanische Netzbetreiber Worldcom will das von Brüssel ausgesprochene Verbot eines Zusammenschlusses mit Sprint nicht klaglos hinnehmen. Die Eurokraten hatten vor zwei Monaten den 115 Millionen Dollar teuren Deal mit der Begründung abgeschmettert, das neue Unternehmen würde im Internet-Backbone eine marktbeherrschende Stellung erhalten.

Diese Argumentation will die US-Company jedoch nicht gelten lassen. Sie wirft der EU eine Fehleinschätzung des Internet-Marktes vor. Die Kommission, kritisiert ein Worldcom-Sprecher, habe bei ihrer Entscheidungsfindung die Mechanismen, wie Internet-Services bereitgestellt werden, sowie den enormen Wettbewerbsdruck im Internet-Markt völlig falsch eingeschätzt. Im Interesse der Kunden, aber auch der gesamten Internet-Industrie sei das Unternehmen deshalb gezwungen, gegen den EU-Beschluss Einspruch zu erheben. Der Chefanwalt von Worldcom, Michael Salsbury, betonte dabei ausdrücklich, dass sein Arbeitgeber mit der Klage gegen die EU den ursprünglich geplanten Deal mit Sprint nicht wiederbeleben wolle. Stattdessen geht es Worldcom darum, einen Präzedenzfall zu schaffen, der bei Entscheidungen dieser Art künftig für mehr Transparenz sorgen soll.

Neben der angeblichen Fehleinschätzung des Marktes stützt sich der Einspruch der Amerikaner auf Verfahrensfehler und Zweifel an der Zuständigkeit von Brüssel. Laut Worldcom hat Wettbewerbskommissar Mario Monti den Fusionspartnern sowie nationalen Regulierungsinstanzen nicht die Möglichkeit eingeräumt, angemessen auf die Kritik der Wettbewerber an dem Merger zu reagieren. Außerdem hält der amerikanische Carrier die EU im Fall Worldcom/Sprint nicht für zuständig.

Brüssel hatte den Merger geprüft, weil Sprint zum Zeitpunkt der Bekanntgabe noch zusammen mit France Télécom und der Deutschen Telekom an der Allianz Global One beteiligt war. Sprint habe sich jedoch vier Monate vor dem Nein der EU aus Global One zurückgezogen. Damit seien keine europäischen Verflechtungen mehr gegeben und die EU daher nicht mehr zu einer Entscheidung befugt gewesen.