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10.04.1998 - 

Firmenumwandlung und Dividendenkürzung

Wütende Kleinaktionäre - Macrotron holt die Polizei

Seit Macrotron im Juli des vergangenen Jahres von der in Clearwater, Florida, ansässigen Tech Data Corp. übernommen wurde, rumort es an der Aktionärsbasis. Tech Data hält derzeit rund 98 Prozent der Stammaktien und 90 Prozent der Vorzugsaktien.

Wie der Nachrichtendienst "vwd" am 3. April meldete, war die tags zuvor anberaumte Aktionärsversammlung der Macrotron AG erst kurz nach Mitternacht beendet worden. Aufgrund zahlreicher Fragen und Einwände von seiten der Kleinanleger habe sich bereits die Wahl des Versammlungsleiters erheblich in die Länge gezogen. Mehrheitsaktionär und Tech-Data-CEO Steven Raymond mußte auf den Vorsitz verzichten, da er nur Englisch spricht. Der Rechtsanwalt Rupert Schreiner fand bei den Minderheitsteilhabern aber keine breite Unterstützung.

Die Tagesordnung umfaßte 27 Druckseiten. Hauptdiskussionspunkte waren die Verschmelzung der Macrotron Distribution GmbH mit der Macrotron AG und deren Umwandlung in die Tech Data Gemany GmbH & Co.KG. Hierzu gab es zahlreiche Gegenanträge, mit denen die Kleinaktionäre auf die ihrer Ansicht nach bestehenden Widersprüche im Umwandlungsbericht aufmerksam machen wollten.

Darüber hinaus protestierten die Inhaber des Streubesitzes einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge auch dagegen, daß das Unternehmen trotz des deutlich gestiegenen Vorsteuergewinns die Dividenden drastisch gekürzt habe. Während 1995/96 pro Vorzugsaktie elf Mark und pro Stammaktie zehn Mark - jeweils plus zwei Mark Bonus - ausgeschüttet worden waren, sollen sich die Anleger für 1996/97 mit 2,50 beziehungsweise 1,50 Mark je Anteilschein begnügen. Michael Kaack, Vorstandsvorsitzender der Macrotron AG, begründete diese Entscheidung mit geplanten Großinvestitionen.

Damit rief der Macrotron-Chef allerdings wenig Begeisterung bei den Kleinaktionären hervor. Einige besonders vehement protestierende Anteilsinhaber verwies Versammlungsleiter Schreiner laut "vwd" im Verlauf des Abend des Saales. Als sie dieser Aufforderung nicht nachgekommen seien, habe er unter dem Vorwurf des Hausfriedensbruchs die Polizei gerufen.