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21.07.1995

WWW-Sprache Java soll Microsoft das Leben schwermachen Sun-Chef McNealy: Internet revolutioniert den SW-Markt

MUENCHEN (CW) - Ein neues Softwarezeitalter bricht an, so frohlockt Sun-Mitbegruender Scott McNealy, wenn sich die hauseigene Internet- Sprache "Java" durchsetzt. Darin geschriebene Applikationen sollen kostenfrei und in individuellen Auspraegungen ueber das Netz zu beziehen sein. Die Aera der paketierten Programme, die ueber den Ladentisch verkauft werden, gehe unweigerlich zu Ende - und damit auch die Vorherrschaft von Microsoft.

Diese "Freeware" werde sich epidemisch ausbreiten, so McNealy - entwickelt seien die Anwendungen in der seit Mai dieses Jahres lieferbaren Programmiersprache "Java". Mit diesem angeblich virenresistenten Tool lassen sich Internet-faehige Anwendungen entwickeln, die auf verschiedenen Rechnertypen laufen. Internet- Surfer, so die Vision, ziehen sich beispielsweise die am besten geeignete Textverarbeitung oder Grafiksoftware aus dem Netz und stellen sie nach Gebrauch wieder zurueck.

Sun bemueht sich zur Zeit, Kopien der Java-Sprache unter das Internet-Volk zu bringen. Besonders gelungene Applikationen werden mit Preisen ausgezeichnet. So haben seit der Freigabe im Mai dieses Jahres bereits Tausende von Programmierern mit der Erstellung von Programmen, sogenannten Applets, fuer das World Wide Web begonnen.

Um Java-Anwendungen nutzen zu koennen, benoetigen Anwender ein Programm namens "Hotjava". Mit Netscape hat Sun vereinbart, dass dieses Tool Bestandteil der naechsten Version des Browsers sein wird, den Millionen von Internet-Benutzern verwenden. Spaetestens nach dessen Auslieferung, so vermutet McNealy, werden alle Daemme brechen. Gegenueber der "Financial Times" meinte der IT-Guru: "Wir traeumen von Millionen von Java-Applets, die ueber das Internet verfuegbar sind."

Gemeinsam mit den fuehrenden Universitaeten der USA, so schwebt McNealy vor, werde man ein Dutzend groessere Anwendungen entwickeln, darunter Textverarbeitungen und Spreadsheets. Als Gegenleistung fuer gestiftete Hardware haetten die Wissenschaftler die Verantwortung fuer Software-Entwicklung, Debugging und das Updating bestehender Versionen zu tragen. Die Entwicklung werde schnell voranschreiten, da die Programmierer ueber das Internet fortwaehrend Feedback auf ihre Leistungen erhielten.