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24.01.1975 - 

Automatisierte Korrespondenz:

Wüstenrot spart 1,4 Millionen

LUDWIGSBURG - Jährlich etwa 500 000 Briefe schreibt die Bausparkasse GdF Wüstenrot per Schnelldrucker mit einer IBM 370-158 - nachdem gemäß Diktatanweisungen der Sachbearbeiter aus einer Datei von 5000 platten-residenten Standard-Textbausteinen kunden-individuelle Briefe zusammenstellte. Daneben werden weiterhin 50 Prozent der Post als vorgedruckte Schema-Briefe versandt, aber von der kundenindividuellen Korrespondenz wird nur noch die Hälfte per Phono-Diktat erledigt.

AKO-Brief für 3,50 Mark

Denn gegenüber reinen Brieferstellungskosten von durchschnittlich 6,30 Mark/Stück bei konventioneller Methode kostet ein nach dem Verfahren Automatisierter Korrespondenz (AKO) per Computer erstellter Brief inklusive Diktatanweisungen nur 3,50 Mark. Gesamteinsparungen pro Jahr: 1,4 Millionen Mark.

Wüstenrot-Organisator für Textverarbeitung Klaus Rennebach berichtet: "Wir haben gar nicht erst Schreibautomaten eingeführt, sondern sind 1971 gleich mit der Standard-Post auf die EDV gegangen, weil dort per Programm die entsprechenden Adressen, Kontostände und Berechnungsalgoritmen mit Textbausteinen gekoppelt werden können."

Residente 20 K Partition.

Wüstenrot-Sachbearbeiter tragen auf Briefanweisungs-Formblättern lediglich Nummern von Textbausteinen ein, - beziehungsweise können mit nur einer Angabe einen ganzen Standardbrief veranlassen, in den aber automatisch kundenspezifische Informationen wie Salden, Termine, usw. eingefügt werden.

Diese Parameter werden im AKO-Pool über 10 Bildschirme IBM 3270 dem ständig residenten, 20 K belegenden AKO-Programm eingegeben. Daneben besteht noch die Möglichkeit einer Stapeleingabe per Lochkarte.

Die Ausgabe erfolgt bei Abruf gesammelt und sortiert für jeden Sachbearbeiter über IBM 3203 Drucker (120 000 Zeilen/ Stunde) mit einer Geschwindigkeit von stündlich 1500 Briefen. Dabei wird die Drucker-Nennleistung zu 35 Prozent genutzt, denn die Groß/Kleinschreibungs-Kette bremst den Drucker erheblich. Deshalb soll in diesem Jahr das mittlerweile von der IBM als lizenzpflichtige Standard-Software vertriebene Programmpaket, das bei Wüstenrot ohnehin für verschiedene Formen der Datenübernahme aus Stammdateien modifiziert werden mußte, nochmals geändert werden, damit zweibahnig jeweils zwei unterschiedliche Briefe gleichzeitig gedruckt werden können.

Hoher Organisationsaufwand

Prokurist Ernst Schmidt, Leiter der Wüstenrot-Organisationsabteilung: "Wir stellen bereits von automatisierter Korrespondenz auf automatische Korrespondenz um. Dabei werden bei Konten-Änderungen und Beleihungen, aber auch beim Überschreiten gewisser Termine automatisch kunden-individuelle Briefe erstellt."

Allerdings, das EDV-Verfahren verursachte nur den geringeren Organisationsaufwand. Mehr Arbeit war im Vorfeld zu tun. Denn Voraussetzungen für den AKO-Einsatz ist, daß durch Korrespondenz-Analyse Textbausteine erstellt werden, Korrespondenzhandbücher geschaffen werden und die Sachbearbeiter in dem neuen standardisierten Diktatverfahren geschult werden. Schmidt: "Bei uns hat sich der Aufwand schon sehr bald gelohnt."