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27.06.1997 - 

US-Investoren legen strengere Maßstäbe an

WWW-Trendsetter erhalten weniger Venture Capital

Die Begeisterung für junge High-Tech-Werte ist an der Wall Street einer für US-Verhältnisse deutlichen Zurückhaltung gewichen. Dieser von Börsianern schon seit Wochen lancierte "Stimmungsbericht" läßt sich nun mit ersten konkreten Zahlen untermauern: So ging dem "Handelsblatt" zufolge nicht nur die Zahl der Neuemissionen erfolgversprechender Unternehmen in den ersten Monaten des laufenden Jahres dramatisch zurück (1996 wurden fast 200 High-Tech-Firmen an die US-Börsen gebracht), auch die Investoren, die bereit sind, in Start-up-Companies zu investieren, werden immer rarer.

Dies gilt zumindest für das bisher als Wachstumsmotor par excellence gehandelte World Wide Web. Obwohl laut einer Analyse der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Price Waterhouse in den USA allein im ersten Quartal 1997 die Gründung von mehr als 90 Internet-Firmen mit insgesamt 309 Millionen Dollar Risikokapital gefördert wurde, bedeutet dies erstmals seit gut einem Jahr einen spürbaren Rückgang beim Engagement potentieller Investoren. Inbesondere Neulinge, deren Business-Plan sich ausschließlich auf Aktivitäten im und mit dem Internet konzentriert, hätten es zunehmend schwerer, an die als Anschubfinanzierung unverzichtbaren Gelder zu kommen, heißt es. So sei beispielsweise in den ersten drei Monaten 1997 kein einziger Internet-Service-Provider in den Genuß von Venture Capital gekommen.

Bestätigt wird dieser Trend auch von Waldemar Jantz, Consultant bei der in München ansässigen Techno Venture Management GmbH (TVM), einer der wenigen Venture-Capital-Firmen, die auch in Deutschland tätig sind. Jantz zufolge hat seine Gesellschaft bisher bei der Zusammensetzung ihrer Fonds sehr zurückhaltend in Internet-Firmen investiert. Grund: Das "Business-Modell Internet" bereite ihm und vielen seiner Kollegen "Kopfzerbrechen".

Gemeint sind damit in erster Linie vermeintliche Trendsetter, die sich mit Hilfe eines kostenlosen, mehr oder weniger nützlichen Serviceangebotes im Web positionieren und auf lukrative Werbeeinnahmen hoffen. Dies werde jedoch, so Jantz, "nicht funktionieren" - eine Auffassung, die er mit den Analysten von Price Waterhouse teilt. Interessant für Investoren, weil begründete Aussicht auf eine zumindest mittelfristig ansprechende Rendite besteht, seien im Zusammenhang mit dem Internet nur drei Kategorien von Firmenneugründungen: Unternehmen mit einer herausragenden Geschäftsidee, für die das World Wide Web im Sinne einer breiteren Vermarktung nur als Katalysator dient; Firmen, die anderen Unternehmen beim Internet-Auftritt mit konkreten Lösungsangeboten unter die Arme greifen können, sowie eventuell Internet-Hardware-Supplier, die "Ciscos" von morgen.

ASX-Pläne

Die Australische Stock Exchange (ASX) plant die Einrichtung eines WWW-Forums, in dem junge Firmen, vorwiegend aus dem IT-Bereich, die Werbetrommel in eigener Sache rühren und sich potentiellen Investoren gegenüber darstellen können. Dieser zu den Börsen in Sidney und Melbourne alternative Online-Kapitalmarkt soll im Februar 1998 an den Start gehen.