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31.07.2009

WSJ: EASA drängt Airlines zum Tausch von Geschwindigkeitsmessern

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) reagiert mit einer ungewohnten Vorsichtsmaßnahme auf die Probleme bei den Geschwindigkeitsmessern in Passagierflugzeugen. So will die EASA einige Airlines am Freitag dazu drängen, hunderte von Geschwindigkeitsmessern in zwei Airbus-Modellen auszuwechseln. Ein Airbus-Sprecher sagte am Vortag, dass der Flugzeugbauer der EASA-Direktive zugestimmt und seine Kunden am Donnerstagabend bereits darüber informiert hat.

FRANKFURT (Dow Jones)--Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) reagiert mit einer ungewohnten Vorsichtsmaßnahme auf die Probleme bei den Geschwindigkeitsmessern in Passagierflugzeugen. So will die EASA einige Airlines am Freitag dazu drängen, hunderte von Geschwindigkeitsmessern in zwei Airbus-Modellen auszuwechseln. Ein Airbus-Sprecher sagte am Vortag, dass der Flugzeugbauer der EASA-Direktive zugestimmt und seine Kunden am Donnerstagabend bereits darüber informiert hat.

So habe Airbus allen betroffenen Betreibern den Austausch von zwei der insgesamt drei Thales-Geräte pro Flugzeug angeraten, sagte ein Airbus-Sprecher am Freitag Dow Jones Newswires auf Anfrage. Davon betroffen seien derzeit rund 200 in Betrieb befindliche A330- und A340-Modelle, fügte der Sprecher hinzu. Dies sei aber eine reine Vorsichtsmaßnahme. Außerdem werde Airbus bei der Produktion neuer Flugzeuge dieser Familie ebenfalls nur noch Geräte von Goodrich einbauen.

Airbus ist den weiteren Angaben des Sprechers zufolge sicher, dass sich Thales schnell diesem Thema annehmen wird und der Flugzeughersteller schon bald wieder Geschwindigkeitsmesser beider Unternehmen anbieten könnte. Die Geschwindigkeitmesser von Thales sind nach weiteren Angaben von Airbus genauso zertifiziert wie die von Goodrich. Beim de-icing würden die Thales-Produkte allerdings eine andere Performance aufweisen als die von Goodrich.

Zu den Kosten äußerte sich Airbus nicht. Es werde erst in den nächsten Tagen entschieden, wer die Kosten für den Austausch übernehmen werde, sagte der Sprecher. Ein Geschwindigkeitsmesser koste rund 2.000 USD, der Austausch von zwei Messern werde rund zwei Stunden in Anspruch nehmen.

Neben dem Austausch von zwei der drei Thales-Geschwindigkeitsmesser soll im Rahmen der EASA-Direktive zudem ein älteres Modell des Unternehmens völlig aus dem Verkehr gezogen werden, das bei der vor zwei Monaten abgestürzten Air-France-Maschine vor der brasilianischen Küste mutmaßlich eine Rolle gespielt hat.

Weil die großen europäischen und US-amerikanischen Airlines erst vor einigen Wochen die alten Thales-Sensoren durch die neuesten Modelle ersetzt haben, ist das Vorgehen der EASA Beobachtern zufolge als ungewöhnlich zu bezeichnen. Zudem sind zumindest den US-Behörden bislang keine Probleme mit den neuen Thales-Sensoren gemeldet worden.

Ungewöhnlich erscheint auch, dass mit Thales nun zum ersten Mal ein einzelner Zulieferer ausgegrenzt wird. Im Normalfall werde lediglich angeordnet, ein einziges Teil auszutauschen, nicht aber auf die Benutzung eines bestimmten Herstellers gedrängt. EASA-Sprecher Daniel Höltgen verwies allerdings darauf, dass die "erhaltenen Informationen über die Leistungen verschiedener Messgeräte gezeigt haben, dass die Goodrich-Sonden die zuverlässigeren" sind.

Dass Goodrich demnächst alle Thales-Geräte ersetzt, ist offenbar aber nicht zu erwarten. Zu groß sind dazu laut Experten die Produktions- und Lieferengpässe.

Webseiten: www.wsj.com www.airbus.com www.thalesgroup.com www.goodrich.com - Von Daniel Michaels und Andy Pasztor, The Wall Street Journal; +49 (0)69 29725 111, unternehmen.de@dowjones.com, DJG/DJN/eyh/kib/kla Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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