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23.05.1975 - 

Datensicherung - eine Aufgabe der Hersteller?

Wozu einen DSB?

MÜNCHEN - "Ein Datum an sich ist gar nicht empfindlich - ein Schutzbedürfnis entsteht erst bei der Kombination von Datum und Verwendungszweck" sagt der Mitautor der "Datenschutzfibel", Rüdiger Dierstein. Der RZ-Leiter bei der Deutschen Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (Dfvlr) in Oberpfaffenhofen bei München zählt zu den Datenschutz-Fachleuten auf der DV-Seite und kann voll Stolz sagen: "Bei Datensicherung sind wir führend."

Hersteller kritisieren

Wie wenig das Thema ausdiskutiert ist, zeigt die äußerst negative Reaktion einzelner Hersteller-Vertreter auf die Datenschutzfibel: das Buch weist nicht nur auf die zahlreichen hard- und softwaremäßigen Schwachstellen eines Systems hin - es wird auch kritisch gefragt, ob eigentlich der Anwender oder nicht vielmehr der Hersteller einer Anlage für deren Sicherheit sorgen müsse. Schließlich verpflichte man den Autofahrer ja nicht zur technischen Durchsicht eines Fahrzeugs sondern zum regelmäßigen

TÜV-Besuch. Inwieweit sich allerdings das Maschinenschutzgesetz auch auf den Datenschutz übertragen läßt, zählt zu den vielen offenen Sicherheitsfragen.Nur auf einen weiteren Punkt - ganz abgesehen von den im Datenschutzgesetzentwurf gebrauchten Begriffen wie "zumutbar" und "angemessen" - sei hingewiesen: Wer soll denn eigentlich die Verwendung der gesicherten Daten prüfen?

Datenschutzbeauftragter empfohlen

In der Datenschutzfibel wird auch eine Lanze für die Schaffung einer neuen Stelle gebrochen: Betriebe mit EDV sollen Datenschutzbeauftragte (DSB) bestellen, nachdem man den Sicherheitsingenieuren diese Tätigkeit sicher nicht aufhalsen kann.

Fürs Personalwesen wichtig

Gut an der Datenschutzfibel, die inzwischen schon etwa 4000 Abnehmer fand: vier erfahrene Leute haben sich als Autorenteam zusammengetan - mit je einem gut auf die anderen abgestimmten Beitrag. Da Personaldateien auch nach der bestehenden Rechtslage schon besonderen Schutzes bedürfen und nach Inkrafttreten eines Bundes-Datenschutzgesetzes als erste betroffen sein werden, kommen zwei der Autoren aus der entsprechenden Fachabteilung von Ford (Bernd Hentschel) und Mannesmann (Hans Gliss). Der Vierte im Bunde, Dr. Rudolf Bayer, ist Informatik-Professor, der die Fragen der Sicherheitsanalyse gar nicht professoral behandelt.

Das Risiko mit der Limonadenflasche

Dabei werden Katastrophen nit Seltenheitswert nicht überbewertet - aber darauf hingewiesen, daß die auf der Konsole umgestürzte, Limonadenflasche eines Operators oder das auf einem Tischkalender notierte Paßwort einen Schaden anrichten können, der in seinen Auswirkungen nicht viel geringer ist als Hochwasser oder ein Spionagetrick. -py

(Hentschel/Gliss/Bayer/Dierstein: Datenschutzfibel; Verlag J. P. Bachem, Köln)